Was geschah am 29. September?

4. Tischri 5783

 Geschichte:

1941 wurden in Babyn Jar, auf dem Gebiet der heutigen Hauptstadt der Ukraine Kiew, innerhalb von 48 Stunden mehr als 33.000 Juden ermordet. 

Die Mörder waren Mitglieder der «Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei», Sondereinheiten, die besonders aggressiv bei von Hitler angeordneten Massenmorden vorgingen. Zu diesem Zeitpunkt der Shoa wurden die Juden noch durch gezielte Massenerschiessungen umgebracht. Der industrielle Mord begann erst zu Beginn des Jahres 1942.

Bei Einmarsch der deutschen Wehrmacht unter Walter von Reichenau befanden sich von den ehemals etwa 200.000 Juden nur mehr etwa 50.000 in Kiew. Die anderen waren entweder geflohen oder dienten in der Roten Armee. Die in der Stadt lebenden Juden waren hauptsächlich ältere Männer, Frauen und Kinder.

Unmittelbar nach der Eroberung der Stadt kam es zu Anschlägen, denen mehrere Hundert Mitglieder der Wehrmacht, sowie Zivilisten ums Leben kamen. Daraufhin wurde ein als «Evakuierungsmassnahme» getarnte Exekution der Juden beschlossen und von der Wehrmacht und der SS gemeinsam durchgeführt. 

2000 begab sich der damalige Oppositionsführer Ariel Sharon mit einer 1000 Mann starken Personenschutz- und Polizeigruppe auf den Tempelberg. Angeblich sei der Besuch vom palästinensischen Sicherheitschef Dschibril al-Radschub bewilligt worden. Allerdings sei die Bedingung gewesen, dass er nicht versuchen würde, eine Moschee zu betreten. Der Besuchstag selbst verlief friedlich, es gab keine gewaltsamen Demonstrationen. 

Allerdings begannen am Folgetag gewaltsame Proteste, die von der israelischen Polizei unter Waffeneinsatz zurückgedrängt wurden. Vier Personen wurden dabei getötet, es gab etwa 200 Verletzte, darunter 14 Polizisten. Als Folge setzten in Gaza und im Gebiet von Judäa und Samaria bewaffnete Ausschreitungen gegen israelisches Sicherheitspersonal. Damit begann die zweite Intifada. Ob die Intifada wirklich spontan einsetzte oder von palästinensischer Seite bereits von langer Hand geplant und vorbereitet worden war, wurde nie zur Gänze geklärt. 

Im Gegensatz zur ersten Intifada 1987 bis 1993, die als Aufstand der zivilen Bevölkerung gewertet wurde, wurde diese zweite Intifada mit einer höheren Terrorbereitschaft von radikalen Untergrundorganisationen geführt.

Human Rights Watch bezichtigte die Palästinenser unter Jassir Arafat, Folter und Gewalt gegen sogenannte Kollaborateure mit den Israelis anzuwenden. Etwa 30 der Inhaftierten kamen in Folge der Folter ums Leben. 

Bei 138 Selbstmordanschlägen und anderen Terrorattacken kamen 1.036 Israelis, davon 715 Zivilisten ums Leben. Weitere 7054 wurden verletzt. Auf palästinensischer Seite starben 3.592 Menschen, davon 985 Zivilisten und 959 Terroristen. Weitere 600 waren Mitglieder der palästinensischen Sicherheitskräfte.

Im Jahr 2005 begann Israel mit er einseitigen Räumung der besetzten Gebiete, die im Sommer 2005 beendet wurde. Eine auf ein Jahr befristete Waffenruhe beendete die zweite Intifada. 

Archäologie:

500 BCE/2022 In der Nähe von Tiberias am Kinneret wurden von Archäologen einer deutschen Johannes-Gutenberg-Universität Mosaike freigelegt. Die aus dem 5. Jahrhundert CE stammenden Mosaike wurden in der Nähe des antiken arabischen Ortes Khirbat al-Minya entdeckt. Das Wüstenschloss des Ortes ist nur mehr als Ruine vorhanden. Möglich wurde die Entdeckung durch geomagnetische Oberflächenerkundungen. Das Forscherteam geht auf Grund der Ergebnisse davon aus, dass der damalige Kalif Walid den Palast sehr genau geplant hatte. Er hatte für den Bau eine Stelle am Ufer des Sees ausgesucht, die schon seit einiger Zeit durchgehend besiedelt gewesen war. 

De Menschen dort bauten Zuckerrohr an, wurden damit offensichtlich recht vermögend, schädigten aber das Oekosystem nachhaltig. 

Die aufgefundenen Reste des Palastes umfassen Steinbauten aus Basalt mit verputzten Wänden, eine Zisterne und farbige Mosaikböden. Die abgebildeten Tiere und Pflanzen zeigen die Welt des Nils, der als «lebenspendende Kraft» interpretiert wurde. 

1920 wurden die Steine der Ruine abgetragen und für den Strassenbau verwendet. Erste Grabungen hatten die Vermutung aufkommen lassen, dass es sich um ein römisches Militärlager aus dem 1. oder 2. Jahrhundert CE gehandelt hätte. Weitere Grabungen erfolgten in den folgenden Jahrzehnten. Neu wurde zunächst die Grösse der Anlage mit 67 x 73 m festgestellt und als Palastanlage identifiziert, nachdem es keine Verteidigungsanlagen gab. 

Erst um 1937 wurde die Ruine einem Palast aus der Zeit der Umayyaden zugeordnet. Diese herrschten um das späte 8 Jahrhundert CE. Der Fund einer Moschee mit Gebetsnische spricht für dieses Zuordnung. Vieles spricht dafür, dass es sich um eine Palastanlage mit aufwendiger Ausstattung gehandelt haben muss, so die Bodenbeläge aus weissem Marmor und die dekorativen Steinarbeiten. 

Im Jahr 2000 schlug die israelische Antikenbehörde Khirbat al-Minya für die Aufnahme der Anlage in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes vor, scheiterte aber an einer unzureichenden Präsentation.



Kategorien:Aus aller Welt, Timeline

Hinterlasse einen Kommentar