Was geschah am 30. Dezember?

26. Tevet 5782

Geschichte:

1066 kam es in Grenada zum ersten Pogrom der Neuzeit in Europa. Granada gehörte damals zum islamischen Herrschaftsgebiet von al-Andalus. Eine aufgebrachte Menge stürmte den Königspalast, in dem der jüdische Wesir Josef ibn Naghrela residierte. Im Gegensatz zu seinem Vater Shmuel ha-Nagid, der ebenfalls Grosswesir gewesen war und der sehr beliebt war, galt er als arrogant und von den Moslems verhasst. Der Mob kreuzigte ihn und ermordete im Zuge des Pogroms etwa 4.000 Personen. Die jüdische Gemeinde erholte sich zunächst, wurde aber 1090 erneut angegriffen. Damit endete das angebliche «Goldene Zeitalter» der Juden in Spanien.

Geboren:

1880 wird Alfred Einstein in München geboren. Er ist nicht verwandt mit Albert Einstein, besucht aber mit ihm einige Jahre die gleiche Schule. Schon als Kind begann er äusserst erfolgreich mit dem Geigenspiel. Nachdem er nach nur zwei Semestern das Jura Studium abgebrochen hatte, begann er an der Akademie der Tonkunst in München das Studium der Musikwissenschaften. 1903 promovierte er mit seiner Arbeit über die mittelalterliche «Viola da gamba». [Diese werden, anders als die üblichen Armgeigen je nach Grösse, i.e. nach Tonlage zwischen den Knien oder auf den Knien gehalten, wobei der Hals senkrecht nach oben weist.] Die anschliessende Habilitation wurde ihm von seinem Doktorvater, Adolf Sandberger, verweigert. Der Grund war, wie Einstein vermutete, dessen antisemitische Haltung. Dennoch verhalf dieser ihm 1918 zur Einstellung als Herausgeber der «Zeitschrift für Musikwissenschaften». Eine akademische Laufbahn blieb ihm, wohl aufgrund der antisemitischen Grundhaltung der Universitäten während der Weimarer Republik, verwehrt. Aus ebendiesem Grunde wurde auch seine Bewerbung an der Universität Heidelberg abgelehnt. Seinen Lebensunterhalt verdiente er weiterhin mit Privatunterricht und gelegentlichen journalistischen Tätigkeiten, die ihn auch nach Berlin brachten, wo er erneut auf Albert Einstein traf, der ihm später half, ein Visum für die Emigration in die USA zu erhalten. Dort fand er endlich die Arbeitsbedingungen, die er sich erhofft hatte, eine Mischung aus Forschung und Lehre. Am 13. Febr. 1952 verstarb er an den Folgen eines Herzinfarktes.

Gestorben:

2012 verstarb Rita Levi-Montalcini, die am 22. April 1909 in Turin geboren wurde, in Rom. Der frühe Tod ihres Kindermädchens war der Auslöser für ihren Wunsch, Medizin zu studieren. Zwischen 1930 und 1936 studierte sie an der Universität Turin und widmete sich anschliessend der neurologischen Grundlagenforschung bei Prof. Giuseppe Levi. 1931 legte der den von der Regierung geforderten Treueeid auf «das faschistische Regime» ab, um weiter forschen und lehren zu können. Im Jahr 1936 verweigerte Mussolini jüdischen Frauen den Zugang zu akademischen Positionen, sodass sie nach Belgien emigrierte, allerdings später nach Italien zurückkehrte und in ihrer Privatwohnung weiter forschte. Zwischen 1943 und 1945 lebte sie versteckt in Florenz. Nach dem Ende des Krieges verlegte sie ihr Arbeitsgebiet in Flüchtlingslager, wo sie die immer wieder auftretenden Seuchen bekämpfte. Zwischen 1969 und 1979 leitete sie das Laboratorium für Zellbiologie an der Universität Rom. 1986 erhielt sie gemeinsam mit Stanley Cohen den Nobelpreis für Medizin. 1974 wurde sie von Papst Paul VI. als erste Frau in die «Päpstliche Akademie der Wissenschaften» aufgenommen. 2001 wurde sie als Senatorin des Senats gewählt. Zweimal lehnte sie die Einladung, als Alterspräsidentin der Eröffnung des Parlaments vorzusitzen ab. 



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