19. Elul 5782
Geschichte:
1935 wurden die als Nürnberger Gesetze bekanntgewordenen Rassegesetze veröffentlicht, die regelten, wer Jude war und wer nicht. Man unterschied zwischen Voll- Halb- und Vierteljuden. Antisemitismus wurde zu einem staatlich verordneten Instrument der Menschenverachtung und Ausgrenzung.
Die nationalsozialistische Rassenlehre führte zum «Gesetz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre». Eheschliessungen zwischen Juden und Nicht-Juden waren verboten, bereits bestehende Ehen galten als nichtig. Auch der aussereheliche Geschlechtsverkehr war ihnen verboten.
In jüdischen Haushalten durften keine nicht-jüdischen Angestellten mehr arbeiten.
Das Beflaggen des Hauses mit der Reichs- oder Nationalflagge war Juden strikt verboten. Eine Zuwiderhandlung wurde mit Geld- oder Gefängnisstrafen geahndet. Als neue Nationalflagge galt das Hakenkreuz.
Juden verloren ihre Rechte als Staatsbürger, sie durften weder das aktive noch das passive Wahlrecht ausüben. Jüdische Beamte wurden mit 31.12.1935 pensioniert. Dies galt aber nur, wenn der Betroffenen mindestens drei jüdische Grosseltern hatte und damit als Volljude galt.
Hitler behielt sich vor, dass sowohl er als auch der Reichskanzler Ausnahmen von diesen Vorschriften erteilen konnten.
2018 telefonierte der damalige Präsident Donald Trump mit HRH König Abdullah II. Das war im Prinzip nichts Aussergewöhnliches. In diesem Fall aber wollte Trump wieder mal die Welt verändern.
Er bot dem jordanischen König an, die Kontrolle über jene Gebiete zurückzuerhalten, die er im Jahr 1994 endgültig aufgegeben hatte: Judäa und Samaria. Präsident Trump bezeichnete das, was er vorschlug mit einem seiner Lieblingswörter als «a great deal». König Abdullah hingegen muss damals, so jedenfalls beschrieb er es in einem Interview, fast einen Herzanfall bekommen haben.
Trump hatte wahrscheinlich, wie immer, wenn es um das Verständnis von historischen Zusammenhängen ging, keine Ahnung, von was er sprach. Er «verkaufte» in dem Fall ein Gebiet, welches mit den USA noch niemals etwas zu tun gehabt hatte. An jemanden, der dieses Danaer Geschenk gar nicht haben wollte.
Seinen besten Freund Netanyahu hatte er noch gar nicht über seine Aktion aufgeklärt.
So steht es jedenfalls zu lesen in einem Buch, welches in der kommenden Woche erscheinen wird und von dem ein Vorab Exemplar an die Washington Post geschickt wurde. «The Divider: Trump in the White House, 2017-2021»
Wahlkampf 2022:
MK Netanyahu hat von seinem Recht als Parteivorsitzender Gebrauch gemacht und «sichere» Listenplätze an seine Günstlinge vergeben.
Die beiden ehemaligen Yamina Mitglieder Idit Silman und Amichai Chikli, deren spontanes Ausscheiden aus der Partei schlussendlich zum Scheitern der Regierungskoalition geführt hatte. Sie wurden auf die sicheren Plätze 14 und 16 gesetzt. Netanyahu sagte. «Diese grossartige Likud Liste wird Israel für vier Jahre eine stabile Regierung bringen. Wir werden den Nationalstolz zurückbringen, den Terror dezimieren und die Lebenshaltungskosten senken.»
Der äthiopisch-stämmige Schriftsteller Tsega Melaku wurde von Netanyahu auf Platz 37 gereiht. Damit nimmt er eine Position ein, die auch bei den optimistischsten Wahlprognosen nicht mehr für einen Platz in der Knesset reichen wird.
Auf der Liste vermisst man auch drusische und russische Mitglieder, ebenso wie eine grössere Zahl an Kandidatinnen. Es befinden sich nur sechs Frauen auf der aktuellen Liste. Zu wenig, wie die Kritiker befinden.
MK Avi Moaz, Parteichef der Kleinpartei Noam, die für ihre extreme anti-LGBT Haltung bekannt ist, hat sich auf Drängen von MK Netanyahu dem Wahlbündnis zwischen den ultra-rechten und ultra-nationalistischen Parteien «Religious Zionism» und «Ozma Yehudit» angeschlossen. Als dritter politischer Königsmacher nimmt MK Avi Moaz dort den Listenplatz Nr. 11 ein. Bisher hatte MK Moaz als einziger Vertreter seiner Partei einen Sitz in der Knesset erobert.
Kulinarik:
Mit einer Verspätung von einigen Monaten hat die Welle der neuen Gastronomie auch Israel erreicht. Seit im vergangenen Sommer die normalen Restaurants noch unter den Beschränkungen durch die Pandemie litten, machten sich «Food Trucks» auf den Weg, um die Bevölkerung trotz massiver Einschränkung kulinarisch zu verwöhnen. Die Angebote sind weit entfernt von Falafel und Schwarma.
Nadav Elbaz, einer der Mitinhaber von «Mashav Food Trucks» und erfahrener Küchenchef empfindet die neue Art zu arbeiten als etwas ganz Besonderes. «Im vergangenen Jahr wurden wir überrollt und waren überfordert, in diesem Jahr sind wir viel organisierter. Es ist nicht einfach so, dass wir auf engem Raum kochen, es ist etwas ganz anderes.»
Neben Standorten entlang der Schnellstrasse 1 von Jerusalem nach Tel Aviv betreibt das Unternehmen auch Kooperationen mit «Yellow Tankstellen», dem Biblical Zoo in Jerusalem und bei den Landwer Cafés.
Neben Burgern, Bowl und Sandwiches werden Pizze und Tacos angeboten.
Religionstourismus:
Trotz dringender Reisewarnung planen Tausende von ultra-orthodoxen Juden in den kommenden Tagen wieder nach Uman, Ukraine zu reisen.
Traditionell machen sie sich in jedem Jahr auf den mehr oder weniger beschwerlichen Weg, um am Grab von Rabbi Nachmann, der im Jahr 1810 dort verstarb, zu beten. Vor seinem Tod soll er seine Anhänger gebeten haben, dass sie die jüdischen Hohen Feiertage an seinem Grab verbringen.
Während der Zeit der Sowjetunion war die Pilgereise generell verboten worden, nach dem Ende zu Beginn der 90-er Jahre nahmen die Reisen rasant zu.
Avrahm Burstein, Schauspieler und Musiker, ist seit 1989 jedes Jahr gereist. Nur einmal, im Jahr 2020 verhinderte die Pandemie die Reise. Die Warnungen von PM Yair Lapid und Präsident Isaac Herzog schlägt er in den Wind. «Auch wenn sie sagen, wir sollen nicht reisen, sie sind für unsere Sicherheit verantwortlich.» In diesem Jahr wird er wahrscheinlich den Umweg über Moldawien machen müssen. «Warum sollten wir Angst haben? Wir glauben an Gott und haben deshalb vor nichts in der Welt Angst.»
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