Was geschah am 7. Januar?

5. Shevat 5782

Geboren:

1800 wird Moritz Daniel Oppenheimer im Getto von Hanau geboren. Zunächst besuchte er die jüdische Grundschule. 1806 wurde nach dem Einmarsch der französischen Armee das Ghetto aufgelöst. Ab 1810 erhielt er Zeichenunterricht an der Kurfürstlichen Zeichenakademie. Er ist der erste jüdische Schüler, der die «Hohe Landesschule» besuchte. Neben dem Besuch dieser Schule erhielt er bereits mit 14 Jahren einen Kopierauftrag, den ihm sein Lehrer Conrad Westermayr vermittelt hatte. Im gräflichen Schloss Emmerichshofen in Kahl a.M. erhielt er als erster jüdischer Künstler eine akademische Ausbildung. Während der Ausbildungszeit arbeitete er bereits für den Finanzminister des Grossherzogstums Frankfurt. Im Alter von 18 Jahren ging er nach München, wo er seine Ausbildung an der Königlichen Akademie der Künste vervollständigte, bevor er wieder nach Frankfurt zurückkehrte. In den folgenden Jahren reiste er. Nach Paris, Rom, Florenz und Neapel. 1824 nahm er an einem Zeichenwettbewerb an der Accademia di San Luca in Rom teil, gewann den ersten Preis, der ihm aber aufgrund seines jüdischen Glaubens sofort wieder aberkannt wurde. In Neapel traf er auf seinen späteren Förderer und Arbeitgeber, Baron Carl Mayer von Rothschild für den er lange Zeit als Porträtmaler und Kunsthändler tätig war. Lange Zeit war seine Berufung als Maler nicht selbstverständlich. Nicht nur, weil es im zweiten Gebot heisst «du sollst dir kein Bildnis machen», sondern auch aus der Nähe zur christlichen Kirche abgeleitet, wurde die Malerei in jüdischen Kreisen skeptisch betrachtet. Im Gegensatz zu anderen Malern trat er nicht zum Christentum über. Zeitlebens blieb er auch von der Themenwahl seiner Bilder seinen jüdischen Wurzeln verbunden. Sein Bild «Lavater und Lessing bei Moses Mendelsohn» thematisierte er die jüdische Emanzipation als Teil der Aufklärung. Sein innerer Diskurs als Jude, Bürger und Künstler wird immer wieder in seinen Werken gespiegelt. Oppenheimer verstarb am 25. Febr. 1882 in Frankfurt a.M.

1858 wird Eliezer Ben-Jehuda in Luschik (Russisches Kaiserreich) geboren. Nach einer problematischen Jugendzeit begann er mit 13 Jahren sein Studium an einer Jeshiwa. Sein Onkel, bei dem er aufgewachsen war, hatte die Hoffnung, dass er sich Rabbiner ausbilden lassen würde. Jedoch wurde er von einem Rabbiner mit der Gedankenwelt der Aufklärung vertraut gemacht. Aus dem orthodox aufgewachsenen Knaben wurde ein Freigeist, der sich auch äusserlich von seinen Wurzeln trennte. Kultur und moderne, weltliche Literatur. Dieser Literatur war es, wegen der man ihn von der Jeshiwa verwies. Sein Onkel entzog ihm jegliche Unterstützung und verwies ihn des Hauses. Nach einiger Zeit, in der er heimatlos herumwanderte, fand er Aufnahme bei einer liberalen jüdischen Familie in Glubokoje (Weissrussland). Die Tochter des Hauses, seine zukünftige Ehefrau unterrichtete ihn in Französisch, Deutsch und Russisch. So vorbereitet konnte er das Gymnasium beginnen und 1877 mit der Matura abschliessen. Den Russisch-Osmanischen Krieg (1877-78) brachte die Selbstständigkeit für die Balkanvölker. In ihm wuchs die Sehnsucht nach einem eigenen Staat mit eigener Sprache für die Juden. So wurde er zum glühenden Zionisten. Sein weiterer Weg führte ihn nach Paris, wo er an der Sorbonne Medizin studierte. In seinem intellektuellen Umfeld stiess er auf weitere Unterstützer des zionistischen Gedankens. Seine erste Veröffentlichung in der hebräischen Zeitschrift «HaSchachar» (Die Morgenröte) widmete er seinen politischen Vorstellungen und rief zur Auswanderung nach Palästina auf. Im Hebräischen sah er die einzig mögliche gemeinsame Sprache aller Juden in Palästina. Als Vorbereitung für seine Auswanderung liess er sich zum Ausbilder für eine Landwirtschaftsschule schulen. Die Tochter seines Gastgebers und er heirateten 1881 knapp vor der Abreise nach Jaffa. Er hatte angekündigt in der Familie nur mehr Hebräisch sprechen zu wollen, musste aber feststellen, dass in Palästina nur in sephardischen Kreisen Hebräisch gesprochen wurde und der Sprachschatz ein sehr geringer war. So begann Ben-Jehuda damit, die hebräische Sprache zu erforschen und alltagstaugliche Begriffe einzuführen. 1890 gründete er den Vorläufer der «Akademie für die Hebräische Sprache» und begann sein Buch, «Vollständiges Wörterbuch des alten und modernen Hebräisch» zu schreiben. 1891 verstarb seine Frau Deborah und hinterliess sieben Kinder. Er blieb jedoch nicht lange allein, sondern heiratete nach der Trauerzeit Deborahs jüngere Schwester Paula. 1894 veröffentlichte er einen Artikel seines Schwiegervaters. In diesem gab es eine ungeschickte Formulierung, in der die Osmanen eine Aufforderung zum Putsch sahen und ihn verhaften liessen. Er wurde durch Bestechung und internationale Interventionen freigelassen, durfte aber nichts mehr publizieren. Ab 1910 erschienen die ersten sechs Bände seines Wörterbuches bei Langenscheidt, abgeschlossen wurde es erst nach seinem Tod. 1922 gelang es Ben-Jehuda, den Hochkommissar des britischen Mandats davon zu überzeugen, Hebräisch neben Arabisch und Englisch zur offiziellen Amtssprache zu machen. Ben-Jehuda verstarb am 16. Dez. 1922 in Jerusalem.



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