ב“ה
7./8. Nissan 5782 8./9. April 2022
Shabbateingang in Jerusalem: (Kerzenzünden) 18:23
Shabbatausgang in Jerusalem: 19:41
Shabbateingang in Zürich: 19:47
Shabbatausgang in Zürich: 20:54
Shabbateingang in Wien: 19:17
Shabbatausgang in Wien: 20:24
הַצָּרַעַת – Ha‘tzara’at und הַמְּצֹרָע – mezora so steht es in Lev. 14:3 und die Rede scheint von einer Krankheit zu sein, die landläufig als Lepra bekannt ist. Lepra ist eine der ältesten bekannten Krankheiten. Ursprünglich war sie unter dem deutschen Begriff Aussatz bekannt. Aussatz stand bis zum 13. Jahrhunderte auch für die Schuppenflechte. Seit es Antibiotika gibt, ist Lepra heilbar.

Schon in Ex 4: 3 – 7 lässt Gott Moses kurzfristig von der Krankheit befallen «Als er sie [aus dem Gewand] herauszog, was eine Hand von Aussatz weiss wie Schnee».
Auch Mirijam, die Schwester Moses, wurde mit ha’tzara’at geschlagen, als sie gegen ihren Bruder zwar nicht aufmuckte, aber ihn mit anderen Propheten verglich. Aaron setzte sich für sie ein, dass sie doch sogleich wieder geheilt werden sollte, aber sie musste sich bis zu ihrer Genesung absondern von den anderen (Num 12:10-15). Was war der Anlass der Bestrafung gewesen? Hier finden wir die Lösung des für uns bisher fast unlösbaren Verständnisproblems. Mirijam hatte gegen die Frau von Moses gespottet und gelästert. Sich als etwas Besseres empfunden. Nichts anderes als üble Nachrede, lashon ha’ra!
Maimonides, der grosse Denker, Religionslehrer und Mediziner, schreibt in Mishne Torah, Tuma’at Tsara’t, Kapitel 16:10
«Tzara’at ist ein Sammelbegriff für viele Leiden, die einander nicht ähneln. Denn das Bleichen der Haut einer Person wird tzara’at genannt, ebenso wie das Ausfallen einiger Haare auf dem Kopf oder Bart und die Veränderung der Farbe von Kleidung oder Häusern.
Diese Veränderung, die Kleidung und Häuser betrifft, die die Torah mit dem allgemeinen Begriff tzara’at beschrieb, ist kein natürliches Ereignis. Stattdessen ist es ein unter den Juden weitverbreitetes Zeichen und Wunder, sie vor lashon ha’ra, „unerwünschter Rede“, zu warnen. Wenn jemand lashon ha’ra spricht, ändern die Wände seines Hauses die Farbe. Wenn er bereut, wird das Haus gereinigt. Beharrt er jedoch auf seiner Bosheit, bis das Haus zerstört ist, verfärben sich die Ledergeräte in seinem Haus, auf denen er sitzt und liegt. Wenn er bereut, werden sie gereinigt. Wenn er auf seiner Bosheit beharrt, bis sie verbrannt sind, ändern die Kleider, die er trägt, die Farbe. Wenn er bereut, werden sie gereinigt. Wenn er auf seiner Bosheit beharrt, bis sie verbrannt sind, verändert sich seine Haut und er entwickelt tzara’at. Dies führt dazu, dass er isoliert wird und bekannt gemacht wird, dass er allein bleiben muss, damit er nicht in das Gerede der Bösen verwickelt wird, das Torheit und lashon ha’ra ist.»
Tzara’at ist also nichts anderes als die Strafe Gottes, die Sichtbarmachung des Übels. Und darum muss der Weg des Erkrankten auch zum Priester führen, der die Ursache der Bestrafung erkennen und entsprechend handeln wird. Bei Maimonides lesen wir weiter unten im Text, dass neben lashoh ha’ra auch Hochmut zu dieser Strafe führen kann.
Bleibt noch zu hinterfragen, warum Häuser mit tzara’at befallen werden können? Hier hilft es zu erkennen, dass für das Volk Israel der Begriff «Haus Israel» steht. Sozusagen als schützende Hülle um das gesamte Volk, aber auch um den Einzelnen. Im Sinne von «pars pro toto» erkrankt die Hülle, das Haus und alles, was darin ist, wenn auch nur ein Stein, ein Stück «krank», also baufällig geworden ist. Manchmal ist es ausreichend, nur kleine Renovierungsarbeiten vorzunehmen, manchmal ist es aber auch notwendig, das ganze Bauwerk einzureissen und neu zu gestalten.
Wir erleben gerade, nicht nur in Israel, sondern weltweit Momente, in denen sich einzelne Teile des Baus, seien es nur verzierende Kacheln, aber auch ganz Stützpfosten als morsch erweisen.
Seien wir aufmerksam, dass diese schändlichen und schädlichen Vorgänge rechtzeitig gestoppt werden können.
Shabbat Shalom!
Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Religion
Hinterlasse einen Kommentar