24. Tammus 5782
Geschichte:
1099 wurde Gottfried von Bouillon der erste König des neugegründeten Königreiches Jerusalem. Dieses bestand von 1099 bis 1291 als Folge des ersten Kreuzzuges. Statt des Königstitels nahm er den Titel «advocatus sancti sepulchri» Beschützer des Heiligen Grabes an.
Holocaust:
1944 wurden die letzten auf Rhodos verbliebenen Juden des La-Juderia-Viertels in das KZ Chaidari bei Athen deportiert. Von dort wurden sie nach Auschwitz verschleppt, wo sie ermordet wurden.
Der spanische Name stammt von den sephardischen Juden ab, die ab 1522 das Viertel als erste bewohnte. Bereits im 12. Jahrhundert wird von einer Mitgliederzahl von etwa 400 Juden berichtet, die auf der Insel lebten. 1502 wurden nahezu alle Juden vom Grossmeister des Johanniterordens vertrieben. Unter der osmanischen Herrschaft von Sultan Süleyman I. kehrten zahlreiche jüdische Familie aus der Türkei zurück, sie durften ihre Religion frei ausüben, eigene Schulen gründen und genossen alle Bürgerrechte. Wahrscheinlich lebten die sephardischen und die griechisch-sprachigen Juden in einem gemeinsamen Viertel. Die gemeinsame Sprache wurde Ladino.
Ab 1912 kam es zu einer grossen Auswanderungswelle, nachdem während der italienischen Besatzungszeit judenfeindliche faschistische Gesetze ihnen ein sicheres Leben nahezu verunmöglichten.
Nach dem Sturz von Mussolini 1943 schienen sich die Bedingungen noch einmal zu bessern. Als jedoch die deutsche Wehrmacht kurz darauf die Insel besetzte, wurde das Gemeindeleben gewaltsam beendet.
Nur 151 Juden überlebten die Shoa. Zuvor waren weitere 40 Menschen vom türkischen Konsul Selahattin Uelkümen gerettet worden, indem er ihnen die türkische Staatsbürgerschaft verlieh.
Die Jüdische Gemeinde konnte nicht mehr aufgebaut werden, heute wird die ehemalige Synagoge und das Gemeindehaus als Museum geführt, welches von Nicht-Juden liebevoll betreut wird.
Gelebte Hilfe:
2020/2022 Seine traditionelle post-Militärdienst-Reise führte Rafi Ryker und einen Freund im November 2020 nach Tanzania.
In der Nähe von Malindi, im Norden des Landes, hörten die beiden von essenziellen Problemen.
Wieder daheim gründeten die beiden die NGO «Afrikan», was vom Hebräischen aus übersetzt bedeuten könnte «Afrika ist hier». Sie sammelten Geld in der Absicht, wieder nach Afrika zurückzukehren und in einem gemeinsamen Projekt mit der Bevölkerung dort Hilfestellung zu bieten, wo sie am dringendsten nötig war. Die Materialen für die Reparaturarbeiten und die Arbeitskräfte stellten die Einheimischen, das Know-How kam von den jungen Israelis. Zugleich arbeiteten sie daran, Organsisations- und Managementfähigkeiten zu fördern. Für die Afrikaner ein völliges Neuland. Doch es sollte helfen, nachhaltige Projekte in Eigenregie zu meistern. 90 % des Budgets aus Spendengeldern fliessen in die Materialbeschaffung und die Entlohnung der Arbeiter.
«Die Gemeinde muss Eigentümer der Projekte sein. Wir kommen nicht herein und zwingen etwas auf. Wir fragen sie, was sie lösen möchten, und verstehen das Problem», sagte Ryker. «Afrikan» arbeitet eng mit den lokalen Behörden zusammen.
Die Landwirtschaft ist von «Regenfeldbau» abhängig, der nur mit Meteowasser auskommen muss. Eine Art Ackerbau mit geringer Produktivität und stark abhängig vom Klima.
Viele Schulen waren in einem beklagenswerten Zustand, viele Eltern konnten es sich nicht leisten, die Kinder zum Unterricht zu schicken. Ein zweites Projekt wurde gestartet. Gemeinsam mit einem 7-Tage-Adventisten vor Ort, der sich hochinteressiert, aber skeptisch verhielt, begann im Mai 2021 der die Renovierung und Eröffnung einer Grundschule mit sieben Räumen.
In Kleingruppen zwischen sieben und zehn Ex-Offizieren der IDF kehrten die jungen Israelis regelmässig nach Tansania zurück. Ein Hauptproblem war die gänzlich andere Lebenseinstellung der Afrikaner. Durfte bei ihnen alles langsam und ohne Stress vor sich gehen, so war für die Israelis Zeit ein Hauptargument.
«Die Einheimischen würden drei Jahre brauchen, um eine Schule zu bauen – etwas, das mit unserer Hilfe in nur drei Wochen bewerkstelligt wurde», sagte Ryker.
Vielleicht das wichtigste Projekt war die Verlegung einer Frischwasserzuleitung. Für nur 6.000 Schekel gelang es, für 6.000 Menschen sauberes, frisches Wasser bereitzustellen.
Religion und Tourismus:
1810/2020/2022 Rabbi Nachman verstarb im Jahr 1810 in Uman, Ukraine. Er war der Urenkel von Baal Shem Tow, dem Begründer des Chassidismus. Nach seinem Tod versammelten sich Anhänger aus der ganzen Welt erstmals an seinem Grab in Uman, weil seinem Grab heilsame Bedeutung beigemessen wird. In der Regel besuchen an Rosh HaShana, in diesem Jahr am 25. und 26. September bis zu 30.000 Personen das Grab.
Im vergangenen Jahr kam es auf Grund der Pandemie zu erheblichen Behinderungen. Die Pilger strandeten sowohl an den Übergängen von Weissrussland aus, aber auch an denen zu Polen. Die Ukraine hatte die Grenzen aus Angst vor einer heftigen Infektionswelle gesperrt. Tagelang harrten die Pilger an den Zufahrtsstrassen aus. Von denen, denen es gelungen war, bis nach Uman vorzudringen, reisten Dutzende mit gefälschten PCR Tests wieder nach Israel ein. Dies führte zu einem dramatischen Anstieg der Infektionen im orthodoxen Sektor.
In diesem Jahr ist es weniger die Pandemie, die zu einem Problem bei der Anreise führt, sondern das Flugverbot für kommerzielle Flüge nach Kiew. Die einzige Anreisemöglichkeit besteht derzeit mit Bussen oder mit der Bahn. Hierzu stellen die Übergänge nach Moldawien die schnellste Verbindung dar.
Der israelische Botschafter in der Ukraine, Michael Brodsky, der derzeit von Warschau aus seine Geschäfte wahrnimmt, rät dringend davon ab, in diesem Jahr eine Pilgerfahrt zu unternehmen. «Wir werden kaum in der Lage sein, die notwendige Sicherheit für die Pilger zu schaffen und aufrecht zu erhalten.»
Kategorien:Israel
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