Was geschah am 1. August?

4. Aw 5782

Geschichte:

1291 Der Bundesbrief gilt als die Gründungsurkunde der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Unterschrieben wurde er von den Vertretern der Talschaften von Uri, Schwyz und Unterwalden, die damit auch als Urkantone gelten. Die Urkunde ist unterschrieben Anfang August 1291 und ist in Latein abgefasst.

Ob dieser Tag wirklich als Gründungstag der Schweiz angesehen werden kann oder nicht, fällt in den Bereich der zahlreichen nationalen Mythen der Schweiz.

Der 1. August wird heute als Nationalfeiertag in der Schweiz ausgiebig gefeiert. 

1936 wurden die XI. Olympischen Sommerspiele in Berlin eröffnet. Erstmals werden die Wettkämpfe auch im neuen Unterhaltungsmedium Fernsehen übertragen. Hitler nutzte die Spiele dazu, den NS-Staat im Ausland positiv darzustellen.

Die Diskriminierung von Juden führte dazu, dass das Internationale Olympische Komitee überlegte, die Spiele zu boykottieren. Um pro forma zu beweisen, wie kompromissbereit Nazideutschland war, wurde eine schriftliche Zusicherung abgegeben, dass man dem «olympischen Gedanken» absolut verpflichtet wäre. Damit wurden der freie Zugang und die ungehinderte Teilnahme unabhängig von Religion, Hautfarbe und Ethnie zugesichert. Hitler selbst war von dieser Zusage nicht informiert worden.

Die USA stimmten auf einer Delegiertensitzung mit 58:56 Stimmen für eine Teilnahme, stellte jedoch keine jüdischen Sportler auf. Russland sagte die Teilnahme ab. 

Hitler beschloss, Toleranz gegenüber jüdischen Teilnehmern vorzutäuschen und förderte die Teilnahme von Helene Mayer, der bislang besten Florettfechterin Deutschlands. Weil ihre Mutter Nicht-Jüdin war, galt sie als «Ariern» und gab damit den Nationalsozialisten die Möglichkeit, sie gerade noch im Kader zu akzeptieren. Schliesslich gewann sie die Silbermedaille. Siegerin wurde die Ungarin Ilona Schacherer-Elek, die Bronzemedaille gewann Ellen Preis aus Österreich. Drei Jüdinnen auf dem Podest in nur einem Wettkampf. Das perfekte Alibi für Hitler. 

Ausgeschlossen wurde bereits im Vorfeld Gretel Bergmann, die als Hochspringerin beste Chancen auf olympisches Gold hatte. Sie sei nicht gut genug, wurde ihr im Vorfeld beschieden, als sie aus dem Kader entlassen wurde. Offiziell hiess es gegenüber dem Team, sie sei erkrankt. Den Wettbewerb gewann die Ungarin Ibolya Czak – eine Jüdin. Dora Ratjen, die an die Stelle von Bergmann gerückt war, wurde Vierte. Und wurde disqualifiziert – es stellte sich heraus, sie in Wirklichkeit ein Mann war.

Ab 1936 brüllte der Mob in den Strassen von Berlin «Wenn die Olympiade vorbei, schlagt die Juden zu Brei!» Und niemand hinderte sie daran. 

Terror:

2002/2022 Vor genau 20 Jahren verübten vier palästinensische Terroristen einen tödlichen Anschlag auf die «Frank Sinatra Cafeteria» an der Hebrew University in Jerusalem. Dem Anschlag fielen neun Menschen zum Opfer, 80 weitere wurden teilweise schwer verletzt. 

Anlässlich des 20. Jahrestages erhöhte die PA die monatlichen «Belohnungen», als «pay for slay» bezeichnet, um 14.29 %. 

Im Laufe der letzten 20 Jahre erhielten die vier Terroristen, die in israelischen Gefängnissen einsitzen, mehr als 8 Millionen Schekel. Jetzt werden die monatlichen Bezahlungen von NIS 7.000 auf NIS 8.000 erhöht, dazu kommt noch jeweils eine Zulage von NIS 300. Diese Zulage gibt es für Bürger von Jerusalem.

Medizin:

Ein Drittel der Menschen, die von der «Schmetterlingskrankheit» betroffen sind, die sich im frühen Lebensalter manifestiert, haben nur eine sehr kurze Lebenserwartung. Diese Krankheit beruht auf einem Gendefekt und betrifft die Haut, die so empfindlich und verletzlich ist, wie die Flügel eines Schmetterlings. Die Krankheit führt zu starken Beeinträchtigungen wie Unterernährung, Kleinwuchs, Verwachsungen, Karies und Verlust des Haares. Eine heilende Therapie gab es bisher nicht, nur eine kurative symptomlindernde Behandlung. 

Im Sourasky Krankenhaus in Tel Aviv gelang es nun erstmals bei einem 2 ½ Jahre alten Kind Stammzellen zu transplantieren, die beim kleinen Patienten das fehlende Kollagen aufbauen sollen, welches bei Epidermolysis bullosa fehlt. 

Dieses Kollagen soll zur Heilung der Haut beitragen und eine weitere Verletzung und Blasenbildung verhindern. 

Transplantiert werden mesenchymale Stammzellen (MSZ), spezielle Stammzellen, die sich in Zellen des Stütz- und Bindegewebes bilden. Zugelassen zur Transplantation sind bisher aber nur Zellen aus dem Knochenmark. Das Besondere an ihnen ist, dass sie sich zu verschiedenen Zellformen entwickeln können. Sie sind sozusagen die Alleskönner, die sich entweder als Knorpelzellen, Knochenzellen oder Fettzellen ausbilden können. 

Antisemitismus:

Der indische UN-Kommissar Miloon Kothari hat wieder einmal mit antisemitischen Aussagen für Aufsehen gesorgt. Kothari ist Mitglied der UNHRC-Untersuchungskommission zu Israel.

PM Yair Lapid forderte in einem dringenden Schreiben an UN-Generalsekretär Antonio Guterres auf, sofort die Untersuchungskommission, die sich mit der letzten Auseinandersetzung Israel-Gaza im Jahr 2021 beschäftigt und auf unbegrenzte Zeit angesetzt ist, aufzulösen. 

In einem Interview mit dem israelitischen Medium «Mondoweiss» hatte Kothari von der «jüdischen Lobby» gesprochen, die die sozialen Medien kontrolliere und hinterfragte, warum Israel überhaupt Mitglied der UNO sein dürfe. Ferner führte er aus, dass Israel viel Geld ausgeben würde, um den UN-Menschenrechtsrat zu diskreditieren. 

Lapid hielt fest, dass die Kommission nicht die von der UNO geforderten Standards der Neutralität, Unabhängigkeit und Unparteilichkeit erfülle, ja sogar das Ansehen der UNO damit verunglimpfen würde. 

Der Leiterin der Kommission, Navi Pillay, verteidigte Kotharis Äusserungen am Donnerstag und behauptete, sie seien absichtlich aus dem Zusammenhang gerissen worden, in einem Brief an den UN-Menschenrechtsrat Federico Villegas, in dem sie sich mit der Kontroverse befasste.

Villegas warnte allerdings Pillay in seinem Antwortschreiben, dass «einige der Aussagen von Kothari vernünftigerweise als Stigmatisierung des jüdischen Volkes interpretiert werden könnten, was … das Herzstück jeder Äusserung von Antisemitismus ist».

«Ich würde Kommissar Kothari respektvoll vorschlagen, dass er die Möglichkeit in Betracht zieht, seine unglücklichen Kommentare und seine dahinterstehenden Absichten öffentlich zu klären.»

Lapid berief sich sowohl auf das Interview als auch auf den Brief, den Pillay an Villegas geschrieben hatte. «Diese Kommission unterstützt nicht nur den Antisemitismus, sie schürt ihn.»

Mittlerweile haben auch die USA, Kanada, Grossbritannien und andere europäische Staaten die Aussagen Kotharis scharf angeprangert. 



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

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