2. Adar II 5782
Geschichte:
1975 in der Nacht vom 4. auf den 5. März war das Hotel Savoy in Tel Aviv Schauplatz eines schrecklichen Terrorangriffes, wobei das Hotel wahrscheinlich gar nicht der eigentlich ausgesuchte Ort war, der angegriffen werden sollte. Drahtzieher des Anschlages war Abu Jihad (Vater des Jihad), mit bürgerlichem Namen Chalil al-Wazir, der stellvertretende PLO- Chef. Al-Wazir gilt auch als Drahtzieher hinter dem Beginn der ersten Intifada (1987-1993). Die PLO ist eine Abteilung der PA.
Ursprünglich sollte ein Objekt in Nahariya angegriffen werden, konnte jedoch von den Terroristen nicht lokalisiert werden. Der nächste geplante Ort war der Manshiya Neighborhood Youth Club in Jaffo. An dieses alte Viertel der Stadt Jaffo erinnert nur noch die Hassan Beq Moschee zwischen dem Hotel Intercont und den Ruinen des Nachtclubs «Delphinarium», der in der Nacht vom 1. auf den 2. Juni 2001 von Hamas Terroristen in die Luft gesprengt wurde. Sollte auch hier wieder keine eindeutige Lokalisierung möglich sein, so seien alle in der Nähe liegenden Gebäude angegriffen werden.
Das Ziel war es, Geiseln zu nehmen und palästinensische Häftlinge freizupressen. Anschliessend solle es freies Geleit nach Damaskus geben. Gelänge dies nicht, solle man die Geiseln umbringen und anschliessend Selbstmord begehen. Im Falle einer Gefangennahme solle man als Grund für den Anschlag die Verhandlungen zwischen Israel und Ägypten angeben, die gestört werden sollten.
Die zwei Terrorgruppen kamen auf einem Schiff, das im libanesischen Tyros gestartet war. 60 km vor der Küste stiegen sie auf vier kleinere Boote um, die sie an Land bringen sollten. Sie wurden jedoch von einer Polizeipatrouille entdeckt, die zwei der Boote durch Beschuss zur Explosion brachte.
Die überlebenden Terroristen versuchten zu fliehen, liessen die meisten Waffen zurück. Das Savoy war das einzige beleuchtete Haus. Beim Versuch, es einzunehmen, wurden drei Personen getötet, drei konnten fliehen, die anderen Gäste und Mitarbeiter wurden als Geiseln genommen. Sie wurden in die oberste Etage des Hotels gebracht und dort eingeschlossen.
Moshe Deutschmann, ein Soldat der Golani Brigade, wollte zu Hilfe eilen. Beim Versuch, jene Terroristen, die das Hotel verlassen wollten zu stoppen, wurde er tödlich getroffen.
Als israelische Sicherheitskräfte sich dem Hotel näherten, zündeten die Terroristen einen Sprengsatz, der das Haus teilweise zum Einsturz brachte. Am Morgen des 5. März stürmte die israelische Anti-Terroreinheit Sayeret Matkal das Gebäude, tötete sieben der Terroristen und nahm den achten fest. Fünf Geiseln konnten befreit werden, fünf andere wurden bei der Operation getötet. Der Kommandant Uzi Yairi überlebte die Befreiungsaktion ebenfalls nicht.
Das Schiff, das die Terroristen nach Israel gebracht hatte, wurde am nächsten Tag aufgebracht und die Besatzung wurden festgenommen.
Der US-Aussenminister Henry Kissinger, der gerade in Israel weilte, besuchte mit PM Rabin am nächsten Tag die Strandpromenade, wo sich der Anschlag abgespielt hatte. Er beschwor PM Rabin «weiter mit ihm an einer Verhandlungslösung zu arbeiten, denn die Alternative dazu seien nur mehr Tragödien für die betroffenen Völker und schließlich für die ganze Welt«.
2022 Israel hat bisher 1.555 Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen. 150 von ihnen sind nach dem «Rückkehrrecht» berechtigt, sofort in Israel eingebürgert zu werden. Innenministerin Shaked betonte, man sei auf über 100.000 Flüchtlinge vorbereitet. Auch wenn man sich auf jüdische Personen konzentriere, so wolle man sich sehr flexibel zeigen und auch den anderen Flüchtlingen einen Aufenthaltsstatus geben.
2022 Am frühen Vormittag ist PM Naftali Bennett zusammen mit Wohnbauminister Ze’ev Elkin, Sicherheitsberater Eyal Hultata, der diplomatischen Beraterin Shimrit Meir und Sprecher Matan Sidi nach Moskau geflogen. Elkin hat in den vergangenen zehn Jahren immer wieder als Übersetzer bei Treffen zwischen dem PM und Präsident Putin fungiert. Vor dem Abflug wurden sowohl die USA als auch die Ukraine über den Besuch informiert.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelensky hatte in den vergangenen Tagen zweimal mit PM Bennett gesprochen und ihn um Mediation zwischen der Ukraine und Russland gebeten. Für Israel ist jede klare pro ukrainische Haltung ein Tanz auf dem Vulkan. Immerhin stehen russische Truppen in Syrien und stellen deshalb eine unmittelbare Bedrohung Israels dar.
Das Treffen dauerte etwa 2 ½ Stunden. In einem vom Büro des PM veröffentlichten Bericht wird weder das Wort «Ukraine» noch die Invasion Russlands explizit erwähnt.
Dem streng religiösen PM ist, ebenso wie dem Wohnbauminister Elkin, das Reisen am Shabbat verboten. Aber es gibt zu diesem religiösen Gesetz Ausnahmen. Und die gelten immer dann, wenn es darum geht, lebenserhaltenden medizinische Massnahmen zu ergreifen oder wenn Menschenleben durch eine gestörte Sicherheitssituation gefährdet sind. Und das trifft leider auf die Situation in der Ukraine derzeit zu!
Geboren:
2022 wurde am 27. Februar, wie erst heute berichtet, der noch namenlose Sohn von Hani und Eliezer Kochav-Lev in Jerusalem geboren.
Vor gut einem Jahr war das Ehepaar nach Kiew gereist, um dort als Lehrer und Erzieher in der jüdischen Gemeinde zu arbeiten. Als der Krieg in der Ukraine ausbrach, beschlossen sie, sofort nach Israel zurückzukehren. Mit viel Glück fanden sie ein knappes Zeitfenster zum Ausreisen, bevor die Grenzen sich schlossen.
So gelang es ihnen, wenige Tage vor dem errechneten Geburtstermin, wieder daheim in Jerusalem anzukommen.
Im Kreisssaal im Shaare Zedek Medical Center waren während der Geburt ungewöhnliche Gefühle zu spüren. Einerseits die normale freudige Anspannung, aber auch Momente der Trauer, wenn schlechte Informationen von den in Kiew verbliebenen Freunden über WhatsApp kommuniziert wurden. Diese hatten sich so weit als möglich im Keller der Synagoge verschanzt, einigen war es gelungen, nach Polen zu fliehen, aber es gab auch Todesfälle.
Der Start ins Leben wäre für den kleinen Jungen ganz anders verlaufen, wenn es den Eltern nicht gelungen wäre, Kiew rechtzeitig zu verlassen. Morgen soll der Kleine seine brit mila und dann auch seinen Namen erhalten.
Viel Glück und nur Gesundheit und Frieden der jungen Familie!
Kategorien:Aus aller Welt, Timeline
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