Was geschah am 1. April?

29. Adar II 5782

Geschichte: 

1933  begann in ganz Deutschland der Judenboykott und damit die gezielte Verdrängung der Juden aus dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben. Grundlage war das 25 Punkte Programm, welches Hitler am 24. Februar 1920 im Hofbräuhaus verkündet hatte. In den Punkten 4 bis 8, sowie 23 und 24 wurden ausdrücklich gegen rassistisch definierte Juden beschlossene  Massnahmen definiert.

Die deutsche Staatsbürgerschaft wurde ihnen entzogen und sie wurden der Fremdengesetzgebung unterstellt. Aus allen Ämtern der Politik sollten sie entfernt werden. Käme es zu einer Ernährungskrise, würden sie ausgewiesen. Juden durften aus dem Ausland nicht einwandern. Mitarbeit an Zeitungen und Radio, sowie eine finanzielle Beteiligung waren untersagt. Die Religionsfreiheit wurde eingeschränkt.

Der wieder erstarkende Antisemitismus war in Deutschland nichts Neues. Schon Ende des 19. Jahrhunderts gab es seitens des Kriegsministeriums das klare Verbot, bei jüdischen Lieferanten einzukaufen. In der Zeit der Weimarer Republik forderte u.a. die evangelische Kirche (!) zu Boykottmassnahmen auf.

Mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 wurden die Angriffe auf jüdische Geschäfte intensiviert. Nach den Reichstagswahlen im März 33 gehörten sie zum täglichen Programm der SA. Zu den Plünderungen jüdischer Geschäfte kamen Entführungen, Folterungen und gezielte Tötungen der jüdischen Geschäftsleute. 

Das Vorfeld des Judenboykotts nutzte Julius Streicher, der Herausgeber des Parteiorgans «Der Stürmer», um gezielte antisemitische Hetzartikel zu veröffentlichen.

In der Weltpresse wurden die antijüdischen Angriffe auf Juden sehr negativ beurteilt. In den USA und in Grossbritannien riefen dort lebende Juden die Bevölkerung auf, deutsche Waren zu boykottieren. Dies wiederum wurde in Deutschland als Affront gegen die deutsche Regierung angesehen. 

Die Reaktion darauf könne, so war die einstimmige Meinung, nur in einem vollkommenen Boykott jüdischer Geschäfte liegen. Dieser wurde für die Zeit ab dem 1. April 1933 festgelegt. Das Ende der Massnahmen war offen. Geplant war, sie am Abend des 1. April zu beenden und dann dem Ausland drei Tage Zeit zu geben, seinerseits die anti deutschen Massnahmen zu beenden. Sollte dies nicht geschehen, würde der Boykott fortgesetzt. 

Die deutsche Bevölkerung verhielt sich während der Boykottmassnahamen ruhig und bezog keine Stellung für die eine oder andere Seite. Deshalb wurde der Judenboykott am Ende des 4. Tages ohne Ergebnis als beendet betrachtet.

Moderne Medien:

2022 Zahlreiche Benutzer der israelischen Telefongesellschaft Partner sahen heute Vormittag folgende SMS auf ihrem Handy: «Dies ist eine Meinungsumfrage, bei der wir dich als garantiert Unbeteiligten ausgesucht haben. Was sagst du zum Thema Intelligenz?»

Pessach:

2022 untrennbar mit Pessach verbunden sind Mazzot, jene fladenähnlichen, nach nichts schmeckenden ungesäuerten Brote. Sie bestehen aus nichts anderem als aus Mehl und Wasser. Ihre Herstellungszeit darf, so weiss jedes jüdische Kind, nicht länger als 18 Minuten dauern. Wird diese Zeit überschritten, so könnte es sein, dass der Mazzeteig beginnt zu gären. Und damit wäre sie für den Verzehr an Pessach unbrauchbar. 

Knapp 91.000 kg der besonders sorgfältig hergestellten «Shmura Mazze» wollte die Ukraine in diesem Jahr in die USA, nach Europa aber auch nach Israel liefern. Doch dann kam der Krieg. 9.000 kg waren unmittelbar vor dem russischen Angriff auf Schiffe mit Ziel USA verladen worden. Nun sitzen sie fest. Der Leiter der Mazze Produktionsstätte sagt, er kann sie dann wieder zurück in die Ukraine holen, wenn er sie als Verpflegung für das ukrainische Militär anfordert.

15 – 20 % des US-amerikanischen Bedarfs werden mit Mazzot aus der Ukraine abgedeckt. Die Box mit ½ Kg kosten leicht zwischen 20 und 60 US$. Einfache Mazzot kosten in der 2.5 kg Box hingegen nur 10 US$. Die Produktion beginnt in Dnipo unmittelbar nach Chanukka. Dnipo ist das jüdische Zentrum der Ukraine. Die meisten Mitarbeiter sind geflohen. Was jetzt produziert wird, bleibt im Land. 

Damit es zumindest in der Ukraine zu keinem Mazze-Engpass kommt, habt sich Grossbritannien angeboten, eine Million Mazzot zu schicken. 



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

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