28. Shevat 5782
Gestorben:
2010 verstarb Ruth Cohn, geboren 27. Aug 1912 in Berlin, in Düsseldorf. Sie stammte aus einer wohlsituierten, assimilierten jüdischen Familie, welche 1933, nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, nach Zürich flüchtete. Damit endeten auch ihre 1931 begonnen Studien der Nationalökonomie und Psychologie an den Universitäten Heidelberg und Berlin. In Zürich studierte sie zusätzlich Psychologie, Pädagogik, Theologie, Literatur und Philosophie.
Zeitgleich unterzog sie sich bei Medard Boss (1903 – 1990) der Ausbildung zur Psychoanalytikerin. Boss hatte sich bei Freud während seines Studiums einer Analyse unterzogen und arbeitete später mit C.G. Jung zusammen. Während seiner Arbeit an der Burghölzli-Klinik in Zürich traf er auf Eugen Bleuler, der sich seinerseits intensiv mit den Psychoanalyse Freuds auseinandergesetzt hatte. Bleuler war der erste Psychiater, der eine klare Trennung zwischen körperlichen Symptomen und seelischer Gesundheit ablehnte und diesen Ansatz auch in der Behandlung von seinen Patienten in der Psychiatrie einsetzte.
Boss führte den Ansatz seines Ausbilders fort, nicht mehr ausschliesslich nach den Erklärungen für psychiatrische Störungen zu suchen, sondern sie als Teil der Ganzen im Patienten zu verstehen. Hierzu ist es notwendig, dass der behandelnde Arzt/Therapeut als Partner in den Behandlungsverlauf eingebunden ist. In der Psychoanalyse gibt es das Konzept der Übertragung/Gegenübertragung als Teil des Therapieverlaufes.
Cohn wanderte 1941 in die USA aus, wo sie neben weiterbildenden Studien von 1946 bis 1972 eine psychotherapeutische Praxis betrieb, wobei sie sich mehr und mehr von der klassischen Psychoanalyse abwandte. Bereits 1960 setzte sie erstmals das von ihr entwickelte TZI (Themenzentrierte Interaktion) in der Praxis ein. Entsprechende Ausbildungsstätten gründete sie 1966 in New York und 1972 in der Schweiz.
TZI wird vor allem in der Arbeit mit Teams oder Gruppen eingesetzt. Jede Gruppe wird von vier Faktoren bestimmt: dem Individuum (Ich), der Dynamik innerhalb der Gruppe (Wir), dem Umfeld, in dem die Gruppe lebt (Globe) und die Aufgabe der Gruppe (Es). Ich und Es sind aber nicht zu verwechseln mit dem Strukturmodell Freuds. Ziel der Arbeit ist es, die dynamische Balance zwischen den vier Faktoren zu erreichen.
1974 kehrte Cohn in die Schweiz zurück und hatte bis 2002 ihren Wohnsitz in Hasliberg. Bis 1998 war sie als Beraterin für die reformpädagogische Schule «Ecole d’Humanité» tätig. Ab 2002 lebte sie bis zu ihrem Tod in Düsseldorf.
Was in Israel geschah:
1950 Das Aussen- und das Verteidigungsministerium verlängern den obligatorischen Wehrdienst für Frauen von einem auf zwei Jahre.
1965 Bei Ausgrabungen in Massada, der Felsenfestung Herodes’ am Toten Meer, unter der Leitung von Yigal Yadin (1917 – 1984) und in Qumran wurden wichtige historische Belege des frühen jüdischen Lebens in der Region aufgefunden. So unter anderem Rollen mit dem 5. Buch Moses «Dwarim» und Tonscherben mit dem Namenszug «Ben Yair». Yair war der Kommandant von Massada zur Zeit der Eroberung durch die Römer. Die in der Festung lebenden Juden zogen es vor, den Freitod zu wählen, anstatt sich in die Hände der Römer zu begeben.
1971 fanden in Bangkok die Asian Champion Club Tournaments statt. Israel gehörte bis 1974 korrekterweise noch der asiatischen Fussballgruppe an, wurde dann aber nach dem Boykott der arabischen Staaten ausgeschlossen. Die Aufnahme in die UEFA wurden von den Ostblockstaaten abgelehnt. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks jedoch wurde die Aufnahme in die UEFA vollzogen. Im Finalspiel des Turniers im Jahr 1971 lehnte der irakische Verein al-Shorta es ab, gegen Israel anzutreten, sodass Israel das Turnier kampflos gewann.
Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline
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