Was geschah am 30. März?

8. Nisan 5783

Geschichte:

1933 wurden in den letzten Märztagen die abschliessenden Vorbereitungen getroffen, die am 1. April den offiziellen Terror und die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung im Deutschen Reich einläuteten.

Vor allen jüdischen Geschäften im gesamten Reich sollten Polizeiposten aufziehen, teilweise unterstützt von der SS und der SA. «Kauft nicht beim Juden!» «Kauft nicht den jüdischen Ramsch!» Plakate mit diesen und ähnlichen Parolen sollten die deutsche Bevölkerung davon abhalten, teilweise unter Drohungen jüdische Geschäfte zu betreten. Selbstverständlich standen auch Arztpraxen, Kanzleien, Gaststätten und Caféhäuser im Blickfeld der Nazis.

Der Boykott war erst der Anfang. Reichspropagandaminister Goebbels hatte die Juden schon als Schuldige an der Wirtschaftskrise identifiziert und als «Vaterlandsverräter» bezeichnet. 

Bald gab es eine Verordnung, dass in den Fenstern oder Türen der jüdischen Betriebe ein gelbes Schild angebracht werden musste, versehen mit dem Hinweis, dass der Eigentümer Jude war. Es gab erste Listen mit deutschlandweit arbeitenden Unternehmen, die boykottiert werden sollten: Kaufhäuser, Schuhfabriken, Versicherungsanstalten. 

Nicht nur in den grossen Städten tobte der Mob, auch kleine Städte und Orte waren betroffen. 

Nur wenige Bürger stellten sich gegen das antijüdische Vorgehen der Nazis. Sie hatten Angst und das war verständlich. 

Wer das Land noch verlassen konnte, ging. Meist notierten die Notverkäufe, mit denen das Eigentum verscherbelt wurde, weit unter Wert. Aber sie überlebten. Es gab Ausnahmen. Einige wenige Deutsche schlossen ordentliche, dem Marktwert angepasste Kaufverträge mit Juden ab. 

Das alles war nur der Anfang von dem, was mit der geplanten Ermordung von mehr als 6 Millionen Juden im Laufe der Shoa endete.

Die Stimme des Volkes:

Am gestrigen Abend protestierten mehrere hundert Personen in Tel Aviv und anderen grösseren Orten des Landes gegen die geplante private Schlägertruppe von Ben-Gvir. Für die heute Abend geplanten weiteren Demonstrationen haben rechtsextreme Gruppen bereits zu Gewalt gegen Demonstranten und Journalisten aufgerufen. 

Der Vorsitzende der Histadrut, der grössten israelischen Gewerkschaft, Arnon Bar-David, hat es absolut abgewiesen, dass der Generalstreik mit dem Büro des PM abgesprochen gewesen sein soll. «Das ist ein unbegründetes Märchen, eine reine Erfindung der Medien. Was mich bei meinen Entscheidungen immer leitet, ist das Wohl des Landes.»

JM Levin hat seine Anhänger aus dem rechten Lager dringend aufgefordert, an der Pro-Regierungs-Demonstration heute Abend in Tel Aviv teilzunehmen. Sie sollen Provokationen und Gewalt vermeiden. 

Verteidigungsminister gesucht:

PM Netanyahu ist immer noch auf der Suche, mit welchem zuverlässigen Likudnik er den im Prinzip entlassenen VM Gallant ersetzen könnte. Zwar hat er Gallant am Montag gefeuert, ihm aber immer noch nicht das entsprechende Papier überreicht. Daher ist VM Gallant immer noch im Amt. 

Warum diese Winkelzüge? Sobald ein Ministersessel vakant wird, muss/kann der PM diesen temporär übernehmen. Das führte in der Vergangenheit schon mehrfach dazu, dass Netanyahu zeitgleich einige Ministerposten innehatte und sich im Prinzip mehrfach im Laufe des Tages fragen musste «Wer bin ich gerade?» Anderseits muss er innerhalb von 48 Stunden einen Nachfolger benennen. Und den hat er noch nicht.

Zwar tendiert er dazu, den aktuellen Landwirtschaftsminister Avi Dichter zu ernennen, ist sich aber nicht sicher, ob der ihn im Falle eines geplanten Angriffes auf den Iran unterstützen würde. Auf der anderen Seite hat Dichter als früherer Chef des Shin Bet die meiste Erfahrung im Bereich innere Sicherheit.

Dichter hat sich heute so geäussert, dass er es vorziehen würde, wenn der noch amtierende VM Yoav Gallant im Amt verbliebe. Die dazu in Frage kommenden Möglichkeiten hat Yiac Gallant bisher abgelehnt.  

Bitte Yoav, bleib bei deinem Nein!!!!! Nischar Koach!

Angeblich hat sich Gallant heute dahingehend geäussert, dass er eine Entschuldigung wegen des «schlecht gewählten Zeitpunkts», nicht aber wegen des Inhalts seines Statements abgeben würde. Angeblich versucht MK Arye Deri einen Kompromiss zwischen PM Netanyahu und VM Gallant zu erreichen. 



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