Was geschah am 18. Januar?

25. Tevet 5783

Geboren:

1863 wurde in Gleiwitz, Oberschlesien, Oscar Troplowitz geboren. Die Familie betrieb einen Weinhandel, der Vater war dazu Baumeister. Die Neue Synagoge von Gleiwitz, die der Pogromnacht vom November 1938 zum Opfer fiel, war von ihm erbaut worden. 

Oscar absolvierte seine Matura in Breslau und absolvierte auf Wunsch des Vaters eine Lehre als Apotheker. Ab 1884 studierte er dort Pharmazie, um anschliessend 1988 an der Universität Heidelberg zum Doktor der Philosophie zu promovieren und den Magister der freien Künste zu erlangen. 

1890 zog er nach Berlin und kaufte dort die von Paul Carl Beiersdorf gegründete «Fabrik dermotherapeutischer Präparate». 

1896 entstand der Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilm, der ab 1936 als Tesa-Film weltbekannt wurde. 1901 entwickelte er den medizinischen Klebeverband Leukoplast, 1909 folgte der Lippenpflegestift Labello mit dem damals völlig neuartigen Drehgehäuse, 1911 erwarb er von Isaac Lifschütz das Patent, Eucerit zu herzustellen. 

Nur wenige Monate später produzierte er die schneeweisse – daher der Name – Nivea Crème. Die markante und bis heute nahezu unveränderte blaue Dose wurde von Elly Heuss-Knapp, der späteren Ehefrau des ersten deutschen Bundespräsidenten, gestaltet, die die Farben Blau und Weiss als besonders attraktiv für Frische erkannte. 

Von ihr stammen auch die ersten animierten Werbespots

Für seine Mitarbeiterinnen führte er den Mutterschutz ein und errichtete einen Betriebskindergarten. Ab 1912 arbeiteten seine Angestellten und Arbeiter nur mehr 48 Stunden pro Woche, eine revolutionäre Entscheidung! 1916 folgte die Einrichtung einer Pensionskasse. 

1918 starb er überraschend, erst 55-jährig, an einem Hirnschlag. Sein Unternehmen wurde zunächst in eine GmbH und später in eine AG umgewandelt. Damit begann der unaufhaltsame Aufstieg. Obwohl das Unternehmen aufgrund der jüdischen Gründer und auch mehrheitlich jüdischen Gesellschaftern während der Zeit der Nationalsozialisten stark bedroht war, sind die Nachfahren bis heute die drittgrössten Aktionäre des Beiersdorf Konzerns.

Karriere:

Der erst 35 Jahre alte Dr. Abdulla Watad aus dem kleinen Ort Jatt  in der Nähe der grünen Grenze bei Um el Fahm wurde zum jüngsten israelischen Professor an der medizinischen Fakultät der Universität Tel Aviv ernannt. 

Mit mehr als 200 Veröffentlichungen zum Thema Rheumatologie und Stv. Direktor der internen Abteilung am Sheba Medical Center gehört er damit zu den jüngsten Professoren in Israel.

Seine Studien schloss er an einer italienischen Hochschule ab, nahm 2013 seine Arbeit am Sheba Medical Center auf und erhielt 2018 einen Forschungsauftrag für Autoimmunkrankheiten an der Universität Leeds.

«Um erfolgreich zu sein, musst du drei Dinge befolgen: du musst ein Ziel haben, hart arbeiten und einen Mentor haben, der an dich glaubt und dich fördert.»

Gefangener der Hamas:

Seit 2014 wird der Israeli Avera Mengistu von der Hamas in Gaza ohne Besuchs- und Kontaktmöglichkeit durch das Rote Kreuz gefangen gehalten. Er verlief sich offensichtlich am 7. Februar 2014 und gelangte unfreiwillig in den Gazastreifen, wo er sofort von Hamasmitgliedern festgenommen wurde. Seither gilt er als vermisst. 

Wegen einer geistigen Insuffizienz war er bis kurz vor dem Ereignis in stationärer Behandlung und wurde medikamentös behandelt. Kurz zuvor waren die Medikamente jedoch abgesetzt worden.

Zunächst war eine Nachrichtensperre über den Fall verhängt worden, die erst im Juli 2015 aufgehoben wurde. 

Trotz aller Bemühungen der Familie, gemeinsam mit Menschenrechtsorganisationen in Genf bei der UNO eine Freilassung zu erreichen, kam es zu keiner Bewegung.

2016 verlangte die Hamas einen erneuten Austausch von 60 Palästinensern, die bereits im Zuge der Befreiung von Gilad Shalit ausgetauscht worden waren, aber wieder rückfällig geworden waren, gegen die derzeitigen Gefangenen der Hamas. Diese Forderung wurde durch Israel abgelehnt.

Vor wenigen Tagen wurde ein Video von der Hamas veröffentlicht, das einen farbigen Mann mit einer gewissen Ähnlichkeit zu Mengistu zeigt. Der Bruder des Vermissten ist sich nicht zu 100% sicher, ob es sich um Avera handelt. Die IDF untersucht das Video derzeit.

© Marc Chagall, Mene, mene, tekel upharsim

Was geht mich das Gericht an?

Der derzeit amtierende Minister für Gesundheit, Innenminister und Stv. PM, MK Aryeh Deri, um dessen politische Zukunft sich derzeit das Oberste Gericht in Jerusalem den Kopf zerbricht, macht sich keine Sorgen um das ausstehende Urteil. 

Er selbst und seine Getreuen sprechen von 400.000 Stimmen, die bei den Wahlen am 1. November für seine Person als Parteichef des Shas abgegeben worden seien. Das Gericht sieht das etwas anders und auch realistischer: «Der Gerichtshof ging auf diese Argumente in einer Anhörung am 5. Januar zu dieser Angelegenheit ein. Die Richter widersprachen der Behauptung, die Wahl habe die Ernennung von Deri an zwei Fronten gerechtfertigt: Erstens können Stimmen, so zahlreich sie auch sein mögen, die Folgen krimineller Aktivitäten nicht auslöschen. Zweitens wählt das Volk Vertreter in die Knesset, nicht in die Regierung. Der Ministerpräsident ist derjenige, der die Minister ernennt. Obwohl die 400.000 Stimmen für Deri ihn tatsächlich als MK qualifizieren, rechtfertigten sie nicht automatisch seine Ernennung zum Minister.»

Deri hat mittlerweile angekündigt, auch wenn das Gericht gegen ihn entscheiden würde, so werde er nicht zurücktreten. 

Der Shas Minister für Soziales, MK Ya’acov Margi betonte gegenüber dem Nachrichtensender «Kan», dass es ohne Deri keine Regierung geben werde. Er werde dem Shas «Council of Torah Sages» dringend anraten, die Regierung platzen zu lassen, falls Deri nicht, wie geplant, Minister werden könne. 

Der Gerichtsentscheid ist da:

Mit 10 Pro-Stimmen und 1 Stimme Enthaltung hat das Obergericht in Jerusalem heute entschieden, dass MK Aryeh Derisich selbst durch «extreme Unvernunft» disqualifiziert habe, als Minister in der Regierung Netanyahu VI zu amtieren. Er sei «aufgrund seiner Verurteilung aus früheren strafrechtlichen Verurteilungen, nämlich seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung, nicht geeignet, die Ämter des Gesundheits- und Innenministers zu bekleiden. Das Gremium entschied, dass Premierminister Benjamin Netanyahu Deri von seinem Posten entfernen muss»

Richter Yosef Elron, der eine andere Meinung vertrat, sieht die Notwendigkeit, die Thematik an den Zentralen Wahlausschuss zu leiten, der dann entscheiden solle, wie sich die politische Zukunft Deries’ gestalten soll. «Die Verantwortung liegt bei Netanyahu, er muss dieses Problem lösen», hielt er fest.

Es muss erwartet werden, dass die Likud Lösungen finden wird, um MK Deri in der Regierung zu halten, ohne ihn zum Minister zu machen.

Aus der Shas Partei war sofort zu hören, dass sie das Urteil als «äusserst unvernünftig bezeichnet, das willkürlich getroffen worden sei.»

Koalitionsführer MK Yair Lapid betonte: «Wenn Arye Deri nicht gefeuert wird, wird sich Israel in einer beispiellosen Verfassungskrise wiederfinden und keine Demokratie und kein Rechtsstaat mehr sein.»

JM Yariv Levin äusserte sich empört und gelobte: «… alles Notwendige zu tun, damit diese Ungerechtigkeit, die zum Himmel schreit und Rabbi Arye Deri zugefügt wurde vollständig korrigiert werde.»

Kaum eine Stunde nach der Veröffentlichung des Urteils haben die Vorsitzenden der Regierungsparteien schon eine gemeinsame Erklärung abgegeben, dass sie alle zur Verfügung stehenden legalen Möglichkeiten ausnützen werden, um diesen ernsthaften Schaden zu korrigieren. 



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