Yom HaShoa in Israel:
Seit 1959 begeht Israel den Gedenktag an den Holocaust am 27. Nissan. In Deutschland und anderen Staaten wird dieser Gedenktag am 27. Januar begangen, dem Tag, an dem im Jahr 1945 die beiden Vernichtungslager Auschwitz und Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit wurden. 2005 hat die UN den Tag als Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust eingeführt.
Der vollständige Name lautet: Yom HaZikaron laShoah ve-laG’vurah, Tag des Gedenkens an die Shoa und jüdisches Heldentum. Der Tag ist einer der nationalen Feiertage in Israel, die losgelöst von den religiösen Feiertagen begangen werden.
Dem Ernst des Tages angepasst, begann der Abend mit dem Anzünden von sechs Fackeln in Erinnerung an die sechs Millionen ermordeten Juden während der Shoa. Die Zeremonie fand auf dem Platz des Warschauer Ghettos in Yad VaShem in Jerusalem statt. Präsident Isaac Herzog und PM Benjamin Netanyahu hielten jeweils kurze Ansprachen. Die Fackeln werden immer von Überlebenden der Shoa entzündet. Kurze Videos zum Leben der sechs ausgesuchten Personen können auf der Webseite von Yad VaShem abgerufen werden.
Nach einer weiteren kurzen Zeremonie in der Halle der Erinnerung in Yad VaShem, an der neben Präs. Herzog mit seiner Frau Michal und PM Netanyahu auch die Präsidentin des Obersten Gerichtshofs, Esther Hayut und Knesset-Sprecher Amir Ohana teilnahmen, fand in der Knesset eine Sondersitzung statt, in der Namen der Opfer der Shoa verlesen wurden. Ganz neu aufgelegt wurde das Buch «Jeder Mensch hat einen Namen», in dem die Namen von 4.8 Millionen namentlich bekannten jüdischen Opfern der Shoa verzeichnet sind.
Am heutigen Dienstag blieben viele öffentliche Einrichtungen geschlossen, TV und Radio widmeten ihre Programme dem Thema. Um zehn Uhr ertönten im ganzen Land für zwei Minuten die Sirenen. Während der zwei Minuten kommt der gesamte öffentliche und private Verkehr zum Stillstand. Selbstverständlich wehen alle Flaggen auf Halbmast.
Orthodoxe Juden begehen den Tag nicht, ihnen sind Trauertage während dem Monat Nissan untersagt. Sie gedenken der Ermordeten der Shoa an den traditionellen religiösen Trauertagen wie Tischa beAv, dem 9. Tag des Monat Av, heuer am 27. Juli. Dieser Tag erinnert an die fünf grossen Unglücke, die im Monat Av geschehen sind, unter anderem die Zerstörung beider Tempel im Jahr 586 BCE und 70 CE.
In Auschwitz und Auschwitz-Birkenau findet in jedem Jahr der «Marsch der Lebenden» in Erinnerung an die Todesmärsche der KZ-Häftlinge statt.
Ab 17:30 findet die traditionelle Veranstaltung der Jugendbewegungen in Yad VaShem statt, die Schlussveranstaltung endet um 20 Uhr. Die Organisation dieser Schlussveranstaltung liegt ebenfalls traditionell bei der Leitung des Kibbuz Lochamei Hageta’ot, dem Kibbuz der Ghetto Kämpfer. Dieser Kibbuz war 1948 von Überlebenden der Shoa gegründet worden und beherbergt heute ein bedeutendes Museum mit dem Schwerpunkt «Aufstand im Warschauer Ghetto».
Geschmacklose Bildbearbeitung:
Pünktlich knapp vor Yom HaShoa veröffentlichte PM Netanyahu in seinem privaten Twitter Account eine Bildmontage. Ursprünglich war das «Bild» von «Stand with us», einer NGO, verbreitet worden. Mittlerweile wurde es allerdings von deren Facebook Seite entfernt. Die Übersetzung des Twitter Textes lautet: «Ein Holocaust-Überlebender hat mir heute dieses bewegende Bild geschickt. Einerseits Juden in gestreifter Kleidung in den Vernichtungslagern während des Holocaust. Auf der anderen Seite hochgewachsene junge Männer in Uniform der israelischen Streitkräfte. Ein Bild, das das Ausmass des Wandels in der Geschichte unserer Nation veranschaulicht: von einem geschundenen und hilflosen Volk im Exil zu einer aufstrebenden Macht unter den Nationen, die in unserer Heimat verwurzelt ist.
Wenn ich dieses Bild betrachte, wird mir der der Auftrag unserer Generation, unser Land zu schützen bewusst. Die Erfüllung dieses Auftrages kann nur durch das Zusammenstehen, in innerer Einheit, Schulter an Schulter erfolgen.
Israel lebt!»
Ein schöner Text, aber das Bild ist eine primitive Fälschung! Das Originalbild auf der Webseite des KZ-Buchenwald zeigt ganz deutlich, dass die Häftlinge einen rosaroten Wimpel auf der Kleidung trugen und damit als homosexuell gebrandmarkt wurde.


Ausgerechnet Israel, dem immer wieder von antiisraelischer und antisemitischer Seite vorgeworfen wird, aufgrund seiner Geschichte «sich doch eigentlich anders [gegenüber den Palästinensern] verhalten zu müssen», gestattet sich eine solche zynische Verunglimpfung der Opfer der Shoa, Irrtum ausgeschlossen! KZ-Häftlinge beim Appell, man erkennt, wie mühsam sie sich auf den Beinen halten neben vor Gesundheit strotzenden IDF-Soldaten.
Und Netanyahu, der Publicity geile PM nimmt die Gelegenheit wahr, sich wieder einmal ins rechte Bild zu rücken. Er möge sich schämen!
«Staatsbesuch»:
Sicherheitsministerin Gila Gamliel, Likud, konnte gestern den Sohn des ehemaligen Schahs von Persien, Kronprinz Reza Pahlavi, zu einem offiziellen Besuch in Israel begrüssen. Bei seinem ersten Aufenthalt in Israel besuchte er die Klagemauer und stattete der Trauerfamilie von Lucy, Maia und Rina Dee, s’’L, einen Besuch in Efrat ab.
Gestern Abend nahm er als Gast an der offiziellen Eröffnungszeremonie des Staates in Yad VaShem teil. Kronprinz Pahlavi betonte, er sehe es als seine besondere Verantwortung, seine persönliche Unterstützung für Israel zu zeigen. Sein Land könne auf eine mehr als 2500 Jahre dauernde Beziehung zu Israel zurückschauen, die er als äusserst wertvoll erachte. Auch wenn das heutige Regime im Iran den Holocaust völlig verleugne und Israel zerstören wolle.
Terror:
Am heutigen frühen Morgen kam es zu einem weiteren Schussattentat in Jerusalem. Zwei Männer, 50 und 48, die sich auf dem Weg zur Synagoge befanden, wurden in ihrem Auto von einem Terroristen aus nächster Nähe angegriffen.
Es gelang den beiden Männern, ihren Weg bis zur nächsten Polizeistation fortzusetzen. Beide waren beim Eintreffen der Rettungskräfte bei vollem Bewusstsein und wurden zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht.
Der Terrorist ist flüchtig.
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