Was geschah am 16. Januar?

23. Tevet 5783

© Marc Chagall, Mene, mene tekel upharsim

Universitärer Warnstreik:

Tausende Studenten, vor allem aus den juristischen Fakultäten, verliessen heute am Vormittag für eine Stunde ihre Vorlesungssäle. Ihr Warnstreik richtete sich gegen die von der Regierung geplanten Umstürze im Justizbereich. 

Gleichzeitig fanden von der rechtsextremen NGO «Im Tirzu» Gegendemonstrationen statt. Diese NGO hat vor Jahren bereits zugegeben, Wähler, vor allem in Altersheimen, so manipuliert zu haben, dass sie für den Likud stimmten. Der CEO, Matan Peleg, verwies dabei auf Statistiken, die den Erfolg der Wahlmanipulation belegten. 

Im Zuge der heutigen Demonstrationen wurden vier friedlich demonstrierende Studenten von der Polizei festgenommen. Die Organisatoren der Demonstrationen verurteilten diese Festnahmen als reinen Willkürakt der Polizei. «Die Studenten nehmen ausschliesslich ihr Recht, ihre Meinung gegen einen geplanten coup d’état zu äussern wahr. Es scheint, als hätte die Polizei in Jerusalem beschlossen, die Proteste gewaltsam zu unterdrücken. 

Amtsübergabe bei der IDF:

Lt. General Herzi Halevi hat die offizielle Nachfolge von Brigadegeneral Aviv Kochavi als Generalstabschef der IDF übernommen. Verteidigungsminister Yoav Gallant und PM Benjamin Netanyahu nahmen an der Zeremonie teil.

Im Vorfeld der Ernennung hatte es zwischen der amtierenden und der designierten Regierung Unstimmigkeiten gegeben. Der damals designierte PM Netanjahu war der Ansicht, eine bereits abgewählte und nur interimistisch amtierende Regierung dürfe keine so weitreichende Entscheidung wie die Ernennung des neuen Generalstabschefs der IDF mehr tätigen. Der Oberste Gerichtshof hatte aber entschieden, dass das sehr wohl möglich sei. 

Mazal tov, General, und eine friedvolle Amtszeit!

Frauenpower in Gaza:

Eman Anwad, eine Geschäftsfrau aus Gaza, die bisher schon erfolgreich in verschiedenen leitenden Positionen der Wirtschaft tätig war, ist die erste Frau, die zu Vorsitzenden der «Kammer für Wirtschaft und Handel» gewählt wurde. 

Sie war während der letzten zehn Jahre u.a. Marketing Managerin bei der «Trust Insurance Group», Regional Managerin bei «Global International Versicherungen» und Vorstandpräsidentin bei «Pick and Call», einer Handelskette. 2020 wurde sie als Stv. Präsidenten des Palästinensischen Rates für Restaurants, Hotels und touristische Dienstleistungen in Gaza gewählt. 

Bisher gab es keine Einwände durch die Hamas oder andere palästinensische Organisationen im Gaza Streifen gegen ihre Wahl.

Auch ihr wünsche ich viel Erfolg für ihre Amtszeit!

Endlich einmal die Wahrheit!

«Kan» veröffentlichte den Mitschnitt einer Unterhaltung, die Finanzminister Bezalel Smotrich mit einem nicht genannten Geschäftsmann geführt hatte.

Auf dem Band sind einige interessante Aussagen zu hören, die sicher nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren. «Ein Sephardi oder ein traditioneller Jude, denkst du, er (der Geschäftsmann) kümmert sich um Schwule? Es ist ihm völlig egal. Er sagt: ‚Denkst du, es interessiert mich, dass du [Smotrich] gegen sie bist? Ich bin ein faschistischer Homophober, aber ich stehe zu meinem Wort. Ich werde keine Schwulen steinigen, und du wirst mir keine Garnelen zu essen geben.»

Nun ist die Katze aus dem Sack, wenn sich der Finanzminister schon selbst als Faschist bezeichnet, dann darf er sich nicht wundern, wenn die ganze Welt ihn auch so nennt. 



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