19. Adar 5783
Geschichte:
1915 wurde von Zeev Jabotinsky und Joseph Trumpeldor die «Jüdische Legion» gegründet. In der endgültigen Ausbaustärke sollten fünf Bataillone mit jüdischen Freiwilligen auf Seiten der Briten gegen die Osmanische Armee kämpfen.
Der Gedanke an eine solche Legion war bereits im Dezember des Vorjahres gefasst worden, aber erst im März 1915 bildete Trumpeldor das «Zion Mule Corps» aus 650 Männern aus Ägypten, von denen 562 an die Kriegsfront im türkischen Gallipoli geschickt wurden. Dort erhielten sie den Spitznamen «The Zion Muleteers of Gallipoli», weil sie nur 20 Reitpferde, aber 750 Maultiere samt Packsätteln mit sich führten.
Die “Zion Mule Corps Roll of Honour” spricht von 15 Gefallenen und etwa 70 Verletzten. Nach der Rückkehr nach Alexandria wurde das Corps aufgelöst, 120 der Freiwilligen meldeten sich bei anderen Kampfeinheiten der Briten. Weitere Bataillone bestanden nun hauptsächlich aus Juden aus GB, den USA, Kanada und Russland. Im Juni 1918 kam ein Bataillon mit Juden aus dem osmanisch besetzten Palästina unter Führung des neuseeländischen Generalmajors Chaytor am Jordan zum Einsatz. Das Ziel war es, den Jordan nach Osten zu überschreiten. Die Mission war erfolglos, wer nicht umkam, erkrankte an Malaria.
Unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Jüdische Legion aufgelöst.
Anschluss Österreichs:
1938 zog Hitler medienwirksam mit seiner engsten Entourage und schweren Wehrmachtseinheiten nach Österreich ein. Zuvor war er auf dem Flughafen München gelandet. Der Reichsführer der SS und Chef der deutschen Polizei, Heinrich Himmler, war bereits auf dem Weg nach Wien. Das erste Ziel Hitlers war Linz, das er später zu seinem Alterssitz «Führerstadt Linz» ausbauen lassen wollte. Am Abend hielt er dort seine erste Rede, die von den begeisterten Linzern immer wieder mit den Worten «Ein Volk, ein Reich, ein Führer!»unterbrochen wurde.
Von dem Moment, wo die Wagenkolonne die Grenze passierte, bis zu seinem Zielort Wien säumten frenetisch feiernde Menschen die Strassen. Immer wieder musste die Kolonne stehenbleiben, um der Presse Motive für die nationalsozialistische Propaganda zu liefern. Auf dem Heldenplatz erwarteten bereits mehr als 250.000 Menschen die Ankunft Hitlers, alle Kirchenglocken läuteten und Hakenkreuzfahnen zierten alle öffentlichen und auch zahlreiche privaten Häuser. Nach seiner umjubelten Rede auf dem Balkon der Neuen Hofburg war der Aufenthalt in Österreich, das nun Ostmark hiess, beendet. Das stolze Land, seit dem Jahr 996 unter dem Namen «Ostarrichi» bekannt, hatte aufgehört zu existieren.
In vorauseilendem Gehorsam gab es in Graz bereits ab Februar 1938 Pogrome gegen jüdische Bürger, die darin gipfelten, dass der Bürgermeister der Stadt, Julius Kaspar, bereits im Frühjahr 1940 stolz verkündete: «Graz ist judenfrei!» Die in Graz lebenden Juden waren entweder nach Wien oder ins KZ Dachau deportiert worden.
Dass sich Österreich als «erstes Opfer» des Nationalsozialismus sieht und dieser Ansatz bis heute auch nicht wesentlich korrigiert wurde, kann nicht mehr als historisch korrekt angesehen werden. Die SDAP erreichte bei den Nationalratswahlen 1930 die relative Mehrheit, 1932 gewann die NSDAP bei diversen Landtagswahlen mit dem Slogan «500.000 Arbeitslose – 400.000 Juden – Ausweg sehr einfach! Wählt nationalsozialistisch!» Ab 19. Juni 1933 wurde die NSDAP in Österreich als Partei verboten. Nationalsozialistische Agitatoren terrorisierten jedoch Andersdenkende, wobei sie personell und finanziell aus Deutschland unterstützt wurden.
Bundeskanzler Karl Schuschnigg suchte eine Möglichkeit, die Unabhängigkeit Österreichs zu erhalten und sich trotzdem an Hitler anzunähern. Dies gelang ihm mit dem Juliabkommen 1936.
Inhaftierte Nationalsozialisten wurden amnestiert und NS-Zeitungen wurden wieder zugelassen. Die NSDAP blieb weiterhin verboten. Weiters verpflichtete Schuschnigg sich, zwei Vertrauensleute der Nationalsozialisten in die Regierung aufzunehmen. In ganz Österreich wurden „Volkspolitische Referate“ eingerichtet, die, zum Teil unter Leitung von Nationalsozialisten stehend, als legale Tarnung für deren Reorganisation dienten. Eine Annexion war nur eine Frage der Zeit. Angekündigt hatte er sie bereits auf den ersten Seiten von seinem Buch «Mein Kampf».
Nur einen Monat vor dem Anschluss traf sich Schuschnigg mit Hitler auf dem Obersalzberg. Schuschniggs Plan, eine Volksabstimmung über die Anschlusspläne abhalten zu wollen, war das einzige Thema des Treffens. Diese sollte am 13. März stattfinden … Hitler reagierte mit der Mobilmachung der Einheiten, die die Übernahme begleiten sollten. Er stellte ein Ultimatum, sollte die Abstimmung nicht abgesagt werden, würde am kommenden Tag der Anschluss erfolgen. Noch am gleichen Tag willigte Schuschnigg ein, die Abstimmung abzusagen und trat von seinem Amt zurück.
Nach dem erfolgten Anschluss liess Hitler sie mit einer nachträglichen Abstimmung rechtfertigen. Juden und «Mischlinge», knapp 400.000 Menschen, waren von der Abstimmung ausgeschlossen. Eine grossangelegte Propagandamaschinerie, an der sich auch Kardinal Innitzer und Karl Renner beteiligten, warben für die Zustimmung, die dann auch entsprechend mit 99.73% erfolgte. Auch wenn diese Zahl sicher zu hoch angesetzt ist, muss man festhalten, dass sich die Mehrheit der ehemaligen Österreicher freiwillig und begeistert dem Nationalsozialismus anschlossen.
Was jetzt fehlt, ist der Mut zu einer weitgehenden Aufarbeitung!
Die ersten Regierungs-Schergen stehen schon vor der Türe:
Der Journalist Uri Misgav twitterte am 11. März «Ich schlage dem Diktator vor, die Reise nach Berlin am Mittwoch abzusagen. Sie steht [wegen der zu erwartenden Demonstrationen] nicht dafür.» Wenige Stunden später tauchten vor seinem Haus zwei Polizisten auf, um ihn über den Tweet zu befragen. Zuvor hatte Misgav schon darauf hingewiesen, dass an jeder Station seiner Reise Demonstranten auf ihn warten werden. Er schlug dem PM vor, bei seinem Kurzaufenthalt daheim seinem Sohn Yair ein wenig Nachhilfe in Geschichte zu geben. Der hatte in einem Tweet tags zuvor die Demonstranten mit den Sturmtruppen der Nazis verglichen. In Israel ein Strafbestand. Früher kamen die Männer in dunklen Ledermänteln nach Mitternacht …..
Misgav veröffentlichte auch ein pikantes Detail der weitgehend privaten Reise der Netanyahus nach Rom: PM Meloni musste sich rasch von ihrem Gesprächspartner verabschieden, weil sie, wie der PM bei der abschliessenden Pressekonferenz verriet «Mit dem Flugzeug abreisen müsse.» Was der Grund des Fluges war, blieb bis zur Samstagsausgabe der Zeitung «Repubblica» unklar. Sie nahm an der Geburtstagsfeier des Vorsitzenden der Liga, Salvini, teil, bei der auch der ehemalige PM Berlusconi anwesend war. Das war wohl auch der Grund für den kurzen Termin.

Den Netanyahus dürfte das recht gewesen sein. Sie wurden samt Entourage beim Einkaufsbummel auf der Via del Corso gesichtet, wo sich die teuersten und prominentesten Geschäfte Roms befinden. Ausser Spesen nichts gewesen, weder der Umzug der Botschaft nach Jerusalem, noch der Gas-Deal wurden thematisiert.
Turbulente Finanzgeschäfte:
Die Folgen des Crashs der Silicon Valley Bank zeigt rasch dramatische Folgen weltweit. Einleger versuchten verzweifelt, zumindest Teile ihrer Gelder abzuheben. In den USA wurde die Bank alle Gelder in eine Zweckgesellschaft überführt, die von der nationalen Einlagensicherung betreut wird. Am Montag sollen alle Kunden Zugriff auf bis zu US$ 250.000 erhalten. Alles, was darüber liegt, ist zunächst verloren.
Der mögliche Grund für diese grösste Bankenpleite seit 2008 liegt in einer Spekulation mit scheinbar sicheren Zinsanlagen. Die Inflation wurde zu spät bis gar nicht berücksichtigt, die Anhebung des Leitzinses durch die FED ignoriert. Dass die Papiere entsprechend viel und schnell an Wert verlieren würden, konnte nicht mehr abgefedert werden.
Dazu kam, dass ein Kerngeschäft der SVB die Finanzierung von Startups war. Diese sind besonders auf Einlagen angewiesen, die es nun nicht mehr gibt. Zumindest vorläufig nicht. Weltweit griffen vermehrt Jungunternehmer auf ihre Anlagen zu, die Liquidität sank und die Bank musste «geparkte» Gelder mit hohen Verlusten verkaufen, um die Liquidität zu sichern.
Die Börse in Tel Aviv schloss am Freitag mit einem Minus zwischen 1.5% und 4.2%. Die CEOs der beiden grössten Banken, HaPoalim und Leumi, haben bereits angekündigt, Kredite für die betroffenen Unternehmen ausgeben zu wollen.
Diplomatie:
Finanzminister Smotrich ist es nun doch gelungen, mit einem Visum in die USA zu reisen. Wie viele Interessenten ihm heute Abend im hermetisch abgesicherten Ballsaal des Grand Hyatt in Washington zuhören werden, ist noch völlig offen. «Jeder hier hasst ihn. Er verkörpert das Schlimmste seiner Regierung.» war aus jüdischen Kreisen zu hören.
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