Was geschah am 26. Dezember?

22.Tevet 5782

Geschichte:

1947 greifen arabische Rebellen einen Kinder- und Jugendtransport in Castel, einem Vorort von Jerusalem, an. Begleitet wurde der Transport unter anderem von der späteren PM Golda Meir. In dem, dem Überfall folgenden Feuergefecht wurde Hans Shmuel Beyth, der Leiter der Kinder- und Jugendalija getötet. Er rettete durch seinen Einsatz Tausenden von Kindern das Leben.

Geboren:

1855 wird Arnold Mendelssohn, ein Neffe von Felix Mendelsson-Bartholdy in Ratibor (Polen) geboren. Von eher unkonventioneller Art wollte er sich den Studienwünschen seiner Eltern nicht beugen und begann mit dem Studium der Musik am Königlichen Institut für Kirchenmusik in Berlin. Bereits kurz nach der Ausbildung erhielt er einen Lehrauftrag für Orgelspiel und Musiktheorie an der Universität Bonn. Später am Konservatorium zu Köln lernte er Engelbert Humperdinck und Hugo Wolf kennen und arbeitete eng mit ihnen zusammen. Seine vier Kinder erkrankten an Hirnhautentzündung, drei verstarben, die älteste Tochter überlebte, blieb aber als Folge der Krankheit geistig beeinträchtigt. Er verstarb am 13. Februar 1933 an einem Herzschlag.

1926 wird Eli Cohen in Alexandria geboren. Seine Familie war aus Syrien nach Ägypten ausgewandert, wo sich Cohen schon in jungen Jahren zionistischen Organisationen anschloss. Bereits 1944 wurde er von der Hagana [zionistische paramilitärische Organisation während des britischen Mandats in Palästina] angeworben. Aufgrund seiner Tätigkeiten wurde er von der Universität exmatrikuliert. Nach der Suezkrise wurde er 1957 aus Ägypten ausgewiesen und liess ich in Israel nieder. Nachdem er sich schon früher für eine Aufnahme in den Mossad interessiert hatte, wurde er 1960 dort angeworben. Seine vielfältigen Sprachkenntnisse halfen ihm, sich in Buenos Aires als wohlhabender syrischer Kaufmann auszugeben. Schliesslich übersiedelte er nach Damaskus, von wo aus er regelmässig Funksprüche nach Israel absetzen konnte. Um weitgehend unbeobachtet zu bleiben, stellte er seine Wohnung syrischen Militärangehörigen und Politikern zur Verfügung, die diese Wohnung als «safe place» für ihre amourösen Abenteuer nutzten. Im Sechs-Tage-Krieg verriet er den Israelis die Standorte der syrischen Verteidigung auf dem Golan, indem er den Syrern vorschlug, diese mit schnell wachsenden Eukalyptusbäumen zu beschatten und zu decken. Die Eukalyptusbäume[1] stehen heute noch! Der schnelle Erfolg der IDF auf dem Golan wird auf diese Kriegslist zurückgeführt. Auch an der Ergreifung Eichmanns in Buenos Aires war er massgeblich beteiligt, indem er Informationen, die er von Eichmanns engstem Mitarbeiter Franz Rademacher erhalten hatte, an den Mossad weiterleitete. Dass er enttarnt wurde, wurde auf seine Tendenz, sich als «unverletzlich» zu fühlen, zurückgeführt. Die Syrer hatten einen Verdacht, deaktivierten alle Funkkanäle bis auf seinen. Sein erstes Funksignal führte die Syrer zu ihm. Es folgte ein langer Schauprozess und eine öffentliche, sogar im TV übertragene Hinrichtung. Verhasst von den arabischen Staaten wird er in Israel bis heute als Volksheld verehrt.

Gestorben:

1947 erlag Hans Shmuel Beyth (s.o.). Geboren wurde er am 5. Okt. 1901 in Bleicherrode (Preussen). Bevor er die Leitung der Kinder- und Jugendalija übernahm, war er engster Mitarbeiter von Henriette Szold (1865-1945). Szold war eine frühe zionistische Aktivistin und gründete 1912 die grösste zionistische Frauenorganisation Hadassah. Beyth absolvierte in Berlin zunächst eine Banklehre und arbeitete als Börsenmakler. Bei seinem ersten Aufenthalt in Palästina liess er sich zum Hersteller von Konserven ausbilden. In Palästina war es seine Aufgabe, die Finanzen der Kinder- und Jugendalija unter Kontrolle zu haben. Beyth und Szold setzten sich intensiv für die Rettung der sog. «Teheran Kinder» ein. Diese waren nach der Besetzung Polens durch die Wehrmacht über die Sowjetunion im Iran gestrandet. Mit Hilfe der Sochnut (Jewish Agency for Israel) gelang es, die 720 Kinder und Jugendlichen in das Aufnahme Camp in Atlit, (nahe Haifa) zu bringen. Während der Shoa war dies der grösste in Palästina ankommenden Transport von Flüchtlingen. Während eines Überfalls im Jerusalemer Vorort Castel kam es zu einer Schiesserei, bei der Beyth tödlich getroffen wurde. 


[1] Eukalyptusbäume werden bis zu fünf Meter hoch, wachsen pro Jahr etwa einen halben Meter.



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

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