7. Adar II 5782
Geschichte:
1949 Mit der Operation «Fliegender Teppich» oder «Operation Wings of Eagles» werden bis 1950 etwa 47.000 Juden aus dem Jemen nach Israel geflogen. Die meisten Flüge wurden von Alaska Airlines, sowie britischen und amerikanischen Transportflugzeugen durchgeführt. Zu den jemenitischen Juden kamen noch 1.500 aus der Region Aden und etwa 500 aus Eritrea.
Die Aktion war nicht ungefährlich. So musste einmal ein Flugzeug in Kairo zwischenlanden, um aufgetankt zu werden. Die Ägypter durften aber unter keinen Umständen erfahren, dass sich an Bord nur jüdische Flüchtlinge befanden. Der Pilot griff zu einer Notlüge und behauptete, an Bord befänden sich ausschliesslich Passagiere, die an Windpocken erkrankt seien und er bat um Unterstützung durch Krankenwagen. Die Ägypter schickten jedoch Tanklaster um die Maschine so schnell als möglich wieder loszuwerden.
Notwendig geworden war die Evakuierung der Juden, nachdem im Zusammenhang mit dem UN-Teilungsplan Zusammenstösse in Aden zwischen Moslems und Juden zur Tötung von 82 jüdischen Bürgern und zur Zerstörung ihrer Häuser und Beschlagnahmung ihres Eigentums führten. Die nun existenzlos gewordenen Menschen sammelten sich im «Camp der Erlösung», um von dort aus in den jungen Staat Israel auszuwandern. Erst nach Beendigung des Unabhängigkeitskrieges gab der neue Regierungschef des Jemen, Imam Ahmad ibn Yahya seine Zustimmung zum Lufttransport.
Für die Flüchtlinge begann ein völlig neues Leben. Die meisten von ihnen waren Landwirte gewesen und mussten sich nun in einer gänzlich anderen Lebenswelt zurechtfinden.
Im Zusammenhang mit der Rettung der Juden «verschwanden» in Israel etwa 5.000 Kinder, Säuglinge und Kleinkinder. Sie verschwanden aus den Übergangslagern, in dem die Flüchtlinge untergebracht worden waren. Nach und nach vermuteten die Eltern, dass ihre Kinder anderen kinderlosen Eltern, Flüchtlingen aus Europa übergeben worden waren. Die meisten Schicksale konnten nie aufgeklärt werden und es blieb der Vorwurf an die damalige Regierung bestehen, systematischen Kindesraub betrieben zu haben.
2016 erst war ein Grossteil der Akten, die in Jerusalem unter Verschluss lagen, freigegeben worden. Im Jahr 2021 anerkannte die Regierung dieses Verbrechen offiziell und gab bekannt, die betroffenen Familien finanziell zu entschädigen.
Das Leid der betroffenen Familien kann damit aber nie geheilt werden.
Der Krieg in der Ukraine:
Ganz andere Sorgen haben derzeit die Leihmütter in der Ukraine. Bereits seit zwei Jahren warten zahlreiche Babys und Kleinkinder darauf, dass ihre Eltern, die sie quasi bestellt haben, sie aus dem Hotel Venice in Kiew abholen. Zunächst durften sie aufgrund der Corona bedingten Massnahmen nicht einreisen, um ihr Kind in Empfang zu nehmen und jetzt verhindert der Krieg die Familienzusammenführung. In Deutschland ist das Geschäft mit Leihmüttern verboten, in der Ukraine aber erlaubt. 65 Babys waren es im Sommer 2020. Die Fahnen auf dem Dach des im Rokokostil erbauten Gebäudes wehen als Stellvertreter für die Eltern, die aus China, Argentinien, Deutschland, Italien und Frankreich stammen.
Die Nähe zur EU hat das Geschäft zum Blühen gebracht. Zwischen 30.000 und 50.000 Euro kostet der Vorgang. € 15.000 erhält die Leihmutter nach der erfolgten Geburt, während der Schwangerschaft freie Kost und Logis. Eine win:win Situation. BioTexCom Centre for Human Reproduction ist das grösste Reproduktionszentrum weltweit.
Der Krieg hat die Lage noch weiter verschlimmert. Sarit und Alex Haiman haben ihre Leihmutter über ein Büro von BioTexCom in Israel gefunden. Die 37 Jahr alten Ukrainerin, die bereits zwei eigene Kinder hat, ist im sechsten Monat schwanger mit dem Kind der Haimans. Immerhin haben sie noch Video-Kontakt mit ihr.
Die Haimans versuchen nun alles, um sie mit ihren Kindern nach Israel zu bringen. Selbstverständlich wollen und werden sie auch die Kosten für die Reise übernehmen. Das Aussenministerium hat zugesagt, dass sie die drei sicher nach Israel bringen werden, wenn sie es zu einem der Grenzposten schaffen, an denen israelische Beamte und Mitarbeiter des Magen David Adom zur Assistenz der Flüchtlinge bereitstehen.
Gelingt es nicht, die Leihmutter nach Israel zu bringen, so werden die Haimans nicht nur ihren Kinderwunsch aufgeben müssen, sondern sie werden sich auch damit abfinden müssen, dass die bereits investierten US$ 77.000 verloren sein werden.
Kategorien:Israel
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