Was geschah am 9. April? 

8. Nissan 5782

Religion:

1826 wird der grosse Stadttempel in der Seitenstettengasse 4 im 1. Wiener Gemeindebezirk eingeweiht. Durch das Toleranzedikt von Kaiser Josef II. wuchs die jüdische Bevölkerung in Wien schnell und brauchte Bethäuser. Allerdings ging die Toleranz nicht so weit, dass man diese Gebäude von der Strasse her erkennen durfte. 

Der Wiener Stadttempel musste sich daher hinter einem fünfgeschossigen Miethaus, ganz im klassizistischen Stil gehalten, «verbergen». In diesem Haus sind die Büros und andere Räumlichkeiten der Gemeinde untergebracht. Der eigentliche Zugang zum Tempel, der ein eigenständiges, nahezu ovales Gebäude darstellt, ist nur durch das vorgelagerte Haus möglich.

Die Baupläne stammten von Joseph Kornhäusel (1782 bis 1860), dem wohl bekanntesten Architekten seiner Zeit. Insgesamt bietet die Synagoge Platz für 700 Personen im Erdgeschoss und auf der Frauenempore. Der gesamte Innenraum erinnert optisch an ein prächtig ausgestattetes Opernhaus.

Bekannt ist die Verzierung der Kuppel oberhalb des Toraschreines, ein hellblauer, mit Sternen übersäter Himmel, der über den halbplastischen Gesetzestafeln zu schweben scheint.

Als erster Rabbiner amtierte Isaak Mannheimer (1793 bis 1865), der bekannt war für seine Harmonisierungsversuche zwischen dem orthodoxen und dem liberalen Judentum. Auf sein Anraten hin kam Salomon Sulzer (siehe 30. März) als Kantor nach Wien.

Am 14. August 1949 wurden die Särge von Theodor Herzl, seiner Eltern und seiner Schwester vor der Überführung nach Israel im Vorraum der Synagoge aufgebahrt, ebenso wie der des ehemaligen Oberrabbiners Zwi Perez Chajes im Jahr 1950.

Oberrabbiner Chajim Eisenberg liess im Jahr 1984 die Bima, das Lesepult, mehr in die Raummitte versetzen, um wieder vermehrt der orthodoxen Liturgie zu entsprechen. 

Dreimal wurde der Stadttempel Ziel von Anschlägen. 

Am 22. April 1979 konnten Terroristen, Mitglieder der palästinensischen Extremistengruppe «Adler der Revolution» völlig ungehindert in den Hof der Synagoge eindringen und brachten dort Plastiksprengstoff zur Explosion. Verletzt wurde niemand, es entstand grosser Sachschaden. 

Am 29. August 1981 gelang es Mitgliedern der Gruppe Fatah-Revolutionärer-Rat» und damit Angehörigen der PA während des Shabbat Gottesdienstes in den Betraum einzudringen. Mit Handgranaten und Feuerwaffen verletzten sie sowohl Mitglieder des Sicherheitsdienstes und von privaten Wachmannschaften. Einer der Terroristen wurde vor Ort durch einen anwesenden, bewaffneten Detektiv verletzt und konnte festgenommen werden. Der zweite konnte zunächst fliehen, erschoss auf seiner Flucht zwei Zivilisten, warf einen Molotow-Cocktail in einen Polizeiwagen, wurde aber dann ebenfalls festgenommen.

Am 2. November 2020 kam es in unmittelbarer Nachbarschaft der Synagoge, im Bermudadreieck Wiens zu einem Terrorangriff, bei dem fünf Personen getötet und 23 weitere teils schwer verletzt wurden. Der Anschlag wurde von Mitgliedern der Terrormiliz IS ausgeführt. Dieser Anschlag war Teil einer grossangelegten Terrorwelle, die neben der Seitenstettengasse weitere Orte der Wiener Innenstadt erschütterte.

Geschichte: 

1948 gelang es Mitgliedern der Palmach, einer paramilitärischen Bewegung, die eine hochspezialisierte militärische Ausbildung erhielten, den Ort Castel zu befreien. Damit war die freie Zufahrt nach Jerusalem wieder möglich und die Stadt konnte ihren Versorgungsengpass überwinden. Der letzte Kommandant der arabischen Streitkräfte Salman, der seinen Hauptsitz in Jaffa und Ramla gehabt hatte, kehrte nach Ägypten zurück. 

Wissenschaft:

2022 Drei Geschäftsleute, darunter auch Eytan Stibbe, 64, sind gestern zum ersten privaten Raumflug aufgebrochen. Stibbe ist damit, nach Ilan Ramon, der 2003 im schrecklichen Desaster der Columbia Fähre sein Leben verlor, der zweite Israeli auf dem Weg ins Weltall. Heute, am Samstag ist geplant, dass die Rakete an der ISS Raumstation andocken soll. Während der Zeit auf der Raumstation sind zahlreiche Untersuchungen geplant, so dass der Flug nicht als touristisches Experiment gewertet werden kann. Dem Start vorangegangen waren intensive Untersuchungen und Schulungen. Dass selbst nach diesem Flug die touristische Nutzung noch in weiter Ferne liegt, zeigen die Kosten, die bei etwa 50 Millionen US$ pro Person liegen (Quelle ARD-Tagesschau).

Terror:

2022 Nach dem neuen Terrorakt in der beliebten Dizengoff Region in Tel Aviv, bei der es zunächst zwei Todesopfer zu beklagen gab, ist nun ein dritter Zivilist seinen Verletzungen erlegen. 

Der Terrorist, ein 28 Jahre alter Palästinenser aus Jenin, hatte Freitagnacht im beliebten Ausgangsviertel von Tel Aviv wild um sich geschossen und dabei zwei Personen ermordet und zahleiche andere, teilweise schwer verletzt. Nach einer stundenlangen Suchaktion wurde er in Jaffa aufgefunden und nach einem erneuten Schusswechsel mit der Polizei neutralisiert. 

Der Vater des Terroristen ist ein Mitglied der PA und hat seinen Sohn ausdrücklich zu seiner Heldentat gratuliert. Er arbeitete bei einer Sicherheitsorganisation, die von Israel ausgebildet und bewaffnet worden war. 



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