21. Shevat 5783
Städtepartnerschaft:
Nachdem Barcelona die Städtepartnerschaft mit Tel Aviv auf Druck von pro-palästinensischen Gruppen und palästinensischen Organisation in der katalanischen Hauptstadt ausgesetzt hat, fand sich schnell ein neuer Partner.
Die spanische Hauptstadt Madrid zeigte sich «begeistert von der grossartigen Möglichkeit, um die Verbundenheit zwischen Madrid und Tel Aviv zu zeigen.»
Wintersport:
Nach den ausgiebigen Schneefällen der letzten Tage konnte am Freitag das Skigebiet am Hermon für die kurze Saison öffnen.
Die Zufahrt zum eigentlichen Skigebiet ist nach wie vor aufgrund der geografischen Lage problematisch. Tausende von Skifans stauen sich bereits in den frühen Morgenstunden vor dem noch verschlossenen Tor. Das befindet sich auf dem Gebiet des Drusen Ortes Majdal Shams. Die Tageskarte kostet NIS 280,–, eine Skiausrüstung kann für etwa NIS 400,– pro Tag gemietet werden.
Die Liftanlagen sind täglich von 8 bis 16 Uhr geöffnet, ein Shuttle Bus bringt die Skifahrer zu den Parkplätzen.
Die Anlagen bieten für jeden etwas, von einfachen Schleppliften für Kinder oder Anfänger bis zu relativ anspruchsvollen Pisten.

Widerstand gegen das Gesetz:
Der per Gerichtsbeschluss geschasste Shas Minister Aryeh Deri widersetzt sich dem Urteil. Nicht zum ersten Mal. Zuerst versicherte er dem Gericht nach seiner vorläufig letzten Verurteilung glaubhaft, er werde sich aus der Politik zurückziehen. Das Gericht, in der Annahme, es stecke doch ein Funken Ehrlichkeit in ihm, glaubte das, und wandelte die unbedingte Strafe in ein mildes, nahezu straffreies Urteil um.
Er gab zwar seinen Platz in der Knesset auf, blieb aber Vorsitzender der Shas Partei. In der Funktion trat er wieder bei der Wahl vom 1. November mit dem bekannten Resultat an. Für den PM war er der Joker im Koalitionsroulette. Mit 11 von 64 erreichten Sitzen ist Shas der Garant für eine komfortable Mehrheit. Deri konnte hoch pokern und er tat es auch ohne Scham. Innen- und Gesundheitsminister, dazu der Job des Stv. PM. Mehr geht nicht.
Am 22. Januar schien das Ende der politischen Karriere erreicht zu sein. «Schweren Herzens» trennte sich PM Netanyahu von seinem wichtigsten Mann am Kabinettstisch. Der versprach: «Wir werden wiederkommen. Wenn sie uns die Türe versperren, dann kommen wir durchs Fenster. Und wenn sie auch das versperren, dann kommen wir durchs Dach!»
Mittlerweile wissen wir, wie die Dachluke aussieht, durch die er kommt. Sie ist der Hauseingang zu seiner Privatwohnung. Dort residiert er weiterhin als Minister, eine Tatsache, die niemand aus seiner Partei abstreitet. Dorthin kommen seine beiden «Nachfolger», die noch nie in ihren Büros in der Knesset aufgetaucht sind. Dorthin kommen die Direktoren seiner Verwaltungsbüros. Tagtäglich. Sie werden für die Jobs bezahlt, er wird das Geld einkassieren, denn er ist es, der den Job macht. So lässt es sich gut leben.
Vor allem, wenn der amtierende PM das üble Spiel mitmacht.
Gottseidank gibt es NGOs, die die üblen Machenschaften der derzeitigen Regierung aufmerksam beobachten. Männer wie Deri, aber auch wie Netanyahu müssen für immer aus einem Regierungsjob entfernt werden.
Sie sind eine Schande für Israel!
Brandreden von MKs:
Eine Schande für Israel ist eine weitere Schreihälsin der Likud Partei, MK Tally Gotliv. Als Rechtsanwältin sollte sie wissen, dass das, was sie seit Samstagabend in der Öffentlichkeit betreibt, Rufmord ist. In Israel ein sehr schweres Verbrechen, gleichzusetzen mit Mord.
Sie verunglimpft die Präsidentin des Obersten Gerichtshofes, Esther Hayut, direkt für den schrecklichen Terroranschlag vom Freitag verantwortlich zu sein. Ihre Begründung: Hayuts’ Warnung vor den Umwälzungen der Justiz hätte dazu geführt, dass die Feinde Israels das Land als verletzlich einstufen und deshalb denken, problemlos Anschläge ausüben zu können.
«Ich mache die Oberste Richterin des Obersten Gerichtshofs für den Terroranschlag verantwortlich. Ich gebe ihr die Schuld für das Gefühl des Chaos in der israelischen Nation. Ich werfe ihr Zerstörung und schweren Schaden für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit vor. Alles ist akzeptabel auf dem Weg, eine rechte Regierung zu stürzen.»
Die Begründung ihrer Vorwürfe ist hanebüchen und verdreht die Tatsachen. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit werden ganz ausschliesslich von den Rechten demontiert.
Heute Vormittag doppelte Gotliv nochmals nach. «Wenn die Präsidentin des Obersten Gerichtshofs sagt, dass wir der Demokratie schaden, stiftet sie Chaos. Sie sagt, der rechte Flügel sei eine Gefahr für die Demokratie und wecke unsere Feinde aus ihrem Dornröschenschlaf.» Nicht nur die Feinde von aussen, sondern auch die Feinde von innen. Neidhammel, die aus der hinteren in eine der vorderen Bänke wollen.
Sogar PM Netanyahu sah sich zu einer Korrektur der Brandrede genötigt und hielt fest, dass nur der palästinensische Terrorist die Verantwortung zu tragen habe.
Uriya Elkayam, ehemaliger Reporter des Militärsenders Galei Zahal und vom Sender Kan 11 fragte: «Gibt es da draussen keinen Erwachsenen, der ihr das Handy wegnimmt, den fürchterlichen Tweet löscht und ihren Twitter account sperrt?»
Blasphemie – Göttliche Verantwortung:
Shmuel Eliyahu, orthodoxer Rabbiner von Sfad und Mitglied des Chef Rabbinats von Isra ist der Vater von Amichai Eliyahu, Minister of Heritage, Otzma Yehudit. Das Ministerium wurde eigens zur Befriedigung der Ansprüche der kleinen, aber aggressiven Partei Otzma Yehudit vom Ministerium «Jerusalem und Jüdische Traditionen» abgespalten.
Shmuel Eliyahu mass sich am Freitag an, zu verkünden, dass das katastrophale Erdbeben, welches vor einer Woche die Türkei und Syrien getroffen hatte, ein «göttliches Urteil» war. Er ging so weit, das Beben mit der Flutwelle am Schilfmeer zu vergleichen. Das Ertrinken der Ägypter löste nur deshalb kein Mitleid bei den Kindern Israel aus, weil diese erkannten, dass die Ägypter sie getötet oder wieder versklavt hätten, wenn sie überlebt hätten. «Gott richtet alle Nationen um uns herum, die mehrmals in unser Land eindringen und uns ins Meer werfen wollten. Alles, was passiert, geschieht, um die Welt zu reinigen und besser zu machen.»
Gottseidank verurteilten zahlreiche Gelehrte, darunter auch orthodoxe Rabbiner, diese unglaublich bigotten Aussagen des religiös verblendeten alten Mannes aus Sfad. Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ron Lauder, sagte «Für mich ist es unvorstellbar, dass ein Mensch mit Anstand, geschweige denn ein Mann, der sich als spiritueller Führer darstellt, nicht am Boden zerstört wäre durch den tragischen Tod von mittlerweile mehr als 30.000 Männern, Frauen und Kindern. Jetzt ist ein Moment für uns, uns dazu zu verpflichten, einander zu helfen und zu unterstützen, nicht um Hass und Spaltung zu schüren.»
Zustimmung kam von Minister Itamar Ben-Gvir, der in der Vergangenheit immer wieder betont hatte, Shmuel Eliyahu sei besonders geeignet, als Oberrabbiner in Israel zu fungieren.
Erdbeben:
Ernsthafte Drohungen machten es notwendig, dass das in der Türkei eingesetzte Team von United Hatzalahsich sofort auf den Heimweg nach Israel machte.
Nach einer gemeinsamen Sitzung mit Mitgliedern des Home Front Commandos und der Search and Rescue Einheiten wurde beschlossen, den Einsatz dieser hochspezialisierten Gruppe von 25 Personen sofort zu beenden.
In Ermanglung eines zur Verfügung stehenden Flugzeuges, schickte Dr. Miriam Adelson ihren Privatjet, der die Helfer noch am frühen Sonntagmorgen ausflog.
Demonstrationen:
Am sechsten Samstagabend in Folge gingen mehr als 200.000 Menschen in Tel Aviv, Jerusalem, und anderen Städten auf die Strasse, um gegen die geplanten Zerstörung der israelischen Justiz zu protestieren. Erstmals gab es auch kleinere Demos in Efrata, Judäa.
Die ehemalige JM Tzipi Livni sprach in Tel Aviv «Wir sind nicht wegen der Wahlergebnisse auf die Strasse gegangen. Wir sind hier wegen dem, was Sie seit Ihrer Wahl getan haben. Persönlich motivierte Gesetze, politische Machtübernahme von Schlüsselfunktionen, Diffamierung von zivilen Beamten. Dieser Wahnsinn hat einen Namen. Es sind keine Zeichen mehr, sondern die Sache selbst – der Faschismus.»
Den Demonstrationen schlossen sich einige Städte in den USA und einige europäische Hauptstädte an.
Für morgen, Montag, wird mit einem Generalstreik gerechnet. Das wäre ein Novum in der Geschichte Israels.
Kategorien:Aus aller Welt, Timeline
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