Was geschah am 14. November?

20. Cheschwan 5783

Koalitionsgespräche:

MK Bezalel Smotrich sucht und findet Unterstützung von prominenten Rabbinern bei der Durchsetzung seiner Forderungen anlässlich der Koalitionsverhandlungen. Die Forderungen werden von Tag zu Tag grösser, mittlerweile verlangt er für sich und seine Parteikollegen drei Ministerien: Verteidigung, Erziehung und religiöse Angelegenheiten. 

Der designierte PM Benjamin Netanyahu zögert indes, ihm das Verteidigungsministerium anzuvertrauen; sein Top Kandidat ist der ehemalige IDF Generalmajor Yoav Gallant. MK Bezalel Smotrich liess sich als Yeshiva Student vom Militärdienst zunächst suspendieren und erhielt anschliessend, im Alter von 28 Jahre eine Verkürzung auf 14 Monate. Auch seine nie ganz geklärte Teilnahme in der Planung diverser terroristischer Anschläge disqualifiziert ihn für dieses Amt.

Der Sender «Kan» berichtete, dass sich Smotrich mit sechs ehemaligen hohen Offizieren der IDF, darunter Dan Harel, ehemaliger stv. Generalstabschef der IDF, und Yiftach Ron-Tal, ehemaliger Generalmajor der IDF, zu Besprechungen getroffen habe. Er soll ihnen die Posten der Vorsitzenden im Verteidigungsministerium zusaget haben, wenn sie seine Ernennung zum Verteidigungsminister stützen. Die Unterstützung weiterer prominenter Rabbiner hole er sich im Laufe des Abends nach diesem Gespräch. Sie forderten den designierten PM auf. «Die Macht, den Wert und die Partnerschaft der Partei Religiöser Zionismus anzuerkennen.»

MK Itamar Ben-Gvir wird als eine grundlegende Forderung in den Koalitionsgesprächen die Todesstrafe für Terroristen einbringen.

Diese wurde auch von den vorhergehenden Regierungen unter PM Benjamin Netanyahu immer wieder gefordert. Jedoch war der Widerstand im Allgemeinen zu gross, so dass die Gesetzesvorlage nie zur Abstimmung kam. 

Mit der geplanten Regierung aus ultra-rechten und ultra-religiösen Parteien ist es durchaus vorstellbar, dass diese Bedingung erfüllt werden kann.

Ben-Gvir betonte, dass der jetzige Zustand auf Dauer nicht haltbar sei. Die Zahl der Terrorattacken gegen Juden nähme zu. Nach jedem Anschlag würde betont, dass der Staat strenge Massnahmen ergreifen würde, um die Terroristen zu bestrafen. Was sie jedoch zu erwarten hätten, wären Haftstrafen mit sehr milden Bedingungen und eine grosszügige Zahlung durch die PA. Im besten Fall könnten sie auch anlässlich eines Gefangenaustausches freikommen. 

Frauen an die Macht?

Ein israelischer Comedian, Yohay Sponder, brachte es auf den Punkt: «Es gibt einfach Juden, über denen gibt es die «normal» Religiösen, darüber die zionistischen Juden, darüber ist Gott. Darüber stehen die Haredim, darüber steht Bibi und über Bibi steht …… Sara!»

Sara Netanyahu glaubt, Politik betreiben zu müssen, bevor überhaupt mit der Arbeit der sich vielleicht findenden Regierung begonnen wird.

Deshalb traf sie sich zu einem «get-together» Gedankenaustausch. Eingeladen waren die Ehefrauen der potenziellen Koalitionspartner des Likud Chefs, Yaffa Deri (Shas), Rivka Goldknopf (Vereintes Tora Judentum), Ayala Ben-Gvir (Otzma Yehudit) und Galit Maoz (Noam). 

Revital Smotrich (Religious Zionism) setzte ein Zeichen, um den derzeitigen Stillstand in den Verhandlungen zwischen den Ehemännern zu unterstreichen. Das ist auch als Statement zu verstehen. 

Ayala Ben-Gvir kam zum Treffen mit einer Handfeuerwaffe. Die Sicherheitsmannschaft des Hotels musste eine Ausnahme machen, um ihr den bewaffneten Zutritt zu erlauben. Als Grund für die Bewaffnung gab sie an, Mitglied einer Frauengruppe zu sein, die für die Sicherheit in Kiryat Arba, dem Wohnort der Familie bei Hebron sorgt.

Das Treffen fand im Waldorf Astoria Hotel in Jerusalem statt und zeigte deutlich, welche Rolle Sara sich selbst zugesteht.

Eine Fehlentscheidung der ZOA:

Die Zionist Organisation of America hat mit der Auswahl des Preisträgers der Herzl Medaille im Jahr 2022 einen absoluten Fehlgriff getan. 

Mort Klein, der CEO dieser in New York ansässigen rechts-gerichteten Organisation schreibt auf der Webseite, indem er Trumps Eigenlob aufnimmt: «ZOA honoring Trump as the greatest president ever for Israel and the  Amercian Jews». Bei seiner Dankesrede gab sich Trump verwirrt «Die Demokraten erhalten 75 % der jüdischen Stimmen. Angesichts all der schrecklichen Dinge, die unter Biden und Barack Hussein Obama (sic!) stattgefunden haben. Und dann 75 %? Was zum Kuckuck geht hier vor, Mort?»

Wie es zu verstehen ist, dass sich Trump nun in der Reihe von Vorgängern sonnen darf, die die Medaille ehrlich verdient haben, erschliesst sich mir nicht. Zu diesen zählen: Winston Churchill, Harry Truman, David Ben-Gurion, Golda Meir und Menachem Begin.

Virtuell übergeben wurde die Medaille durch Miriam Adelson, die von Israel via Zoom zugeschaltet war. Sie verglich Trump mit Theodor Herzl und sagte, die Ähnlichkeit zwischen Herzl und Trump sei sehr gross. Ihre grosse Verbundenheit zu Trump ist verständlich, wenn man weiss, dass sie allein im Jahr 2020 180 Million US-$ an Spendengeldern an die Republikaner überwies. Im Gegenzug erhielt sie vom damaligen Präsidenten die «Presidential Medal of Freedom», die höchste an Zivilisten zu verleihende Medaille. Für seine Arbeit und Haltung gegenüber Israel verdiene er «ein Buch Trump», das den «Heiligen  Schriften» hinzugefügt werden müsse. 

Amerikanische Verblendung eben!



Kategorien:Israel

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