Was geschah am 8. März? 

15. Adar 5783

Kultur:

We are the World wurde am 8. März 1985 veröffentlicht. Rund 50 Sänger, darunter auch jüdische Weltstars, wie Bob Dylan und Paul Simon, spielten diesen bis heute immer noch aktuellen Hit ein. Die Single verkaufte sich mehr als 200 Millionen Mal. Unter der Schirmherrschaft von Lady Di folgte im Juli desselben Jahres das «Live Aid» Konzert in London. Etwa 1.5 Milliarden Menschen verfolgten das Spektakel live vor den TVs. 120 Millionen US$ kamen durch Spenden zusammen. 

Sie kamen den notleidenden Menschen in der Sahel-Zone zugute, wo nicht nur seit 1964 eine extreme Dürre herrschte, sondern auch ein Bürgerkrieg zwischen dem äthiopischen Diktator Mengistu Haile Mariam und mehreren Rebellengruppen herrschte. 

Militärischer Ungehorsam:

Reservisten aller Waffengattungen weigern sich vermehrt, aus Protest gegen die Gewaltenteilung und Abschaffung der Unabhängigkeit der Justiz, ihren Reservedienst zu absolvieren. 

In einem militärischen Ernstfall würde dies eine Schwächung der Verteidigungsfähigkeit Israels bedeuten und ein Sicherheitsrisiko darstellen. 

In einer speziellen Nachricht zu Purim twitterte Kommunikationsminister Shlomo Karhi, Likud: «Das Volk Israel wird ohne euch auskommen und ihr könnt zur Hölle fahren! Die Reformbewegung der Justiz wird voranschreiten. Für diesen Moment sind wir an die Macht gekommen.» 

Einige Tage zuvor hatte der PM sich scharf gegen Wehrdienstverweigerer gewandt: «In unserer Gesellschaft gibt es Raum für Protest, Raum für gegensätzliche Standpunkte, aber keinen Raum für Verweigerung des Wehrdienstes.»

Natürlich konnte und wollte die Opposition das so nicht stehen lassen: «Netanjahu, in Ihrer Regierung gibt es zwei Parteien, deren Grundlage die Dienstverweigerung ist», sagte Lapid und bezog sich dabei auf die ultraorthodoxen Parteien Shas und Vereinigtes Tora-Judentum, die es weitgehend vermeiden, in der IDF zu dienen, und sich stattdessen dafür entscheiden, die Torah zu studieren. «Warum sagst du kein Wort über sie? Anstatt beschämende Pressekonferenzen mit dem TikTok-Clown abzuhalten, stoppe einfach den Wahnsinn»,fügte Lapid in Richtung auf Ben Gvir hinzu, der für seine eifrige Präsenz in den sozialen Medien bekannt ist.

Frauen in der Wirtschaft:

Ein Bericht, der 100 Unternehmen aus verschiedenen Branchen in Israel beschreibt, zeigt ein trauriges Bild. 

Untersucht wurden die zufällig ausgewählten Betriebe von NA’AMAT- The women’s Movement of Israel . Diese NGO unterhält Schwesterorganisationen in den USA, Kanada, Brasilien, Mexiko, Belgien, Argentinien, Uruguay und Peru. Ziel ist es, die Gleichbehandlung für Frauen in sozialen, politischen und wirtschaftlichen Punkten zu erreichen. Sie verstehen sich als Lobby für die Stärkung der Frauen und stellen u.a. Bildungsprogramme und Sozialdienste bereit. 

Untersucht wurde das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Arbeitnehmern in der Geschäftsleitung und in den Verwaltungsräten. Allgemein sind nur 30% der Vorstandsmitglieder und sogar nur 27% in der Geschäftsleitung Frauen. Bedrückend ist das Bild in der Luftfahrt und im Tourismusbereich, hier liegen die Zahlen bei 20% und 16%, die niedrigsten in der gesamten Wirtschaft. In der Wissenschaft sitzen nur 27% Frauen in den Vorständen, 33% in den Führungspositionen, wobei nur in der Open University und der Reichman University auch Frauen unter den Spitzenpositionen (CEO, Präsident, Vorstandsvorsitzender und Rektor) zu finden sind. Eine löbliche Ausnahme stellen die staatlichen Unternehmen dar. Immerhin 48% in den Vorständen sind Frauen, aber nur 27% findet man in den Führungsetagen. Ein ähnliches Bild mit 48% und 27% zeigt der Finanzsektor. 

«Die Daten sprechen für sich und zeigen grosse Lücken in fast allen Sektoren in Bezug auf die Vertretung von Männern und Frauen in Führungspositionen.» bedauert die Vorsitzende von Na’amat.

Streiktag in Israel:

Nachdem für morgen ein zweiter gross angelegter Streiktag bevorsteht, muss sich PM Netanyahu etwas einfallen lassen, um mit seiner Frau Sarah gegen Mittag das Flugzeug Richtung Rom nicht zu verpassen. 

Die Organisatoren haben angekündigt, die Abflüge von mehr als 100 Flügen zu verhindern. Das wird ihnen möglicherweise auch gelingen, wenn sie die einzige Zufahrtsstrasse zu beiden Terminals früh und intensiv genug blockieren. 

Um den Flug zu erreichen, wird das Ehepaar mit einem Hubschrauber von Jerusalem nach Lod fliegen – der Steuerzahler hat ja genug Geld! In Rom werden dann schon Demonstranten auf ihn warten, israelische Ex-Pats haben beschlossen, ebenfalls gegen seine Politik zu demonstrieren.

Um alle Verspätungen in seine Pläne einzurechnen, hat der PM, der ja das Mass aller Dinge ist, alle Treffen, die für Donnerstag geplant waren, auf den Freitag verschoben. Klar, den kleinen Gefallen wird man doch dem GröPaZ gerne tun! Er hat für seine Staatsbesuche wohl ein Standardprogramm ausgedacht: Treffen mit dem PM des Landes, Treffen mit Vertretern der Wirtschaft (mit der frisch blondierten Sarah an seiner Seite) und Treffen mit der Jüdischen Gemeinde (ebenfalls in Begleitung von Sarah). Und dann: Shoppen, Shoppen, Shoppen, Chianti und Dolce far niente.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt für ihn und seine Frau. Statt es sich während des 3 ½ Stunden Fluges auf den breiten Betten der First Class in der 777 bequem machen zu können, müssen die Ärmsten nun mit den primitiven Business Class Sesseln der 737 vorliebnehmen, die man nur minimal nach hinten lehnen kann. Allerdings kostet der Flug dann auch einige Hunderttausend Schekel weniger.

Weltfrauentag:

Eine tolle Nachricht aus Israel: Rachel Pisam, 56, Mutter von 11 Kindern und bisher 18 Enkeln, wurde als erste Frau zum «Assistant fire comissioner» der Feuer- und Rettungseinheiten ernannt. In der IDF kommt dieser Titel dem des Major General gleich. 

Befragt, wie sie damit umgehen, dass sie sich auch manchmal in lebensbedrohende Situationen begeben muss, antwortete einer der jüngsten Enkel. «Ich finde die Sirene auf dem Dach von ihrem Auto so toll!» Alles andere schien ihn nicht zu interessieren.

Nicht nur, dass sie von ihrer grossen Familie unterstützt wird, auch der Rabbiner ihrer ultraorthodoxen Gemeinde, ihre Freunde und Nachbarn stehen voll hinter ihr.

Ihren Wehrdienst hat die aktive Dame bei der Air Force absolviert und schied dort im Rang einer Majorin aus. Sie hält ein BA in Sozialwissenschaften und ein Post-Graduate Diplom der Hebrew University. 



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