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27./28. Tevet 5783 20./21.1.2023
Shabbateingang in Jerusalem: (Kerzenzünden) 16:22
Shabbatausgang in Jerusalem: 17:42
Shabbateingang in Zürich: 16:51
Shabbatausgang in Zürich: 18:00
Shabbateingang in Wien: 16:17
Shabbatausgang in Wien: 17:27

Gott sieht, dass es seinem Volk, mit dem er den Bund geschlossen hat, immer schlechter geht. Pharao unterdrückt sie, wo es nur geht, und bürdet ihnen mehr und mehr Arbeit auf.
Er beauftragt Moses damit, zu Pharao zu gehen und ihn aufzufordern, das Volk endlich aus der Sklaverei ziehen zu lassen. Gott weiss, dass noch ein langer Weg vor ihnen liegt, bis es soweit ist. Moses befürchtet, dass seine Worte ungehört verhallen werden.
Noch einmal weist er Gott auf seinen Sprachfehler hin und nun setzt Gott Aaron, den älteren Bruder, nochmals als „Sprachrohr“ ein, der anstelle von Moses sprechen soll.
Er gibt den Kindern Israel noch einmal ein grosses, vierfaches Versprechen: „Ich bin euer Gott. Ich führe euch aus dem Frondienst für die Ägypter heraus und rette euch aus der Sklaverei. Ich erlöse euch mit hoch erhobenem Arm und durch ein gewaltiges Strafgericht über sie. Ich nehme euch als mein Volk an und werde euer Gott sein. Und ihr sollt wissen, dass ich Gott bin, euer Gott, der euch aus dem Frondienst in Ägypten herausführt. Ich führe euch in das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob unter Eid versprochen habe. Ich übergebe es euch als Eigentum, ich, der Herr.“ (Ex 6:6-8)
Es ist ein vierfaches Versprechen, mit dem Gott nochmals seinen Bund und seine Pläne bekräftigt. In der Mischna Pessachim 10:1-7 lesen wir dies als Begründung, warum wir am Sederabend zu Beginn des Pessachfestes (mindestens) vier Gläser Wein trinken sollten.
Gott übernimmt an dieser Stelle die Handlungsverantwortung für die Kinder Israel. Sie selbst, und das spüren wir auch in der wiederholten Klage Moses‘, dass er nicht so wortgewaltig ist, wie es für die Diskussion mit Pharao notwendig erscheint, haben sich eingerichtet in ihrem Jammer. Sie haben aufgegeben. Nicht viel später, schon unterwegs in der Wüste, werden sie sich immer wieder an „die Fleischtöpfe Ägyptens“ erinnern und sich nach den „guten Zeiten“ zurücksehnen.
Moses ist verzagt, er traut sich selbst gar nichts zu, und vermutet, dass seine Stammesbrüder ebenfalls nicht von seinen Führungsqualitäten überzeugt sind. Doch Gott hat ihn ausgewählt, und so bestärkt er ihn, indem er ihm und Aaron einen neuen Status verleiht: „Schau, ich habe dich als Gott über Pharao gestellt und dein Bruder Aaron wird dein Prophet sein.“ (Ex 7:2)
Gott gibt Moses noch einen mächtigen Zauber in die Hand, etwas, was in der damaligen Kultur, in der Zauberer und Wahrsager eine wichtige Rolle spielen, seinen Stab. Moses kann nun, mit dieser verlängerten Hand Gottes die Plagen auslösen. Blut, Frösche, Stechmücken, Ungeziefer, Viehseuchen, Pestbeulen, Hagel kamen über das Land. Alles wurde von den Plagen getroffen, nur Goschen, das Land, in dem die Kinder Israels lebten, blieb verschont. Doch Pharao blieb stur.
Genauso stur bleiben aber auch die Kinder Israels. Wir lesen nichts davon, dass sie einen Aufstand gegen den tyrannischen Pharao anzettelten, nichts davon, dass sie in einem Streik die Arbeit niederlegten. Nein, abgestumpft wie Menschen ohne Perspektive, scheinen sie sich ihrem Schicksal ergeben zu haben.
Wir wissen, dass Gott ganz andere Pläne mit ihnen hat.
In der kommenden Woche lesen wir, wie die höchst beeindruckende und spannende Geschichte weitergeht.
Eines können wir schon heute daraus lernen: Wenn Gott einen Plan hat, dann wird er ihn auch verfolgen!
Shabbat Shalom!
Kategorien:Religion
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