Was geschah am 24. Oktober?

29. Tishri 5783

Israel Defense Forces:

Der neue Generalstabschef der IDF, Generalmajor Herzi HaLevi wurde am gestrigen Sonntag vom Kabinett nur elf Tage vor der Wahl am 1. November 2022 für sein neues Amt bestätigt. Er wird den Posten von Generalmajor Aviv Kohavi am 17. Januar 2023 übernehmen, wenn dessen Amtszeit offiziell ausläuft. Wer auf seine damit freiwerdende Stelle nachrücken wird, ist noch nicht bekannt. 

Herzliche Glückwünsche kamen von VM Benny Gantz, PM Yair Lapid und seinem Vorgänger Generalmajor Aviv Kohavi. Präsident Isaac Herzog würdigte ihn als «exzellenten und hoch begabten Soldaten», «…den ich seit vielen Jahren kenne und schätze. Herzi, dein Erfolg ist der Erfolg von Israel!»

Die kurz vor den Wahlen stattfindende Ernennung traf auf heftige Kritik seitens der Opposition, die naturgemäss der Ansicht ist, dass eine geschäftsführende Regierung keine Kompetenz in so weitreichenden Fragen habe. Die entsprechende Petition wurde jedoch von Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara abgewiesen. 

Der neue Kommandant hat einen BA in Philosophie und Wirtschaftsverwaltung, sowie einen Master in «National Resources Management». Darüber hinaus absolvierte er zahleiche internationale militärische Weiterbildungskurse.

In der IDF dient er seit 1985. Viel Glück und eine möglichst friedvolle Amtszeit!

Die Kunst der Diplomatie auf dem politischen Parkett:

Dass die hohe Kunst der Diplomatie nicht jedermanns Sache ist, bewies MK David Amsalem von der Likud Partei. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler war 2020/21 Minister für Zusammenarbeit zwischen Regierung und Knesset, sowie für digitale Angelegenheiten. Beides Ministerposten, die speziell dafür geschaffen wurden, um ihn mit gutdotierten Pfründen auszustatten. Das ist der Dank seines damaligen verehrten Chefs! Auf der derzeitigen Wahlliste des Likud steht er auf dem fünften Platz und strebt die Position des Justizministers an. Für den er als Wirtschaftsfachmann völlig ungeeignet ist. 

Muss man es als pure Verblendung bezeichnen, oder geht es schon in Richtung Kadavergehorsam, was nun von ihm in der Knesset zu hören war? Er wolle, so sein Eingangsstatement, den Strafbestand des «Vertrauensbruches» abschaffen. Gelänge dies, wäre MK Netanyahu einen wesentlichen Teil der gegen ihn laufenden Anklagen los. Diese seien alle manipuliert und jeder «der dafür verantwortlich ist, muss im Gefängnis sitzen, inklusive des ehemaligen Generalstaatsanwaltes Avichai Mandelblit.»

Linke Parteien und namentlich PM Yair Lapid beschimpfte er als Bolschewiki und Marxisten, wobei ich bezweifle, ob er diese Begriffe wirklich definieren kann. 

Justizminister Gideon Sa’ar, ein ehemalig getreuer Likudnik, der nun gemeinsam mit VM Benny Gantz die Partei der Nationalen Einheit führt, wetterte, dass Amsalems Philippika gegen die Demokratie «das Ausmass des Wahnsinns zeigen, den der Likud erreicht hat.»

Israel-bashing bei der UN:

Am 27. Oktober wird der UN-Generalversammlung wieder einmal ein Dokument vorgelegt, welches keinen anderen Zweck erfüllt, als Israel erneut zu verurteilen. PM Yair sagt zu dem 28 Seiten umfassenden Bericht «…, dass nicht jede Kritik an Israel auf Vorurteilen beruht, aber, dass dieses „voreingenommene“ Dokument, das Teil der Untersuchung des 11-tägigen Krieges mit der Hamas im vergangenen Jahr war, „von Antisemiten geschrieben“ wurde.»

Die andauernde Untersuchungskommission der UNO fordert den Sicherheitsrat auf, dass Israel sofort die «dauerhafte Besetzung» zu beenden und israelische Beamte strafrechtlich zu verfolgen. Der Bericht beschuldigt Israel mutmasslicher Rechtsverletzungen im Gazastreifen, sowie im Gebiet von Judäa und Samaria. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt aber auf der Operation «Wächter der Wälle» die im Jahr 2021 als Reaktion auf Unruhen in den genannten Gebieten und anschliessend zu einer elf Tage dauernden Konfrontation mit der Hamas in Gaza führte. 

Jedoch ist das Dokument, wie sehr oft bei den UNO-Klageschriften gegen Israel, nicht sehr trennscharf. Es verurteilt die israelische Kontrolle über das von den Palästinensern beanspruchte Gebiet, sowie über die ehemals syrischen Gebiete auf dem Golan. «Dies kommt einer de facto Annexion gleich.»

Die ständige Untersuchungskommission, die «Pillay Kommission», ist die erste und einzige, die von der UN-Rechtsbehörde das Dauermandat erhielt, Untersuchungen im Zusammenhang mit Israel und den Palästinensern anzustellen und zu verurteilen. Diese Kommission wird dadurch zu einer Quelle für ständige Voreingenommenheit und Subjektivität in der Beurteilung der Lage.

Fly us to the moon!

Irgendwann wird die Erde zu klein für die Menschheit werden und wir werden uns bemühen müssen, andere Siedlungsgebiete zu erschliessen. 

Die Forschung, ob und wie es gelingen kann, den Mond als solches vorzubereiten, beschäftigt eine Forschergruppe vom Jacob-Blaunstein-Institut für Wüstenforschung auf dem Campus der Universität in Sde Boker im Negev. Dort ist man schon lange Jahre erfolgreich dabei, die extrem trockene Wüstenlandschaft im Süden Israels in fruchtbares Land zu transformieren. 

Reist man quer durch den Negev und die Arava Richtung Eilat, so kann man nur staunen, wie grün die unwirtliche Umgebung mittlerweile geworden ist. 

Bisher gibt es nur Erfahrungen mit Pflanzenversuchen auf der internationalen Raumstation. In Zusammenarbeit mit australischen und südafrikanischen Universitäten bereiten die Forscher ein Minitreibhaus vor, das, bestückt mit verschiedenen Samen, im Jahr 2025 auf den Mond fliegen soll. Geplant ist der Flug mit dem zweiten israelischen Raumschiff «Beresheet 2». 

Der erste Versuch dieses unbemannten Versuchsprojektes endete am 11. April 2019 mit dem Verlust des Raumschiffes.

Das Minitreibhaus wird versiegelt, so dass im Inneren die Erdatmosphäre erhalten bleibt, während die Mikrogravitation des Mondes von aussen auf es einwirkt. Damit wird eine Situation geschaffen, die es in der Raumstation nicht gibt. 

Da die Batterieleistung nur 72 Stunden dauert werden nur Samen von sogenannten «Auferstehungspflanzen» zum Einsatz kommen, deren Wachstum nach wenigen Stunden abgeschlossen ist. 


Sie sterben für nichts» – eine Replik zu einem Bericht von Monika Bolliger ›

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