Was geschah am 29. März?

7. Nissan 5783

Gute Freunde?

Ich erwarte von guten Freunden, dass sie mich warnen, wenn ich einen offensichtlichen Fehler mache, oder wenn ich so vernagelt bin, dass ich nicht mehr mitbekomme, dass mein Plan nur in einer Abwärtsspirale enden kann. 

Nicht so die derzeitigen israelischen Umsturzaktivisten in der Knesset. Der PM ist beleidigt, dass er auch am 91. Tag nach seiner Angelobung noch keine Einladung in die USA erhalten hat. Dabei ist der Wäschekorb in der Gaza Strasse schon so übervoll, dass die Reise dringend notwendig wäre! Man erinnere sich, das Ehepaar Netanyahu bringt bei jedem Besuch in den USA viel schmutzige Wäsche mit, die im Weissen Haus unentgeltlich gewaschen wird!

© Itamar Eichner, ynetnews

Nur, so wie sich der Polit-Rambo Ben-Gvir und seine Marionette, der PM, derzeit aufführen, ist eine Reihe von Beleidigungen ohne Ende von US-Präsident Joe Biden. Aus Washington kamen schon seit Wochen warnende Rufe und die immer dringendere Aufforderung, die «Reform» der Justiz doch um Himmels Willen nochmal zu stoppen und neu auf einer breiten Basis zu überdenken. Vergebens. 

Als am Montagabend aus Jerusalem die Mitteilung kam, dass der PM den Prozess bis zum Ende der Sommersitzungen Ende Juni verschieben wolle, um Zeit für gemeinsame Gespräche zu gewinnen, atmete das Weisse Haus auf. Botschafter Tom Nides ging sogar so weit, eine Einladung vage in Aussicht zu stellen. 

Am Dienstag stellte Präsident Biden klar: «Wie viele starke Unterstützer Israels, bin ich sehr besorgt. Und ich mache mir Sorgen, dass sie das korrigieren. Sie können diesen Weg nicht weitergehen. Hoffentlich wird der Premierminister so handeln, dass er versuchen kann, einen echten Kompromiss auszuarbeiten, aber das bleibt abzuwarten.» Ein Einladung, so fuhr er fort «… steht in naher Zukunft nicht an.»

Netanyahu, mittlerweile an Nachtarbeit gewohnt, schäumte gegen 1 Uhr morgens: «Israel ist ein souveränes Land, das seine Entscheidungen nach dem Willen seines Volkes trifft und nicht auf Druck aus dem Ausland, einschliesslich der besten Freunde, reagiert.» Verdrehte Tatsachen, wie immer!

Ben-Gvir überspannte den Bogen noch mehr: «Die Vereinigten Staaten müssen verstehen, dass Israel ein unabhängiges Land ist und kein weiterer Stern auf der US-Flagge. Es muss in der ganzen Welt klar sein – die Menschen hier sind zu den Wahlen gegangen und sie haben ihre eigenen Wünsche.»

Damit ist klar, dass das derzeitige offizielle Israel sich nicht nur wie der Elefant im Porzellanladen benimmt, sondern auch auf dem diplomatischen Parkett einen Sturz nach dem anderen hinlegt. Das ist nicht mehr peinlich, das ist verheerend!

Die private Sturmtruppe des Ben-Gvir:

Minister Ben-Gvir hat sich während der Demonstrationen der vergangenen Wochen immer mehr als radikaler Hardliner gezeigt, was die Polizeieinsätze gegen Demonstranten angeht. Seit ihm am Montag die Aufstellung einer «National-Garde» zugesagt wurde, wachsen die Bedenken, dass diese ihm unmittelbar unterstellt wird. Die konkreten Einsatzgebiete sind noch nicht bekannt. Jedoch steht zu befürchten, dass sie gegen politisch Andersdenkende, Araber und unbequeme «Linke», auch in Judäa und Samaria eingesetzt werden könnten.

Eine ungenannte Quelle aus dem Umfeld von Ben-Gvir stellte klar: «Die Truppe soll bei der Verbrechensbekämpfung, insbesondere in der arabischen Gemeinschaft eingesetzt werden. Des Weiteren werden Schutzgelderpressungen, kriminelle Familienclans, Schwerverbrechen und landwirtschaftliche Verbrechen bekämpft. Sie untersteht dem Ministerium für Nationale Sicherheit und nicht dem Minister. Alles ganz legal.»

Durchgesickert ist mittlerweile, dass die Schlägertruppe 1.800 Männer umfassen wird. 

Rechter Terror:

Rechtsextreme Aktivisten blockierten, wie erst heute bekannt wurde, die Zufahrten zu zwei Kibbuzim mit brennenden Reifen und hinderten so Einwohner daran, nach Hause zu gelangen. Fahrer, die offensichtlich aus der Likud-Hochburg Bet Shean kamen, oder als religiös erkennbar waren, durften ungehindert passieren. 

Wollten die Fahrer aber offensichtlich zum Kibbuz fahren, wurden die Fahrzeuge blockiert und ihre Insassen als «Linke» beschimpft. Die Beschimpfungen gerieten teilweise sogar zu Erpressungen. 

«Du kannst nichts machen, Linke können nichts erreichen. Sag, dass Bibi der Mann ist, dass du überzeugt von Bibi und Ben Gvir bist, und du darfst nach Hause fahren.» 

«Sage mir, Bibi ist der Premierminister und ich unterstütze die Reformen und Ben Gvir ist der nationale Sicherheitsminister, der männlichste, der jemals im Land existiert hat.»

«Weil ihr alle den Ayalon blockiert habt, werdet ihr das jetzt fühlen. Kapiert?»

Einer der aggressiven Rechten wurde als Itzik Zarka identifiziert, einem Likudnik und Freund Netanyahus. 

Vorbeifahrende Polizisten und Grenzpolizisten hielten noch nicht einmal an, um die Lage zu entschärfen.

Auf einen Mann, der versuchte, mit seinem 7 Jahre alten Sohn zu Fuss zu entkommen, wurde mehrfach mit Faustschlägen eingeschlagen. Immerhin gelang es ihm aber, einen Polizisten zu finden, der sich dann doch bemühte, die Ordnung auf der Kreuzung wieder herzustellen. Es kam zu drei Verhaftungen. 

Die Lügen gehen weiter:

JM Levin hat heute angekündigt, dass gleichgültig, was PM Netanyahu ankündigen oder versprechen würde, die Verhandlungen zu den Umwälzungen der Justiz weitergeführt werden. 

«Wir werden im ganzen Land Versammlungen durchführen, um zu zeigen, was die Mehrheit will. Die Gesetze werden, wie geplant, unmittelbar nach Pessach verabschiedet werden. Diejenigen, die uns von innen schaden wollen, werden hoffentlich damit sofort aufhören», sagte er mit Blick auf den noch im Amt befindlichen VM Gallant und andere Kritiker innerhalb der Koalition. 



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