Wajeshew, Deut 37:1 – 40:23

ב“ה

22./23. Kislev 5783                                                          16./17.  Dez 2022 

Shabbateingang in Jerusalem: (Kerzenzünden)                               15:57

Shabbatausgang in Jerusalem:                                                         17:17

Shabbateingang in Zürich:                                                                 16:18

Shabbatausgang in Zürich:                                                                17:28

Shabbateingang in Wien:                                                                   15:43

Shabbatausgang in Wien:                                                                  16:55

Josef flieht vor Frau Potiphar – Properzia di Rossi Wiki gemeinfreipara

Mit diesem Wochenabschnitt beginnt die grosse Josefsgeschichte. Jakob hatte sich mit seiner Grossfamilie in Kanaan niedergelassen. Mit dem Ende der Josefgeschichte werden am Ende des ersten Buches Moses auch die Geschichten unserer Patriarchen enden und wir dürfen uns der Geschichte von Moses und der Auswanderung aus Ägypten und dem langen Wüstenwanderung zuwenden. 

Unter allen Söhnen war ihm, so erfahren wir, Josef sein Lieblingssohn, der letzte Sohn seiner Lieblingsfrau Lea. Heute würde man vielleicht sagen, er war ein verwöhntes Vatersöhnchen, ein eitler Geck und vor allem ein kleiner Denunziant. Also kein allzu liebenswerter Charakter.

Alles was er berichtenswert fand, trug er seinem Vater Jakob zu. Der muss ihn abgöttisch geliebt haben. Sogar einen Mantel aus vielfarbigen Stoffen liess er für ihn nähen, damals ein teures Stück. Mit dem spazierte der 17 Jahre alte Knabe nichts tuend durch das Dorf und nervte seine Brüder mit seinen Träumen. 

Als er einmal träumte, welche herausragende Stelle er unter ihnen einnahm, riss ihnen die Geduld, sie sannen darauf, ihm eine Lektion zu erteilen. Die Gelegenheit kam, als der Vater ihn losschickte, sie auszuspionieren. 

Unterwegs trifft er einen Mann, der ihn fragt: „Wen suchst du?“ „Ich suche meine Brüder!“ Sind es wirklich seine Brüder? Oder sucht er seine Brüder um der Verbindung willen, die er gerne zu ihnen herstellen möchte? Hat er vielleicht Sehnsucht nach einem guten Familienzusammenhalt? Den, so muss er erfahren, wird er zu dem Zeitpunkt noch nicht finden. Noch muss er der einsame junge Mann bleiben, der sich erst seine Position innerhalb der Familie erkämpfen muss. 

Fast wäre es zu einem Mord gekommen, den Ruben, der Älteste, gerade noch verhindern konnte. So warfen die Brüder ihn in einen trocken gefallenen Brunnen, aus dem er von midianitischen Händlern gerettet und um 20 Silberstücke an vorüberziehende Ismaeliten verkauft wurde. So kam Josef, der Kanaaniter, nach Ägypten und wurde an den Haushalt von Potiphar verkauft. 

Um den Vater zu täuschen, behielten Josefs Brüder sein Obergewand, tränkten es mit dem Blut eines Ziegenbocks und legten diesen dem Vater vor als Beleg für die traurige Nachricht, dass er von einem wilden Tier zu Tode gebissen worden war. 

Der Vater versank in tiefe Trauer, weil er den Tod seines Lieblings nicht verwinden konnte. Er dachte sogar über Selbstmord nach. 

Damit könnte die wunderbare Josefsgeschichte enden, wenn nicht Gott ganz andere Pläne gehabt hätte. Josef, der bisher ein überbehütetes Kind war, muss sich nun in der Fremde behaupten und seinen Weg suchen. 

Gott steht ihm dabei zur Seite. Alles, was der junge Mann beginnt, gelingt ihm. Sein Chef vertraute ihm völlig, liess ihm freie Hand in allen seinen Handlungen. Der einzige Wermutstropfen war, dass Josef, der ein attraktiver junger Mann gewesen sein muss, sich ständig gegen die Verführungen durch die Ehefrau seines Chefs wehren musste. Er blieb standhaft, liess sich allerdings einmal überrumpeln und verlor bei seiner Flucht das Oberkleid, an dem sich die Frau festgeklammert hatte, in der Hoffnung, ihn zu halten. Sie nutzte die Chance, den Sklaven Josef, der ihr nicht zu Willen gewesen war, bei ihrem Mann zu denunzieren, der ihn prompt ins Gefängnis werfen liess. 

Doch selbst dort stand Gott, dessen Plan auch dieses vermeintliche Unglück war, unverbrüchlich an Josefs Seite. Josef stieg schnell wieder in der hierarchischen Leiter des Gefängnisses auf. Der Kerkermeister machte ihn zu seiner rechten Hand und vertraute ihm völlig. 

Jetzt kam ihm seine Gottesgabe zugute, für die seine Brüder ihn nicht nur verachtet, sondern auch gehasst hatten. Es gelang ihm, die Träume des Mundschenks und des Bäckers zu deuten. Dem Mundschenk konnte er eine für ihn günstige Deutung geben, der Bäcker aber musste sein Todesurteil akzeptieren. 

In den Träumen hatte Josef den Willen Gottes erkannt und weitergegeben. Obwohl es hätte passieren können, dass er selbst hätte durch die Traumdeutung Schaden nehmen können. Er war sich sicher, Gott schützt ihn. Der Mundschenk, der wieder in Ehren aufgenommen worden war, aber vergass, so wie die meisten Menschen es tun, seinem Retter seine Dankbarkeit zu zeigen. 

Die Josefsgeschichte zeigt uns, dass Rivalität, Misstrauen, Eifersucht und Rachsucht Menschen ins Verderben treiben und Beziehungen zerstören können. 

Sie zeigt aber auch, dass Kontinuität und ein sich selbst treu bleiben positive Signale aussenden kann, auch wenn dies oft erst viel später geschieht.

Ich wünsche für uns alle, dass wir die Fähigkeit geschenkt bekommen, nicht das Schlechte, sondern viel eher das Positive zu suchen und zu finden. 

Auf dass unser Leben heller und freundlicher wird, so wie ab Sonntag die derzeit dunklen Abende im ständig anwachsenden Kerzenschein auf der Chanukkia immer heller und wärmer werden. 

Shabbat Shalom ve Chag Chanukka sameach!



Kategorien:Religion

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1 Antwort

  1. Noch heute
    werden uns
    die Träume
    geschenkt
    die ein Jeder
    zur Einsicht
    für sich selbst
    zu deuten
    verstehen sollte
    dem Begehren
    sind Frau
    und Mann
    ausgesetzt
    damit sie
    das Leben
    weiter geben

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