Was geschah am 4. Juli?

5. Tammus 5782

Geschichte:

1941 Nachdem die deutsche Wehrmacht Anfang Juli die Stadt Riga, Hauptstadt von Lettland erobert haben, werden die Grosse Choral Synagoge sowie kleinere Bethäuser niedergebrannt. Dabei wird keinerlei Rücksicht darauf genommen, dass sich in den Gebäuden Menschen befanden, die dort Schutz gesucht hatten. Wer dem Flammeninferno entkam, wurde erschossen.

Gelegt wurden die Brände durch die berüchtigten Arājs Kommandos.

Diese Kommandos bestanden aus freiwilligen lettischen Hilfseinheiten, die dem deutschen Sicherheitsdienst unterstellt waren. Neben Brandschatzungen führten sie auch Erschiessungen aus. Ihre Opfer, zumeist lettische Juden und Kommunisten, werden auf 26.000 Menschen geschätzt. Zwischen 1941 und 1943 wuchs die Mitgliederzahl dieser Terrortruppe von 100 auf 1.500 Männer.

Namensgeber war der ehemalige lettische Polizeioffizier Viktor Arājs, die Kommandos sollten der Bevölkerung gegenüber als «Selbstreinigung» dargestellt werden. 

Die Synagoge war in den Jahren 1870/71 erbaut und eingeweiht worden. Zu Kriegsbeginn hatte die jüdische Bevölkerung in Lettland ungefähr 73.000 Seelen umfasst, von denen niemand den Holocaust überlebte. 

1946 wurden in Kielce, Polen, mehr als 40 polnische Juden ermordet und weitere 80 verletzt. Auslöser dieses Nachkriegs Pogroms war das Gerücht über die Entführung eines christlichen Knaben durch Juden. Der Junge hatte Freunde besucht und war erst verspätet nach Hause zurückgekehrt. Sein Vater erstattete nach seiner gesunden Rückkehr Anzeige bei der Polizei.

Von der jüdischen Vorkriegsbevölkerung von etwa 25.000 Seelen kehrten nach dem Krieg um die 200 in ihre Heimatstadt zurück. 

Diese lebten angeblich in einem Haus, in welchem auch das jüdische Komitee seine Büros hatte. Im Keller dieses Haus sei der Junge festgehalten worden. Ein Lokalaugenschein ergab jedoch, dass das Haus über keinen Keller verfügte. 

Trotzdem kam es zu antijüdischen Auseinandersetzungen, die schnell eskalierten. 

Ob und welche staatlichen Stellen an dem Pogrom beteiligt waren, ist bis heute ungeklärt. Eine unmittelbare Folge des Pogroms war die Auswanderungswelle aus Polen in die amerikanische besetzte Zone. In den Lagern lebten im Sommer 1947 mehr als 180.000 Juden, davon mehr als 80 % aus Polen. 

Gestorben: 

1976 fiel Oberstleutnant Yonathan «Yoni» Netanyahu, geboren am 13. März 1946 in New York, bei der Befreiung von überwiegend israelischen Geiseln in Entebbe, Uganda. 

Er war Kommandant der Spezialeinheit «Sajeret Matkal», die Aufgaben der Terrorismusbekämpfung und Aufklärung übernimmt. 

Das Kommando in Entebbe diente der Beendigung einer Geiselnahme einer Air France Maschine durch palästinensische Terroristen. Die Maschine sollte von Tel Aviv über Athen nach Paris fliegen, wurde aber nach dem Start in Athen entführt. Die mit 270 Personen besetzte Maschine wurden zunächst nach Bengasi umgeleitet, dort wurde sie aufgetankt und nach Entebbe geflogen. Die Entführer waren zwei Terroristen der PFLP und zwei Mitglieder der deutschen «Revolutionären Zellen».

Ziel der Entführung war die Freipressung von 53 Inhaftierten in Israel, Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Ausserdem sollte die französische Regierung fünf Millionen für die Rückgabe der Maschine bezahlen. 

In Entebbe wurden alle Geiseln bis auf die jüdischen und französischen freigelassen. Nach der Ankündigung, weitere 47 nicht-israelischen Geiseln inklusive der Besatzung mit einer Air France Maschine ausfliegen zu lassen, erklärte Kapitän Michel Bacos, seine Besatzung und er könnten niemanden an Bord zurücklassen.

Mit Hilfe der freigelassenen Geiseln bereiteten Mossad und IDF die Befreiungsaktion in Paris vor. Die 105 Geiseln befanden sich mittlerweile in einer Halle des Flughafens. Bei der Befreiungsaktion, die insgesamt weniger als eine Stunde dauerte, wurde Yoni Netanyahu erschossen. 

Alle sieben Geiselnehmer, drei Geiseln, etwa 20 ugandische Soldaten wurden im Zuge der Befreiungsaktion erschossen.

Nach einer Zwischenlandung in Nairobi, wo die Maschinen aufgetankt wurden, flogen alle nach Israel zurück.



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

Hinterlasse einen Kommentar