Was geschah am 19. September?

23. Elul 5782

Geschichte:

Präsident Isaac Herzog und seine Ehefrau Michal nahmen in London an den Beisetzungsfeierlichkeiten von Königin Elizabeth II teil. Bereits gestern waren die beiden in Grossbritannien angekommen und waren gemeinsam mit anderen Würdenträgern in die Westminster Hall gefahren. Dort konnten sich nach oft stundenlangen Wartezeiten die Bürger am aufgebahrten Sarg von ihrer Königin verabschieden. 

In seinem Eintrag in das Kondolenzbuch schrieb er: «Sie war ein Leuchtfeuer der Stabilität und eine historische Figur. Wir trauern mit Grossbritannien.»

Die Haltung von Königin Elizabeth II gegenüber Israel war nie ganz unumstritten. Die Mutter von ihrem verstorbenen Ehemann Prinz Philipp, Alice von Battenberg, wurde 1994 in Yad VaShem für die Rettung von Juden während des Zweiten Weltkrieges als «Gerechte unter den Völkern geehrt.  Der englische Prinzgemahl nahm an der Zeremonie teil. Sowohl dieser Besuch, als auch weitere Besuche von ihm und von König Charles wurden in Grossbritannien als private Besuche eingestuft. Erst der Besuch vom William, Prinz of Wales, im Jahr 2018 galt als offizieller Besuch.

Hingegen war die Rolle ihres Onkels und späteren Königs Edward VIII.  eine ganz andere. Seine Verbindungen zu Adolf Hitler sollten vom Palast verschwiegen werden, wenn da nicht im Jahr 2015 ein kurzer privater Filmschnipsel an die Öffentlichkeit gekommen wäre. Er zeigt die verstorbene Queen Mom und die junge Prinzessin Elizabeth, damals sechs oder sieben Jahre, als sie im Garten von Schloss Balmoral den Hitlergruss präsentieren. Auch Prinz Edward und die kleine Prinzessin Margret sind zu sehen. Seine Vorliebe für Hitler und die Nationalsozialisten zeigte Edward auch später, als er mit seiner Ehefrau Hitler in Deutschland besuchte. Elizabeths Vater, Georg VI., drängte darauf, eine Einreise von Juden nach Palästina zu untersagen. Die Unterlagen sind in einem britischen Privatarchiv gesammelt. Nur der regierende König kann entscheiden, welcher Historiker Zutritt zu diesen Unterlagen erhält.

De mortuis nil nisi bene …….. Königin Elizabeth II war wirklich eine Ausnahmeperson. Lassen wir sie als solche in die Geschichtsbücher eingetragen werden. 

Ausser dem US-Amerikanischen Präsidenten Joe Biden wurde nur unserem Präsidenten zugestanden, mit einer privaten, gepanzerten Limousine zur Westminster Abbey zu fahren.

Aliyah eines Lebens:

Als in der vergangenen Woche eine EL Al Maschine aus den USA in Ben Gurion landete, um 60 Olim nach Israel zu bringen, war unter ihnen eine ganz besondere Frau. Stella Rockoff, geboren 1921 in Jerusalem, im damaligen Palästina.

Ihre Geburtsurkunde, die sie in der Hand hielt, ist ausgestellt in Englisch, Arabisch und Hebräisch. Als Stella fünf Jahre alt war, entschloss sich ihre Familie nach New York auswandern.

1940 heiratete sie und zog mit ihrem Mann nach Pennsylvania. Gemeinsam mit ihrem Mann, Rabbi Rockoff, hatte sie vier Kinder. Später zogen sie nach Manhattan und lebten dann bis zu ihrer Aliyah in New Jersey.

Nach einem arbeitsreichen Leben entschloss sie sich nun, mit 101 Jahren, gemeinsam mit einer Tochter und deren Mann nach Israel zurückzukehren. «Ich habe mein ganzes Leben davon geträumt, endlich wieder in mein Heimatland zurückzukehren. Als ich mit meiner Familie nach Amerika ging, war Israel nur ein Traum. Heute ist es ein starker Staat. Ich freue mich, endlich wieder mit meinen Enkeln und Urenkeln zusammen sein zu dürfen.»

Armut:

Mit dem Ende des Jahres 5782 am kommenden Sonntagabend werden wieder die aktuellen demografischen Daten Israels veröffentlicht. Dazu gehört natürlich, wie in jedem Jahr die Frohbotschaft um wie viele Personen Israel wieder gewachsen ist. 

Eine andere Zahl möchte man so gerne nicht veröffentlichen müssen. Die Zahl der Menschen, die im modernen und hochindustrialisierten Staat Israel unterhalb der Armutsgrenze leben. 

Die Zahlen sind erschreckend. 20 % der Bevölkerung, das sind etwa 2 Millionen Menschen, müssen in ständiger Unsicherheit leben, ob und wie sie zu einer ausreichenden Menge an Lebensmitteln kommen können. Mehr als 1 Millionen Kinder (!) leiden unter unzureichender Ernährung.

 «Latet», eine 1996 gegründete NGO, dient als Dachorganisation für 180 lokale NGOs, die versuchen, Arme mit lebensnotwendigen Dingen zu versorgen. 



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