18. Shevat 5783
Erdbeben:
Zum dritten Mal in Folge bebte Erde in Israel am Mittwochabend. Die Stärke des Bebens, dessen Epizentrum in der Nähe der syrisch-libanesischen Grenze im Norden des Landes lag, betrug 4.3, eine Stärke, die schon deutlich spürbar ist.
Die Zahl der Opfer in der Türkei und Syrien stieg mittlerweile auf über 16.000 an.
Steuererleichterungen:
MK Danny Danon hat einen Antrag eingebracht, der Steuererleichterungen für die jüdischen Bewohner von Judäa und Samaria vorsieht. Die Umsetzung dieses Antrages würde eine Koalitionsvereinbarung zwischen Likud und Religious Zionism erfüllen.
Begründet wird der Antrag mit dem erhöhten Sicherheitsrisiko, dem sich die Bewohner dieser Region ausgesetzt sehen.
Um es festzuhalten: Grund und Boden kosten dort einen Bruchteil der Preise in Israel, Hypotheken und Förderungen für Neubauten sind wesentlich einfacher und zu günstigeren Konditionen zu bekommen und, last not least, niemand zwingt jemanden dort zu wohnen.
Wer aus ideologischen Gründen nach Judäa oder Samaria zieht, um ein politisches Statement abzugeben, der soll das tun. Aber dafür noch mit Steuererleichterungen belohnt zu werden, das geht dann doch zu weit.
Staatlicher Zuschuss für das private Heim:
Sarah Netanyahu hat noch vor der Wiederwahl ihres Ehemannes als PM beim Shin Bet um Instandsetzung von Mängeln an ihrer privaten Villa in Caesarea angesucht.
Die Kosten werden ohne Probleme vom Sicherheitsdienst übernommen, wenn es sich um die existenzielle Wiederherstellung oder Aufrechterhaltung des Sicherheitsstandards handelt.
Konkret ging es dabei um die Reparatur des Gartenzauns, den Austausch der Gartenbeleuchtung und, man höre und staune, die Anschaffung von sechs Heizkörpern. Die Ansuchen wurden nach einer Besichtigung vor Ort abgelehnt. Einzig die Wachmannschaften erhielten neue, stärkere Taschenlampen.
Am Tag der Angelobung, Donnerstag, 29.12.22, bestellte die gute Hausfrau eine Reihe von hochwertigen «Shabbat Produkten», die geliefert wurden, am folgenden Tag, also noch Shabbatbeginn, aber bereits verbraucht waren und ersetzt werden musste. Erstaunlich!
Dass das Appartement neben der offiziellen Residenz während der Umbauarbeiten im Haupthaus von Sarah mitgenutzt wird, dagegen spricht wohl nichts. Zuvor war es zeitweise auch von Yair und Lihi Lapid genutzt worden. Der PM bat darum, in diesem Appartement gelegentliche Treffen zu arrangieren, die er nicht in seinem Privathaus in Jerusalem, das ebenfalls gerade an die neuesten Sicherheitsstandards angepasst wird, abhalten möchte.
Um immer schick und adrett auszusehen, wie es sich für die Ehefrau des PM gehört, bat Sarah, ihr drei neue Schminktische aufzustellen. Auch das wurde abgelehnt.
Die Mitarbeiter im Büro des PM, die für die Budgetierung und auch die Einhaltung desselben zuständig sind, wurden fristlos entlassen. Der Grund: Ihre verantwortungsbewusste Arbeit im Sinne des Dienstgebers, also des Staates.

Ein neues Deri Gesetz:
Zugegeben, die Aktivistinnen von «Women of the Wall» nerven mich ganz gewaltig. Noch gewaltiger nerven mich aber die wuseligen, oft ungepflegten ultra-orthodoxen Männer, die glauben, die Kotel gehöre ihnen allein.
Ob eine Frau den Vorschriften der jüdischen Jachnes, zumeist die Ehefrauen der vorgenannten Wusel, entsprechend gekleidet ist oder nicht, entscheidet sich am Eingang zur Frauensektion. Wer nicht gefällt, wird entweder abgewiesen, oder muss sich in ein oftmals schon leicht angeschmuddeltes Tuch hüllen. Gelingt es, die Kontrolle zu passieren, so darf man sich den uralten Steinblöcken nähern. Nur nähern, denn die erste Reihe mit direktem Zugriff, um ein Zettelchen in eine Mauerritze zu legen, ist meist mit Dauerbeterinnen auf Gartenstühlen blockiert. Nur leises Murmeln, manchmal auch Jammern ist erlaubt.
Wo bleibt die Stimme von Mirjam, von der wir im letzten Wochenabschnitt gelesen haben? Die «Women of the Wall» provozieren regelmässig zu Beginn des neuen Monats, der vielerorts als besonderer Tag der Frauen begangenen wird, mit ihren Auftritten. Mit farbenfrohen Tallitot, oft sogar noch mit gelegten Tfilin und mitgeführten Torahrollen erzwingen sie sich Zugang zur Kotel. Und feiern dort, inmitten der orthodoxen Übermacht einen Gottesdienst.
Nicht immer können sie ihn zu Ende bringen, bevor sie von den Sittenwächtern und manchmal auch von der Polizei abgeführt werden.
MK Aryeh Deri hat jetzt einen Gesetzesentwurf eingebracht, der für derartige unverzeihliche Verletzungen des orthodoxen Egos drastische Strafen vorsieht: Die betroffene Frau kann wählen zwischen US$ 2.900 oder 6 Monaten Gefängnis. Über den Entwurf soll bereits am Sonntag abgestimmt werden. Das Verbot wird für den gesamten Bereich der Kotel gelten, auch für jenen abgetrennten Platz, der für egalitäre Gottesdienste vorgesehen ist.
Die kluge Frau sollte nachgeben. Kein Mensch wird sie in ihren Reform- oder Masortigemeinden daran hindern, aktiv und gleichberechtigt am Gemeindeleben teilzunehmen. Mit Tallitot, Tfilin und Lesen aus der Torah.
Ihr Auftreten an der Kotel aber, das ist kein religiöses Statement, das ist purer politischer Feminismus. Den sollten sie nicht nötig haben.
Ich bin auch dafür, dass der Zugang und das Gebet an der Kotel liberalisiert werden müssen und das Monopol der ultra-orthodoxen endlich aufhört. Nur das ist der richtige Weg!
PM Netanyahu hat sich gerade eben zu diesem Entwurf geäussert: «Der Status quo der Kotel bleibt unverändert. Ich habe mit meinen Koalitionspartnern gesprochen, es wird keine Kriminalisierung geben.» Wir dürfen gespannt sein!
BDS:
Der Stadtrat von Barcelona, der katalanischen Hauptstadt, hat angekündigt, seine städtepartnerschaftlichen Beziehungen zu Israel sofort abzubrechen.
Betroffen davon ist die Schwesterstadt Tel Aviv.
Ohne Vorwarnung und ohne bilaterale Gespräche schrieb die Bürgermeisterin, Ada Colau, an PM Netanyahu: «Ich habe beschlossen, die Beziehungen zu Israel und seinen Institutionen, einschliesslich des Städtepartnerschaftsabkommens mit Tel Aviv, vorübergehend abzubrechen, bis die israelischen Behörden die systematische Verletzung der Menschenrechte des palästinensischen Volkes beenden.»
Selbstverständlich richtet sich der Schritt nur gegen die Regierung und nicht gegen die Israelis, betonte sie mit Blick auf die hohen Gästezahlen aus Israel, die im Laufe des Jahres nach Barcelona reisen.
Der Entschluss wurde von pro-palästinensischen Gruppen vehement begrüsst. Diese dominieren die katalanische Freiheitsbewegung.
Dazu muss man wissen, dass sie sich bei den Kommunalwahlen im Mai wieder für den Posten der Bürgermeisterin bewirbt und auf die Stimmen der extrem linken und muslimischen Wählerschaft angewiesen ist.
Kategorien:Israel
Hinterlasse einen Kommentar