14. Tammus 5782
Staatsbesuch:
1973/2022 Heute am frühen Nachmittag landete US-Präsident Joe Biden zu seinem ersten Staatsbesuch auf dem Flughafen von Tel Aviv. Das Programm der kommenden Tage ist sehr anspruchsvoll und dicht.
Am Flughafen wurde er von PM Yair Lapid, dem alternierenden PM Naftali Bennett und Staatspräsident Itzchak Herzog begrüsst. Nach den kurzen Willkommensansprachen ging des zum Gruppenbild mit den anwesenden Ehrengästen, darunter auch Oppositionsführer Benjamin Netanyahu.
Bei seiner Begrüssungsrede am Flughafen erzählte er, wie könnte es anders sein, dass er im Jahr 1973 als gerade 30-jähriger Senator erstmals in Israel war. Dort traf er sowohl die damalige PM Golda Meir, als auch den späteren PM Jitzchak Rabin, der damals kettenrauchender Assistent der kettenrauchenden PM war. Wie immer wurde auch heute die Erzählung mit wohlwollendem Lächeln quittiert. Präs. Joe Biden stellte fest, man, müsse kein Jude sein, um Zionist zu sein. «Ich bin daheim» erklärte er, was von Präsident Itzchak Herzog voller Empathie bestätigt wurde.
Der erste Programmpunkt war der Besuch einer speziell für ihn auf dem Flughafengelände zusammengestellten Waffenschau. Neben dem Iron Dome wurde ihm dort auch das neueste Raketenabwehrsystem, den Iron Beam erklärt. Begleitet wurde er dort von PM Yair Lapid und VM Benny Gantz.
Anschliessend begab sich Präs. Jioe Biden auf den Weg nach Jerusalem, wo er in diesen Minuten in der Holocaust Gedenkstätte Yad VaShem erwartet wird, wo er einen Kranz niederlegen wird.
Die Nacht wird er im King David Hotel verbringen, bevor morgen verschiedene Gespräche auf der Tagesordnung stehen.
Politik:
2022 Der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer befindet sich derzeit auf einem viertägigen Besuch in Israel, Zypern und dem Libanon. Neben dem Besuch in Yad VaShem und der Klagemauer standen Gespräche mit PM Yair Lapid und dessen Vorgänger Naftali Bennett auf dem Programm. Nach dem Besuch in Yad VaShem kündigte Nehammer an, das Museum für weitere drei Jahre mit jeweils 500.000 € unterstützen zu wollen.
Eines der Hauptziele war die Unterzeichnung eines Abkommens zur strategischen Partnerschaft. Nehammer betonte, dass es eine enge Partnerschaft im Bereich Sicherheit und Wirtschaft zwischen den beiden Ländern gebe.
Der Krieg in der Ukraine habe, so der österreichische Kanzler, auch Auswirkungen auf sein Land. Immerhin sei das Kriegsgebiet nur 500 km entfernt und man müsse sich überlegen, wie man sich vor möglichen Angriffen schützen könne. Israel mit seiner modernen und effizienten Rüstungsindustrie sei da ein ganz besonders wichtiger Ansprechpartner. Ebenso müsse nach Alternativen für das mittlerweile nur mehr tröpfelnde russische Gas suchen. Durch die erfolgreichen Förderungen wäre es ab 2024 möglich, verflüssigtes Gas auf dem Seeweg via Ägypten nach Europa zu liefern. Erste diesbezügliche Vorgespräche hatte im vergangenen Monat schon EU Kommissions-Präsidentin van der Leyen geführt und mit einem gegenseitigen Abkommen abgesichert.
Gestorben:
1105 verstarb Rabbi Shlomo ben Jizchak, besser bekannt unter dem Akronym Rashi, geboren im Jahr 1040 oder 1041 in Troyes, in seinem Geburtsort. Rashi gilt als er bedeutendste jüdische Gelehrte des Mittelalters. Bis heute werden seine Kommentare gelesen und studiert.
1055 ging er, nach der grundlegenden Ausbildung, die er wohl daheim erhalten hatte, zunächst nach Mainz und anschliessend nach Worms um dort an den bekannten jüdischen Lehrhäusern zu studieren. Zehn Jahre später ging er nach Troyes zurück und führte dort den elterlichen Weinhandel.
Rashi hatte keine Söhne, aber drei Töchter, die als sehr gelehrt galten und die von ihm, so die Legende, fast wie Söhne in allen Belangen des jüdischen Glaubens unterwiesen wurden. So durften sie, was für damalige Zeiten fast als Sakrileg galt und auch heute in orthodoxen Kreisen strikt abgelehnt wird, Tfilin legen und einen Talit tragen.
Auch christliche Kommentatoren wurden bereits im 12. Jahrhundert von seinen Werken inspiriert, was dazu führte, dass sie schon im 17. Jahrhundert aus dem Hebräischen in andere Sprachen übersetzt wurden. Auch für französische Sprachforschung sind seine Texte von höchstem Interesse, das sie zahlreiche altfranzösische Wörter in hebräischer Lautschrift enthalten, so dass die damalige Aussprache viel einfacher nachzuvollziehen ist, wie bei lateinischen Schriften.
Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline
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