14. Nissan 5782
Katastrophen:
1912 kollidierte die Titanic in der Nacht vom 14. auf den 15. April mit einem Eisberg. Nur zwei Stunden nach dem dramatischen Unfall versank sie und riss 1514 der mehr als 2200 an Bord befindlichen Personen in den Tod.
Das Schiff galt, ebenso wie seine Schwesternschiffe, die sich zur Zeit der Jungfernfahrt der Titanic noch im Bau befanden, als unsinkbar. Die 16 wasserdicht abschottbaren Abteilungen und die vollautomatisch schliessenden Wasserschutztüren galten als Wunder der damals zur Verfügung stehenden Sicherheitstechnik.
Luxus war wichtiger als die Reisegeschwindigkeit. Neben den Räumen, die der Unterhaltung und der Bequemlichkeit der Passagiere waren, zahlreiche Frachträume und auch ein Postbüro der Royal Mail an Bord, um der Reederei neben den Einnahmen für die Fahrttickets noch andere regelmässige Einnahmen zu sichern. Wäre die Titanic jemals zur Gänze belegt worden, so hätten 3.300 Passagiere Platz gefunden. Möbliert waren allerdings nur Räumlichkeiten für 750 Passagiere in der 1. Klasse, 550 in der 2. Klasse und 1.100 in der 3. Klasse. Dazu kamen etwa 900 Mitarbeiter.
Was zu hohen Opferzahlen durch die Kollision mit dem Eisberg führte, war offensichtlich die Tatsache, dass es nicht genügend Rettungsboote für alle Passagiere gab. Selbst bei der geringeren Zahl der an Bord befindlichen Personen gab es viel zu wenig Plätze in den zur Verfügung stehenden Rettungsbooten. Diese boten nur Platz für 1.178 Personen. Diese ungenügende Ausstattung mit Rettungsbooten war aber durchaus gesetzeskonform. Sie berechnete sich nicht aus der maximalen Personenzahl, sondern aus der Tonnage des Schiffes.
Es gehört in das Reich der Legendenbildung, dass die Titanic sich um die Ehre der schnellsten Atlantiküberquerung bemühte.
Unter den Opfern, vor allem in der dritten Klasse befanden sich zahlreiche Auswanderer, die aus Europa kommend auf ein besseres Leben in den USA hofften. Unter ihnen werden auch einige Juden gewesen sein. Einige von ihnen sind auf dem «Baron de Hirsch» Friedhof in Halifax beigesetzt.
Sofern man die sterblichen Überreste fand und eindeutig identifizieren konnten, wurden diese in der Regel nach Europa oder in die US-amerikanischen Heimatorte überführt und dort beigesetzt.
Zu den Opfern gehörte auch Benjamin Guggenheim, geboren am 26. Oktober 1865 in Philadelphia. Die Grossfamilie Guggenheim stammte ursprünglich aus dem schweizerischen Lengnau. An Bord der Titanic war er mit seiner französischen Geliebten Léontine Aubart (1887 bis 1964) und zwei Angestellten. Obwohl er die Möglichkeit gehabt hätte, weigerte er sich, einen Platz in einem der Rettungsboote einzunehmen. Erhalten ist sein wohl letzter Satz, nachdem er sich in seine beste Abendgarderobe gekleidet hatte «Wir sind angemessen gekleidet und bereit, wie Gentlemen unterzugehen.» Seine Leiche wurde nie gefunden.
Ein weiteres prominentes jüdisches Opfer war Isodor Strauss, geboren am 24. März 1845 in Otterberg, Bayern, der gemeinsam mit seiner Frau Rosalie Ida, geboren am 6. Februar 1849 in Worms an Bord der Titanic war. Sie reisten mit ihrer Enkeltochter Beatrice und zwei britischen Mitarbeitern. Nach der Kollision begaben sie sich zu dem ihnen zugewiesenen Rettungsboot. Dort stellte sich heraus, dass dies nur für weibliche Passagiere zur Verfügung stand. Allerdings bot man an, bei Isidor Straus eine Ausnahme zu machen. Ida wolle sich aber keinesfalls von ihrem Mann trennen und überliess ihren Platz ihrer Zofe Ellen Bird. Dieser übergab sie noch ihren Pelzmantel mit den Worten, dass sie ihn ja wohl nicht mehr brauchen würde. Idas Leichnam wurde nie gefunden, wohingegen die von Isidor geboren werden konnte.
Isidor Straus war gemeinsam mit seinem Bruder Nathan Eigentümer des Kaufhauses Macy in New York.
Kultur:
1956 erhält Israel vom britischen Parlament «als Geschenks des ältesten an das jüngste Parlament» die Menora, die seit 1966 gegenüber dem Haupteingang der Knesset steht.
Geschaffen wurde sie von Benno Elkan (1877 bis 1960) einem aus Dortmund stammenden jüdischen Bildhauer. 1935 war Elkan aufgrund des von den Nationalsozialisten verhängten Berufsverbotes nach London emigriert.
1947 entstand bei ihm die Idee dieser Menora als Symbol des Judentums. Ab 1949 begann er mit der Planung und Vorbereitung der 31 Reliefs. Jedes Relief symbolisiert einen Teil der jüdischen Geschichte von Mose, über das Warschauer Ghetto bis zum Aufbau des Staates Israel. Hilfe suchte und fand er bei Theologen, aber auch in einem altenglischen Tanach. Aus diesem übernahm er einige der Motive.
Neben flächigen Reliefs findet man auch dreidimensional ausgearbeitete Symbole, die die Menorah auch als teils freistehende Skulptur erscheinen lassen.
Terror:
2022 Nachdem die erste Woche des Ramadans in Jerusalem relativ ruhig verlaufen war, kam es heute nach dem morgendlichen Freitagsgebet zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen randalierenden moslemischen Jugendlichen und der israelischen Polizei. Bisher wurden dabei 3 Polizisten und 59 Randalierer leicht verletzt.
Gegen 4 Uhr waren Dutzende, teils maskierte Araber, Fahnen der Hamas mit sich führend auf den Tempelberg gezogen. Nach dem Gebet hatten sie sich zunächst in der Moschee verbarrikadiert und dann begonnen, Molotow-Cocktails und Steine in Richtung der Klagemauer zu werfen.
Vorhergegangen waren Versuche von radikalen jüdischen Siedlern auf dem Tempelberg rituelle Opfer von Schafen und Ziegen vorzunehmen. Dieser Versuch, der keinem andern Zweck diente, als die Moslems zu provozieren, konnte bereits im Vorfeld von der Polizei gestoppt werden. Die Verantwortlichen wurden festgenommen.
Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline
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