23. Aw 5782
Geschichte:
1993 Als Oslo I werden die ersten Abkommen bezeichnet, die die ersten Schritte in Richtung Friedensprozess zwischen der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) und Israel wieder in Gang bringen sollten. Die geheimen Verhandlungen wurden in Oslo abgehalten.
Der Vertrag wurde durch die Aussenminister (!) Mahmoud Abbas, Shimon Peres, Warren Christopher und Andrej Kosyrew in Anwesenheit von PM Yitzhak Rabin, Präsident Jassir Arafat und Präsident Bill Clinton unterzeichnet.
In diesem Dokument verpflichteten sich die PLO und Israel der gegenseitigen Anerkennung. In der palästinensischen Charta vom 17. Juli 1978 heisst es «Palästinenser sind solche arabischen Staatsangehörigen, die bis zum Jahr 1947 regulär in Palästina ansässig waren, ohne Rücksicht darauf, ob sie von dort vertrieben wurden oder dort verblieben. Jedes Kind eines palästinensischen Vaters, das nach diesem Zeitpunkt geboren wurde – sei es nun in Palästina oder ausserhalb – ist ebenfalls Palästinenser.»
In diesem Dokument findet sich auch die Grundlage für den ewigen und vererbbaren Flüchtlingsstatus, der durch die UNWRA aufrechterhalten bleibt. Die sachliche und völkerrechtliche Nachvollziehbarkeit wurde nie angezweifelt.
Des Weiteren sagte die PLO zu, alle Passagen, die die Vernichtung Israels zum Thema hatten, zu löschen.
Grundsätzlich enthielt das Oslo I Abkommen «die Prinzipienerklärung über die vorübergehende Selbstverwaltung» von den Gebieten in Judäa und Samaria, sowie dem Gazastreifen.
Während das Abkommen in der Woche darauf von der Knesset gebilligt wurde, fand eine Ratifizierung seitens der PLO als Vertreter der Palästinenser bis heute nicht statt.
Geboren:
1924 wurde Ephraim Kishon als Ferenc Hoffmann in Budapest geboren. Bereits früh wurde sein Talent zum Schreiben pointierter Texte bekannt. 1940 gewann er den ersten Preis des ungarischen Novellenwettbewerbes für Gymnasiasten. Auf Grund der immer schärfer werdenden Zugangsbeschränkungen für Juden an ungarischen Universitäten begann er 1942 eine Lehre als Goldschmied.
1944 wurde er in das zu Ungarn gehörende Arbeitslager Jelšava deportiert, von dem aus ihm während eines Gefangenentransportes 1945 die Flucht gelang. Seine Eltern und seine Schwester überlebten die Shoa, ein Grossteil der Familie wurde in Auschwitz ermordet.
Nachdem er unschuldig einige Zeit in einem russischen Gulag verbracht hatte, gelang ihm auch von dort die Flucht. Gemeinsam mit seiner ersten Frau Chawa flüchtete er in einem Viehwagon über Bratislava nach Wien. Von dort wanderten sie via Italien auf dem Seeweg nach Israel aus. Ab 1952 schrieb er unter dem Pseudonym Chad Gadja (Kleines Lämmchen) täglich eine Kolumne für die damals grösste Tageszeitung Ma’ariv. Sein bevorzugtes Genre war bereits damals die Glosse. Mit dem 1959 erschienenen Buch «Drehen Sie sich nicht um Frau Lot» begründete er seine internationale Karriere.
Weltweit gibt es etwa 700 von ihm erschienene Bücher, davon 50 in Hebräisch und 70 in Deutsch. Die Gesamtauflage seines Werkes liegt bei etwa 43 Millionen Exemplaren. Zwei seiner Filme wurden für den Oscar nominiert, «Schlaf gut Wachtmeister» und «Sallah – oder: Tausche Tochter gegen Wohnung», drei weitere wurden mit dem Golden Globe ausgezeichnet.
Nicht vergessen sind zwei Zitate des grossen Satirikers, die beide seine zweite Ehefrau Sarah betreffen. Je nach Lage bezeichnete er sie als «beste Ehefrau von allen», oder als «die Schlange, mit der ich verheiratet bin».
Kishon verstarb am 29. Januar 2005 in Meistersrüte im schweizerischen Appenzell.
Halacha:
1893 wurde in der Schweiz mit einer Volksabstimmung die Abschaffung des Schächtens beschlossen.Diese allererste Volksinitiative trug klar antisemitische Züge und diente weniger dem Tierschutz. Mit dieser Initiative sollte es Juden, aber auch Moslems, unmöglich gemacht werden, Fleisch kaufen zu können, das ihren rituellen Speisevorschriften entsprach.
Damals waren vor allem die Juden in den beiden aargauischen Gemeinden Lengnau und Endingen vom Ergebnis des Volkentscheides betroffen. Im Gegensatz zu den christlichen Mitbürgern, die 1798 Stimm- und Wahlrechte erhalten hatten und für die ab dem Jahr 1848 auch die Niederlassungs-, Glaubens- und Rechtsfreiheit galten, waren sie bis zum Jahr 1866 Bürger zweiter Klasse. 1866 erhielten sie das Niederlassungsrecht und ab 1874 galt für sie die Kultusfreiheit. Wie gespalten bei der ersten Abstimmung das Volk war, zeigt das Ergebnis. Im Aargau stimmte 90 % für das Verbot des Schächtens, im Wallis hingegen nur 3 %. Das neue Gesetz wurde mit insgesamt 60 %-iger Zustimmung Teil der Verfassung. Das Verbot gilt nur für Säugetiere, Geflügel darf nach wie vor geschächtet werden.
Heute ist das Gesetz kein Verfassungsbestandteil mehr, sondern unterliegt dem Tierschutzgesetz. Die Schweiz importiert das halachisch geschächtete und damit für den Verzehr zulässige Fleisch überwiegend aus Frankreich. Der Import ist in der Schweiz nach wie vor gestattet.
Antisemitismus:
Die flammende Hassrede, die der Palästinenserpräsident Abbas bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kanzler Scholz in Berlin hielt, hat nun juristische Folgen.
Die Bundespolizei in Berlin hat ein Vorverfahren eingeleitet, in dem untersucht werden soll, ob sich Abbas der Volksverhetzung schuldig gemacht hat. Die Verleugnung der Shoa stellt in Deutschland einen kriminellen Tatbestand dar.
Der deutsche Aussenminister betonte zwar, dass Präs. Abbas als Vertreter der PA automatisch diplomatische Immunität geniessen würde, vor allem, nachdem er zu einem offiziellen Besuch in der Bundeshauptstadt weilte. In diesem Fall allerdings ist die Rechtslage etwas schwieriger, nachdem Deutschland keinen palästinensischen Staat anerkennt.
In der Zwischenzeit haben sich der deutsche Kanzler Scholz und PM Lapid bereits telefonisch über diesen Vorfall ausgetauscht.
Während Kanzler Scholz sich Kritik aus allen Lagern gefallen lassen musste, dass er – protokollarisch korrekt, aber diplomatisch inakzeptabel – Präs. Abbas nicht sofort unterbrochen und zurechtgewiesen hatte.
Präs. Abbas hingegen versuchte, den Schaden zu begrenzen, nachdem die internationalen Medien ihn mit Vorwürfen überhäuften. «Der Holocaust ist das abscheulichste Verbrechen in der modernen Menschheitsgeschichte» versuchte er seinen verbalen Missgriff zu relativieren. In den von den UNWRA und der EU bezahlten Schulbüchern werden Israel und die Juden seit Jahren verleumdet und Geschichtsklitterung betrieben.
Palästinensischer Terror:
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier plant einen kurzfristigen Besuch in Israel, um sich dort mit den Hinterbliebenen der Opfer des Terroranschlages bei den olympischen Spielen von 1972 zu treffen.
Im Vorfeld der geplanten Gedenkveranstaltung in München am 5. September, wo an den 50. Jahrestag des Anschlages erinnert werden soll, kam es wiederholt zu lauter Kritik der Hinterbliebenen.
Sie haben bereits etwa € 4.5 Millionen als Entschädigung erhalten, verlangen aber einen weitaus höheren Betrag. Auch die zusätzlich angebotenen € 200,000 für jeden der 34 Hinterbliebenen, was insgesamt nochmals die Summe von € 6.8 Millionen ausmacht, werden als viel zu wenig und «beschämend» abgelehnt.
Die Sprecherin der Gruppen verlangt einen zehnmal höheren Betrag. Ankie Spitzer, die Witwe eines Sportlers und Sprecherin der Gruppe sagt in einem Interview mit dem Armee Radio «Wir haben ihn nicht eingeladen. Aber er schlug vor, für einen Tag nach Israel zu kommen, die Familien zu treffen und mit ihnen einen Kranz an der Gedenkstätte in Tel Aviv niederzulegen. Wir wissen nicht, was wir davon halten sollen. Kommt er, um sein Gewissen zu reinigen?»
Die Hinterbliebenen wollen unter diesen Umständen nicht an der Gedenkveranstaltung teilnehmen.
An anderer Stelle sagte Spitzer «Wir wollen die finanzielle Frage klären. Es ist ja nicht so, dass wir irgendwelche Wahnsinnssummen fordern. Wir fordern lediglich, dass uns endlich eine Entschädigung gezahlt wird. Was wir bisher erhielten, entsprach lediglich einer humanitären Geste.»
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