10. Nissan 5782
Geschichte:
1961 begann in Jerusalem der Prozess gegen den SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann (1906 bis 1962) der bis zum 15. Dezember dauerte und mit einem Todesurteil endete.
Ohne die Schule abzuschliessen, verliess er das Gymnasium in Linz und begann eine Ausbildung an der HTL für Elektrotechnik. Auch diese verliess er, ohne einen Abschluss gemacht zu haben. Bereits während der Schulzeit lernte er Ernst Kaltenbrunner, der später sein Vorgesetzter wurde, kennen. Kaltenbrunner war hochrangiger SS-Funktionär und ab 1943 Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes des Reichsführers.
Eichmann trat 1927 der Frontkämpfervereinigung Deutschland-Österreichs bei, wurde 1932 Mitglied der NSDAP und der SS. Nach dem Verbot der NSDAP und all ihrer Untergruppen im Jahr 1933 ging er nach Bayern, um dort eine paramilitärische Ausbildung bei der SS zu absolvieren. Im Oktober 1934 meldete er sich freiwillig zum Sicherheitsdienst der SS in Berlin.
Nachdem er zunächst für den Aufbau der «Freimaurerkartei» zuständig war, übernahm er 1935 die neu gegründete Abteilung «Juden». Zusammen mit der Gestapo war er bemüht, Juden systematisch aus Deutschland zu vertreiben. 1937 erschien die Denkschrift «Zur Judenfrage», die ihm zugeschrieben wird. «Das wirksamste Mittel, um den Juden das Sicherheitsgefühl zu nehmen, ist der Volkszorn, der sich in Ausschreitungen ergeht.» Der Volkszorn, der später immer wieder für Ausschreitungen gegen Juden herangezogen wurde.
1938 ging er als SD-Führer nach Wien, baute dort die «Zentralstelle für jüdische Auswanderung» auf, installierte eine gleiche Stelle in Prag und wurde 1940 als Nachfolger von Hermann Göring in die «Reichszentrale für jüdische Auswanderung» nach Berlin berufen.
Nachdem sich immer mehr Staaten weigerten, jüdische Auswanderer aufzunehmen, war Eichmann ab 1941 zuständig für die «Deportation von Juden aus Deutschland und den besetzten europäischen Ländern». Ihm unterstanden die Koordination der Transporte, die Fahrpläne, sowie die Einweisungen in die Ghettos und Konzentrationslager.
Ein typischer Schreibtischtäter, aber der, der direkt für den Tod von mehr als 6 Millionen Juden verantwortlich war.
Er besuchte alle Todeslager und zog aus seinen Beobachtungen Rückschlüsse darauf, wie er die industrielle Tötung noch «optimieren» könnte.
Bei der Wannseekonferenz (s. 20. Januar) schrieb er die Rede für Reinhard Heydrich, den SS-Obergruppenführer, der die «Endlösung der Judenfrage» vorstellte und war für die Mitschrift der Versammlungsprotokolle zuständig.
1945 verliess er seine Familie und floh. Während der US-Kriegsgefangenschaft war er in Deutschland interniert. Es gelang ihm, mit Hilfe ehemaliger Nationalsozialisten, gefälschten Papieren und einigen Ersparnissen mit Hilfe des Vatikans und des IKRK als Ricardo Klement über die sogenannte Rattenlinie nach Argentinien auszuwandern. Dorthin liess er auch sehr bald seine Familie nachkommen.
1957 wurde der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer von einem Shoa Überlebenden aus Buenos Aires über Eichmann informiert, der wegen seiner antisemitischen Sprüche aufgefallen war. Bauer wiederum informierte unmittelbar die israelische Regierung, die Eichmann zur Verhaftung ausgeschrieben hatte.
Der damalige PM David Ben Gurion hatte seinerseits kein Interesse, die eben wieder verbesserte Beziehung mit Deutschland zu gefährden. Dieses scheinbare Desinteresse ist zu hinterfragen.
Immerhin war im September 1952 ein Abkommen über Wiedergutmachungszahlungen im Wert von 3.5 Milliarden D-Mark zwischen den Staaten abgeschlossen worden. Bundeskanzler Adenauer hatte dieses Abkommen gegen Teile seiner Koalition mit Unterstützung der SPD durchgesetzt. Gemeinsam mit der Akzeptierung des Londoner Schuldenabkommens von 1953 in Höhe von 29.3 Milliarden D-Mark stellte dieses Luxemburger Abkommen die rechtliche Grundlage dar, auf deren Basis die BRD als souveräner Staat anerkannt wurde (Am 3.10.2010 wurde die letzte Rate der Gesamtschulden von Deutschland gezahlt).
Ein trotzdem nach Argentinien geschickter Mossad Agent besuchte den aktuellen Wohnort, der ihm aber «zu armselig» für einen so hochrangigen Nazi vorkam. 1959 erhielt Generalstaatsanwalt Bauer erneute Hinweise auf den Aufenthaltsort Eichmanns. Daraufhin ordnete Ben Gurion den Zugriff an.
Am 22. Mai 1960 wurde er, getarnt als Besatzungsmitglied der ELAL Maschine nach Israel überstellt. Am kommenden Tag verhängte der Distriktrichter in Haifa den offiziellen Haftbefehl.
Aus Bedenken, Eichmann könne während der Haft Selbstmord begehen, waren die Sicherheitsmassnahmen extrem hoch. Ständig waren drei Wachmänner in und um seine Zelle stationiert, zweimal täglich wurde er dem Gefängnisarzt vorgestellt.
Eichmann bezeichnete sich während der gesamten Prozesszeit als «unschuldig im Sinne des Gesetzes» und berief sich auf einen Befehlsnotstand.
Das Urteil vom 15. Dezember 1961 lautete auf «Tod durch Erhängen». Ein Gnadengesuch an den Staatspräsidenten wurden abgelehnt und das Urteil wurde am 29. Mai 1962 bestätigt und am 1. Juni 1962 ausgeführt.
Terror:
2022 bereits zum zweiten Mal in Folge wurde das Josefgrab in Nablus von rund 100 palästinensischen Aktivisten geschändet. In der Nacht von Samstag auf Sonntag zerstörten die Palästinenser das Grabmal und versuchten Feuer zu legen. Am frühen Montagmorgen brachen erneut Randalierer in das Gebäude ein, um das Grabmal erneut zu schänden. Das Josefgrab gilt als eines der bedeutendsten Orte im Judentum. Josef ist der Einzige der 12 Söhne Jakobs, der nicht in Ägypten beigesetzt ist. Seine sterblichen Überreste wurden auf seinen Wunsch hin mit auf die 40 Jahre dauernde Wüstenwanderung mitgenommen und in Nablus beigesetzt. Am gestrigen Sonntag machten sich Mitglieder einer ultraorthodoxen chassidischen Sekte auf, um am Josefgrab zu beten.
Damit widersetzten sie sich klar den Anweisungen der israelischen Sicherheitskräfte, die das Grab weiträumig abgesperrt hatten.
Sie wurden von Palästinensern mit Schüssen angegriffen und flohen. Zwei Männer wurden bei diesem Angriff verletzt.
Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline
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