Was geschah am 22. August? 

25. Aw 5782

Wahlkampf 2022:

Er belegt auf der Liste des Likud den 33. Platz, der für besonders bevorzugte Einwanderer reserviert ist. Damit kann sich Dan Illouz, der vor 13 Jahren aus Kanada eingewandert ist, recht grosse Hoffnungen machen, bei den bevorstehenden Wahlen gerade noch in die Knesset einzuziehen. Er nennt die Wahlliste eine «ideologische» Liste, besetzt mit Mitgliedern, von denen sich MK Netanyahu etwas Besonderes erwartet. 

Sein Hauptziel ist eine umfassende Reform des herrschenden Justizsystems. Daneben kämpft er auch für die Einführung der freien Marktwirtschaft und ist grundsätzlich dagegen, dass die Palästinenser einen eigenen Staat bekommen. 

Zumindest mit seinem Plan für die Schwächung einer demokratischen Justiz, die nicht mehr als Kontrollorgan über die Regierung tätig sein darf, sondern nur noch eine beratende Funktion innehaben soll, liegt er voll auf der Linie der Partei. Es ist ein offenes Geheimnis, dass diese Reform ausschliesslich dazu dienen soll, die anhängigen Rechtsverfahren gegen MK Netanyahu abzublocken. Darüber hinaus gehen die reformwilligen MK davon aus, dass die derzeitige Form der Justiz den Staat zu sehr den Interessen den Linken unterwerfen würde.

Betreffend die palästinensische Staatsgründung verfolgt der Neopolitiker ganz starre Ideologien. „Unsere Rechte auf das Land Israel umfassen jeden Zentimeter des Landes Israel, einschließlich Shchem [Nablus] und Hebron und Gebiete, in denen derzeit kein Jude lebt, einschließlich Ramallah. Wir sollten die Souveränität ausweiten, wo wir können.“

Mit diesen Aussagen katapultiert sich Illouz direkt in das Herz von MK Netanyahu. Für die Demokratie es israelischen Staates aber ist er brandgefährlich. Warum man um diesen politischen Newcomer so ein Aufsehen macht, ist unverständlich.

Tourismus:

Endlich hob heute Vormittag die erste Maschine der israelische Charter Gesellschaft Arkia Airlines in Richtung Zypern vom Flughafen Ramon in Eilat ab. Die meisten der 40 Passagiere an Bord waren Palästinenser mit Wohnsitz in Hebron und Bethlehem. Mit diesem Flug endet die bisher einzige Möglichkeit, aus ihren Heimatgebieten ins Ausland zu fliegen. Bisher stand ihnen nur der Weg über Jordanien offen, um von dort aus ihren Flug antreten zu können. Die noch mühsamere Alternative war es bisher, über ein Visum zum Flughafen Ben Gurion kommen zu können und dort zu starten. 

Die nach Antalya und Istanbul geplanten Flüge, die ebenfalls heute beginnen sollten, wurden allerdings verschoben. Warum es hier zu einer Verzögerung kam, wurde nicht bekannt gegeben. 

Reisende aus dem Gaza Streifen müssen weiterhin auf eine Möglichkeit warten, von Ramon aus in die Ferien fliegen zu können. 

Tierischer Gast:

Heute am frühen Vormittag staunten die Kunden und Mitarbeiter einer Filiale der Bank Leumi in Lod nicht schlecht, als plötzlich ein Bulle die Geschäftsräume betrat. Offensichtlich war das friedlich erscheinende Tier seinem Eigentümer entwischt und hatte sich auf den Weg in das Gebäude gemacht.

Dort versuchten Mitarbeiter das nun doch nervös werdende Tier wieder ins Freie zu drängen. Auf einem Videoist zu sehen, welche Probleme der glatte Boden für den grossen Bullen darstellte.

Wieder im Freien gelang es Mitarbeitern der Polizei und einem Tierarzt, einen Betäubungspfeil zu setzen. Anschliessend konnte der Bulle von seinem Eigentümer abtransportiert werden. 

Bei der ungewöhnlichen Aktion kamen weder Menschen noch das Tier zu Schaden. 

Gestorben:

Der als Rolf Shimon Eden am 6. Februar 1930 in Berlin geborene «letzter deutscher Playboy und Lebemann», verstarb bereits am 11. August dieses Jahres im Alter von 92 Jahren in seiner Heimatstadt. 

Mit seiner Familie floh er bereits 1933 nach Palästina. Sein Vater versuchte sich 

als Unternehmer, war jedoch glücklos und arbeitete als Taxifahrer, um die Familie ernähren zu können. Später übernahmen die Eltern ein Café in Haifa, die Grosseltern führten ein Hotel. Sobald er die Schulpflicht hinter sich gebracht hatte, verliess Rolf mit 14 Jahren die Schule und verdiente sein Geld als Musiker. 

Im Unabhängigkeitskrieg kämpfte er in der Palmach unter Jitzchak Rabin. 

Rolf, der sich selbst während seines gesamten Lebens als bindungsunfähig bezeichnete und sieben Kindern von sieben Frauen hatte, war sogar kurz mit der Mutter seiner 1949 geborenen Tochter Irit verheiratet. Eine Ehe, die er der Presse gegenüber immer verschwieg. 

Zu Beginn der 50er Jahre lebte er kurz in Paris, in der Hoffnung, von dort aus ein Visum für die Ausreise in die USA erhalten zu können. Als die Stadt Berlin jedem, der dauerhaft in die Stadt einreiste nach heutiger Kaufkraft etwa € 15.000 zusprach, nutzte er die Chance und ging zurück in seine Heimatstadt. 

Die ersten Jahre waren hart, er musste sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten, bis er im Jahr 1957 mit dem erst dann ausbezahlten Begrüssungsgeld seine erste Kneipe, den Eden-Saloon gründete. Sein Erfolg als Nachtclubbesitzer war nun kaum mehr zu bremsen. Kein anderer prägte die Szene so nachhaltig. Das Markenzeichen seiner Betriebe, der Playboy-Clubs war, dass die Servicedamen in den bekannten Häschen Kostümen servierten. 

Ab 1977 investierte er sein Geld in Immobilien, zu seinen besten Zeiten besass er 26 Mietshäuser mit einige hunderte Wohnungen. 

Auffallend ist, dass es zeitlebens keine Skandale um seine Person gab, obwohl es gar nicht anders gewesen sein kann, als dass er auch Kontakte zum Drogen- und Rotlichtmilieu gehabt haben muss. Noch nicht einmal die Steuerbehörde hatte an seiner Buchhaltung etwas auszusetzen. 



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