20. Adar I 5782
Terror:
1970 fand der schlimmste Terroranschlag in der Schweiz statt. Der Flug LX 330, eine Convair CV-990 Coronado hatte vor wenigen Minuten den Flughafen Zürich mit Ziel Tel Aviv verlassen, als um 13:33 eine Bombe im Frachtraum der Maschine explodierte.
Der Pilot, Karl Berlinger, konnte die Maschine nicht mehr abfangen, sie stürzte bei Würenlingen, nahe Zürich in ein Waldstück. In der Maschine kommt es unmittelbar nach der Explosion zu einem starken Druckabfall, die Geräte fallen nacheinander aus, die Kabine und das Cockpit sind voller Rauch. Der Co-Pilot, Armand Etienne, meldet die Notsituation an den Tower in Kloten und kurz darauf setzt er die letzte Meldung ab «330 is crashing. Goodbye everybody. Goodbye everybody»
Alle 47 Personen an Bord, 38 Passagiere, darunter auch 15 Israelis, und 9 Besatzungsmitglieder überleben den Absturz nicht.
Mehr Glück hatte am gleichen Tag eine Maschine der Austrian Airways auf dem Weg von Frankfurt nach Wien. Kapitän Herbert Thill gelang es, nach einer Explosion um 10:50 die Maschine trotz einer erheblichen Beschädigung in Frankfurt notzulanden. Es gab keine Verletzten.
Entsprechend eines Dokumentes des FBI aus dem Jahr 1970, welches aber erst 2008 freigegeben wurde, seien zwei nicht identifizierte Deutsche bei beiden Anschlägen massgeblich beteiligt gewesen.
Schon im September 1969 seien sie zu einer jordanischen Terrorgruppe gestossen und dann, ab dem 10. Februar 1970 am Bau beider Bomben beteiligt gewesen. Diese sollten beim Erreichen einer Flughöhe von 10.000 m durch die Zündung eines Höhenmessers zur Explosion gebracht werden.
Die Bomben sollten in Direktlügen der EL AL von Frankfurt und Zürich nach Tel Aviv deponiert werden. Auf Grund von verspäteten EL AL Flüge wurden die Pakete in Frankfurt in Postsäcke der AA nach Wien und in Zürich der SWISSAIR nach Tel Aviv verlanden.
Der jordanische hauptverantwortliche Terrorist, Sufian Kaddoumi behauptet, die beiden deutschen Helfer seien in Wahrheit israelische Agenten gewesen, die dafür gesorgt hätten, dass keine EL AL Maschine zu Schaden kommen würden. Gleichzeitig sollte es so aussehen, dass die Anschläge den Palästinensern in die Schuhe geschoben werden konnten. Bei aller, manchmal harten Vorgangsweise, aber europäische Fluglinien würde der Mossad niemals angegriffen haben.
Im November 2000 wurde das Strafverfahren ohne Ergebnis eingestellt. Der Tat dringend verdächtigt waren Sufian Radi Kaddoumi und Badawi Mousa Jawher, sowie Yaser Qasem und Issa Abdallah Abu-Toboul. Sie konnten aber von den Bundesbehörden nie festgenommen, geschweige denn überführt werden.
Ob es, wie Marcel Gyr (NZZ) 2016 in seiner These einer politischen Reaktion auf die Serie der die Terroranschläge von Februar 1969 (s. 19. Februar), Februar 1970 und September 1970 festhielt, ist nicht nachweisbar. So soll der damalige Bundesrat Pierre Graber mit der PLO ein Stillhalteabkommen ausgehandelt haben. Dementsprechend sollte die Schweiz nicht mehr zur Zielscheibe von Terror werden. Im Gegenzug würde sich die Schweiz für die diplomatische Anerkennung der PLO an der UNO in Genf einsetzen.
Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline
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