Was geschah am 9. und 10. Dezember?

16. Kislev 5783

Jüdische Gemeinden im Iran:

Drei Mitglieder der Jüdischen Gemeinden im Iran, zwei von ihnen aus Teheran und einer aus Shiraz, sind heute festgenommen worden. Einer der beiden in Teheran festgenommenen Personen wurden mittlerweile wieder freigelassen. Iranische Zeitungen sprechen sogar von fünf Festgenommenen. 

Für die Verhaftungen wurde kein Grund angeführt. Man geht aber davon aus, dass sie im Zusammenhang mit den andauernden landesweiten Protesten gegen das Mullah Regime stehen. 

In den Gemeinden waren zuvor Warnung ausgesprochen worden, nicht in die Synagogen oder Gemeindehäuser zu kommen.   

Wie schon in den vergangenen Jahren sind die Reaktionen der jüdischen Gemeinden verstörend. Die Zeitung Iran International beruft sich auf den Bericht in Times of Israel wo es heisst: 

«Die Gemeinschaft erklärt, dass sie der Position des obersten Führers immer gehorcht hat. Die Gemeinschaft erklärt, dass die Feinde des Systems Unsicherheit schaffen, indem sie auf die Einheit der Menschen abzielen. In den letzten Tagen haben sich in unserem geliebten Land unglückliche Ereignisse und Vorfälle ereignet, die die Herzen derjenigen verletzt haben, die dem Iran und dem heiligen islamischen System treu ergeben sind. Die Community bittet alle Mitglieder unseres lieben Landes, eine Polarisierung des Landes zu vermeiden und die Dinge zu diskutieren. Wir hoffen, dass wir in naher Zukunft Einheit, Frieden, Sicherheit und Glück in unserem geliebten Land sehen werden.»

Auch wenn die dort lebenden Juden den Iran seit vielen Generationen als ihre Heimat ansehen, sollten sie doch dringend darüber nachdenken, das Land zu verlassen. 

Spionage:

Von Delphin, Taube und Adler wurden schon lange vermutet, dass sie zum grossen Heer der israelischen Spione gehören. Doch was jetzt im Netz Verbreitung findet, ist wirklich abstrus. 

Ein Moskito mit der Nummer 38 auf dem Körper, soll der neue Agent sein. Wie kommt das Tattoo mit der Nummer auf den Körper, der in der Regel nicht grösser als 15 mm lang ist und nicht mehr als 2.5 mg wiegt?

Diese Frage kann der Verschwörungstheoretiker und «TicToc Influencer» Liam Dixon natürlich nicht beantworten. Sein Video wurde mehr als 3.5 Millionen Mal gesehen. Dort wird ein Mann gezeigt, der einen weiteren Moskito mit einer anderen Nummer ins Bild hält. Angeblich züchtet der Moskitos zu wissenschaftlichen Zwecken. Es wird aber auch behauptet, er züchte sie im Auftrag des Geheimdienstes, um Spionage für Israel zu betreiben.

Für alle, die nun Angst bekommen, es handelt sich nicht um einen «Moskito», sondern um eine «Grüne Fliege», die völlig friedlich ist und nicht sticht!

Regierungsbildung:

Der designierte PM Benjamin Netanyahu hatte zu Beginn der Phase der Regierungsbildung noch vollmundig getönt, er werde die Koalition in wenigen Tagen zusammenstellen. Doch statt des Sonntagnachmittagsspaziergangs wurde daraus ein Hindernislauf. 

Gestern gewährte ihm Präsident Isaac Herzog zehn weitere Tage, die um Mitternacht des 21. Dezembers auslaufen. Er machte damit Gebrauch von seinem Recht, maximal 14 weitere Tage Frist zu gewähren, oder den Zeitraum auch zu kürzen. Das ist das erste Mal ist, dass nur eine verkürzte Frist gewährt wird. 

Präs. Herzog äusserte seine Bedenken, dass die Koalition, die Netanyahu zusammenbringt, so extrem rechts sein wird, wie es sie in Israel noch nie gab. Sie sei geeignet, so der Präsident, das demokratische Gleichgewicht von Israel nachhaltig zu stören, den Geist der Unabhängigkeitserklärung zu brechen und Juden in der Diaspora entfremden. «Die Regierung muss für die gesamte Bevölkerung in Israel passen und einen respektvollen Umgang zwischen den Autoritäten der Exekutive, Legislative und Judikative sicherstellen.»

Umfrage:

Das Demokratische Institut Israel hat eine Umfrage durchgeführt, wie zufrieden die Bevölkerung mit sieben Gesetzesänderungen einverstanden ist. Befragt wurden 750 Personen, die zeigte, dass nur 1/3 der Bevölkerung hinter den geplanten Änderungen stehen. 

Befragt wurden sie zu den nachfolgenden Änderungsplänen – Zustimmungsrate in Klammern:

  • Aufhebung der Anerkennung von nicht-orthodoxen Konversionen (30.5 %)
  • Geschlechtertrennung bei öffentlichen Veranstaltungen (28 %)
  • Abschaffung der «Grossvaterklausel» bei der Einwanderung nach Israel (29 %)
  • Höhere Stipendien für Studenten an Yeshivot (25 %)
  • Aufhebung der Anerkennung von privaten Kashrut Zertifizierungen (28 %)
  • Zulassung von eigenen Rechtsberatern für Minister (29 %)
  • Rückwirkende Legalisierung von bisher illegalen Siedlungen (36 %)

Humanitäre Hilfe für die Ukraine:

Scott Kelly, ein ehemaliger NASA-Astronaut und der Mitbegründer von StemRad, Dr. Oren Milstein haben in Kiew 20 Sets der in Israel entwickelten und hergestellten Strahlenschutzwesten, StemRad 360, an Präsident Wolodymyr Zelensky übergeben.

Die Strahlenschutzschilde werden derzeit auf der Artemis-1 Rakete der NASA gemeinsam mit Lockheed Martin an Dummies getestet. 

StemRad ist ein Unternehmen, welches Strahlenschutzwesten und -anzüge für Ärzte, Ersthelfer, Mitarbeiter der Nuklearindustrie, Astronauten und Privatpersonen designed hat. Der Schutz gegen Verstrahlung der Stammzellen durch Gammastrahlen wird durch auf der Kleidung getragene Schutzgürtel im Beckenbereich erreicht. 

Krebserkrankungen in diesem Bereich werden durch den Einsatz dieses Schutzes auch bei extrem hoher Strahlenbelastung auf null reduziert. 

Die leichte Konstruktion mit Beckengurt und «Hosenträgern» erhält dem Träger die volle Mobilität, was im Notfall von absoluter Wichtigkeit ist. 

Das israelisch-amerikanische Unternehmen befindet sich noch im Aufbau. Weitere 180 Sets können daher nicht mehr verschenkt werden, sollen aber zum Selbstkostenpreis in die Ukraine geliefert werden. Damit das klappt, hofft Dr. Milstein auf Spenden.



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