Was geschah am 6. Dezember?

12. Kislev 5783

Geboren:

1884 wurde in Poltawa, heute Ukraine, Isaak Schimschilewitsch, später Jitzchak Ben Zvi, geboren. 

Bereits in jungen Jahren war er, noch in der Ukraine, im Untergrund tätig, um Juden während der Pogrome von 1905 zu schützen. Bereits 1881 hatte es massive Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung gegeben. In Folge der Pogrome entstand die zionistische Bewegung in Osteuropa, die die Auswanderung von Juden nach Palästina unterstützte. In Odessa betrug der jüdische Bevölkerungsanteil etwa 30 %. Mit 125.000 Personen stellten sie nach den Russen die zweitgrösste Bevölkerungsgruppe. 

1907 wanderte er nach Jaffa aus und wirkte gemeinsam mit seiner Frau Rachel am Aufbau der damaligen Untergrundbewegung HaShomer mit. 1912 – 14 studierte er, gemeinsam mit dem späteren ersten PM des jungen Staates Israel, David Ben Gurion, s’’l, in Istanbul Rechtswissenschaften. Wieder zurück in Palästina, wurden beide wegen verbotener zionistischer Betätigung des Landes verwiesen. Ein arabischer Kommilitone aus Istanbul sagte dazu: «Als dein Freund bedaure ich deine Ausweisung, als Araber freut sie mich.»

1919, zurück in Palästina, war er Mitbegründer der Arbeiterpartei und gründete zusammen mit David Ben Gurion die Gewerkschaft Histadrut, die noch heute die grösste in Israel ist. 

1948 gehörte Ben Zvi zu den Mitunterzeichnern der Unabhängigkeitserklärung. Von 1952 bis zu seinem Tod im Jahr 1963 diente er als zweiter Staatspräsident. 

1896 wurde in New York City Israel Gershowitz, später Ira Gershwin geboren. Ira war der älteste Bruder von George Gershwin (1898 – 1937). Als eigenständiger Musiker und Komponist erreichte er nie den Weltruhm seines Bruders. Zwischen 1924 und dem frühen Tod von George, schrieben sie gemeinsam die weltbekannten Werke der Musikliteratur. «Porgy und Bess» erreichte nach der Premiere 1935 bis heute ungebrochene Beliebtheit. 

Die meisten Texte flossen aus seiner Feder, während sein Bruder George für die musikalische Umsetzung verantwortlich war. 1932 erhielt er für seine Texte den begehrten Pulitzer Preis.

Nach dem Tod seines Bruders schrieb er u.a. Texte für Frank Sinatra, Barbra Streisand, Judy Garland und Ella Fitzgerald. 

Regierungsbildung:

Als ersten massgeblichen Schritt in eine neue Regierung haben die Abgeordneten hinter dem designierten PM genügend Unterschriften gesammelt, um eine Abstimmung über die Neubesetzung des Knesset Sprecherszu erzwingen.

Konkret ist dieser Schritt notwendig, da verschiedene Gesetzesänderungen notwendig sind, um z.B. rechtmässig Verurteilte, wie den Vorsitzenden der Shas, Aryeh Deri, überhaupt zum Minister ernennen zu können. Wann die einzelnen Gesetze zur Abstimmung kommen, entscheidet einzig und allein der Knesset Sprecher. 

«Trotz des unglaublichen Schmerzes zu wissen, was die Absicht der entstehenden Koalition ist, werde ich staatsmännisch handeln und den Willen des Wählers respektieren.» betonte der amtierende Sprecher, Mickey Levy. 

Wenn der neue Sprecher, der noch nicht namentlich genannt wurde, im Amt ist, hat damit die geplante Koalition, noch bevor sie definitiv gebildet, geschweige denn vereidigt worden ist, die Kontrolle über die Knesset.

Wie unsicher sich der designierte PM bezüglich des Erfolges seiner Verhandlungen noch ist, zeigt, dass er bei Präsident Isaac Herzog um eine 14-tägige Verlängerung der Frist gebeten hat.  Eine ganz andere Interpretation dazu hat der amtierenden JM Gideon Sa’ar.

Noch ist nicht aller Tage Abend und noch dürfen wir die Hoffnung nicht aufgeben, dass es ihm nicht gelingt, eine tragfähige Koalition zu bilden. 

Die Abstimmung ist für den kommenden Montag geplant.

Der noch amtierende Justizminister Gideon Sa’ar hat sich mit einer dringenden und unüblichen Aufforderung an Präsident Isaac Herzog gewandt. Dieser möge dem Antrag des designierten PM um eine Verlängerung des Zeitrahmens zu Regierungsbildung um 14 Tage nicht stattgeben.

Der Grund ist so einfach wie klar. Der designierte PM habe, so Sa’ar, die Stimmen aller fünf an der möglichen Regierungsbildung beteiligten Parteien erhalten, um einen Antrag auf Ablösung des Knesset Sprechers zu stellen. Das wertet Sa’ar als Beweis, dass die Regierungsbildung bereits abgeschlossen, aber noch nicht bekanntgegeben worden sei. Der Grund liege einzige darin, dass es noch einige Gesetzesänderungen brauche, um wirklich alle Wunschkandidaten auf ihre Posten zu bringen (siehe vorhergehender Artikel).

Ergo, so der logische Rückschluss, sei die gewünschte Verlängerung nur wieder einer von Netanyahus Winkelzügen, um seine egoistischen Ziele zu erreichen. 

Ein aktueller Nachtrag: Verteidigungsminister Benny Gantz hat die IDF aufgefordert, sich auf ein „Ereignis“ vorzubereiten, das zu einer Eskalation führen könnte. Er spricht damit die immer stärker werdenden Spannungen in Judäa und Samaria, aber auch, wenn auch noch nicht in diesem Ausmass, im Gaza Streifen an.

Ausführlicher Bericht dazu im Hauptartikel von heute.



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