Was geschah am 19. April?

28. Nissan 5783

Geschichte:

Seit 1940 mussten alle Juden der Stadt Warschau in das eigens für sie von der nichtjüdischen Bevölkerung zwangsweise evakuierte neue Stadtviertel, euphemistisch als «Jüdischer Wohnbezirk in Warschau» bezeichnet, umziehen. Schon bald kamen auch Juden aus anderen polnischen Regionen und dem gesamten Reichsgebiet hinzu. 

Das Ghetto diente ausschliesslich als Sammellager für die Deportation in das KZ-Treblinka. Zwischen Juli 1942 und August 43 wurden dort mehr als 1 Millionen Menschen ermordet, wie das mittlerweile als echt erkannte «Höfle-Telegramm» vom 11. Jan 1943 belegt. Das Ghetto umfasste eine Fläche von 3 kmund war mit etwa 450.000 Menschen hoffnungslos überbelegt. Durchschnittlich lebten pro Zimmer 7.2 Personen. Rund um das Ghetto wurde ein 3 m hohe und 18 km lange Mauer errichtet. Die Lebensbedingungen waren katastrophal, mehr als 80.000 Tote wurden allein zwischen Nov 40 und Juli 42 registriert. 

Im Zeitraum von Juli bis September 42 wurden etwa 280.000 Menschen aus dem Ghetto verschleppt, weit mehr als 100.000 wurden bereits im Ghetto Opfer der nationalsozialistischen Mörder. Als Reaktion gründeten einige Bewohner eine jüdische Kampforganisation; Kontakte zur polnischen Heimatarmee verhalfen zu einem bescheidenen Vorrat an Waffen und Sprengstoff.  Dieser wurde hauptsächlich für Anschläge auf deutsche Warenlager genutzt. Primitive unterirdische Bunker sollten die weiteren Deportierungen verhindern, die für den 19. April geplant waren. 

Als die SS einmarschierte, wurde sie zunächst vom bewaffneten Widerstand überrascht und zurückgedrängt. Jedoch am dritten Tag des Aufstandes begann die SS, das Lager systematisch niederzubrennen. Bunker und Gebäude wurden gesprengt. Vier Wochen hielt die kleine Gruppe von 100 Aufständischen den Widerstand aufrecht.

Am 8. Mai verübten die Anführer des Aufstandes Selbstmord. Am 16. Mai wurde die «Grosse Synagoge» zerstört. Der Leiter der SS-Einsatzgruppe, Jürgen Stroop, meldete: «Es gibt keinen jüdischen Wohnbezirk in Warschau mehr!» Mehr als 56.000 Menschen wurden während des Aufstandes getötet oder in ein Vernichtungslager deportiert. 

Verteidigungsminister:

Die problematischste Beziehung unter allen Ministern, die seit 1996 unter PM Netanyahu gedient haben, ist die zu seinen Verteidigungsministern. Sie war selten auf berufliche Differenzen bei der politischen Planung oder Sicherheitsthemen zurückzuführen. Vielmehr wurden sie von persönlichen und politischen Erwägungen getrieben.

Drei wurden öffentlich entlassen, wobei nur zwei dann tatsächlich auch aus dem Amt entfernt wurden. 

Yitzhak Mordechai hatte als einziger israelischer Offizier den Posten des Kommandanten aller drei Kommandos (Nord, Süd und Zentrum) inne. Obwohl er als Infantrist und Fallschirmspringer im Rang des Generalmajors für den Posten des Generalstabschefs prädestiniert gewesen wäre, wurde Ehud Barak dazu ernannt. Mordechai hatte schon damals festgestellt, dass «… Netanjahu nicht das Vertrauen der Menschen verdiene und das Land für seine eigenen politischen Bedürfnisse gefährde.»

Moshe Ya’alon war sowohl Kommandant der Israelischen Fallschirmjäger Brigade, als auch der Aufklärungs- und Antiterroreinheit Sajeret Matkal. 2002 wurde er für zwei Jahre Generalstabschef der IDF, ohne dass seine Dienstzeit um weitere zwei Jahre, wie üblich, verlängert wurde. 

Der derzeitige VM Yoav Gallant wurde entlassen, trat aber nie aus dem Amt aus. Der PM machte auf Druck aus den eigenen Reihen die Entlassung wieder rückgängig. Gallant war als Kommandeur des Südkommandos tätig und sollte die Nachfolge als Generalstabschef von Gabi Aschkenasi antreten. Dies wurde aber vom damaligen PM Netanyahu wegen einer privaten ungeklärten Grundstückstransaktion abgelehnt.

Benny Gantz, heute als zukünftiger PM der Hoffnungsträger in den aktuellen Umfragen, liess sich mit dem damaligen PM Netanyahu auf einen Rotationsdeal ein. Als Netanyahu die Regierung aufgrund des fehlenden Budgets platzen liess, übernahm er nach den darauffolgenden Neuwahlen das Amt des VM in der Regierung Lapid-Bennet. Gantz erwarb als Fallschirmjäger das Offizierspatent und wurde Kommandant dieser Waffengattung. Später wurde er Kommandant des Nordkommandos. In den folgenden Jahren ging er als Militärattaché in die USA. Auch er wurde, wenn auch teils gegen den Widerstand der drusischen Bevölkerung[1], zum Generalstabschef der IDF. 

Ehud Barak, Kommandeur der Einheit Sajeret Matkal und später Generalstabschef der IDF, war während seiner Dienstzeit der Vorgesetzte von Netanyahu. 1972 wurde er Kommandeur der Mossad Sondereinheit «Caesarea», die nach der tödlichen Geiselnahme bei den Olympischen Spielen in München gegründet worden war. Ziel der Einheit war es, die überlebenden Terroristen und deren Hintermänner zu finden und auszuschalten. 

Moshe Arens diente noch in den USA von 1944 bis 1946 im Pionierkorps des Heeres. 1948 wanderte er nach Palästina aus und wurde Mitglied des Irgun, einer paramilitärischen und zionistischen Untergrundorganisation.  Nach einem erneuten Aufenthalt in den USA kehrte er zurück nach Israel und war zwischen 1962 und 1971 stv. Generaldirektor der israelischen Luftfahrtindustrie.  

Auch Naftali Bennett war Kommandant der Sajeret Matkal und übernahm später eine leitende Funktion in der Offiziersausbildung. Nach sechs Jahren schied er im Rang eines Majors der Reserve aus dem aktiven Dienst aus. Seine Verpflichtung des Reservediensts nahm er aus den USA wahr. Er nahm als Reservist erfolgreich an zahlreichen Operationen teil. 

Die drei beendeten mit dem Auflösen der Regierung ihr Amt.

Avigdor Liberman trat aufgrund von politischen Unvereinbarkeiten mit PM Netanyahu zurück und stürzte damit die Regierung.

Tag der Unabhängigkeit:

Wenn am Abend des 25. April der 75. Geburtstag des Staates Israels mit der grossen Feier beginnt, darf man gespannt sein, ob das Fernsehen die Live-Veranstaltung des Abends am Herzlberg überträgt, oder ob es zu einer aufgezeichneten Version der Generalprobe kommt. 

Dieser Vorschlag kam von Verkehrsministerin Miri Regev, Likud, Sicherheitsbeamten und Polizeichef Kobi Shabtai. Es wird befürchtet, dass es während der Zeremonie zu Störaktionen aus dem Publikum gegen die Regierung Netanyahu VI kommen könnte. Das berichtete Kanal 12 am gestrigen Abend. 

Als weitere Vorsichtsmassnahmen werden verschärfte Einlasskontrollen stattfinden und die Strassen rings um den Herzlberg werden mit einer engmaschigen Überwachung abgesichert, um die Zufahrt für Demonstranten zu erschweren. 

Bereits für den Vortag, dem Gedenktag für die Opfer des Terrors und die gefallenen Soldaten Israels,besteht ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis. Wie die Polizei informierte, gibt es bisher noch keine Ankündigung über geplante Störaktionen. Dennoch wird betont, dass es auch keine absolute Sicherheit für einen störungsfreien Ablauf der Zeremonien gibt. 

Eine Lobbygruppe der Familien von Terroropfern hat angeregt, dass alle Veranstaltungen nur gemeinsam von je einem Koalitionsmitglied und einem Oppositionsmitglied besucht werden, um jede Provokation zu verhindern. Die Teilnahme von Minister Itamar Ben-Gvir an den militärischen Gedenkveranstaltungen ist unerwünscht. Die Mutter eines gefallenen Soldaten aus dem Libanon Krieg betont: «Ein Militärfriedhof ist kein Platz für einen Politiker, der nicht im Militär war und der uns Märchen erzählt.» Eine andere Frau sagt: «Er ist ein überführter Krimineller, der eine Terrororganisation unterstützt hat, die Soldaten angriff. Er selbst hat keinen einzigen Tag in der IDF gedient. Seine Anwesenheit wäre eine Beleidigung für die Gefallenen. Ich habe immer schon gedacht, dass die Reden der Politiker hier überflüssig sind. Aber das jetzt, das ist ein Albtraum!»


[1] Während der 2. Intifada kam es zu einem Überfall auf das Josefsgrab in Nablus. Bei der Schiesserei kam ein drusischer Unteroffizier durch einen palästinensischen Scharfschützen ums Leben. Die daraufhin geforderte Feuerpause, um den Verletzten zu evakuieren, wurde nicht eingehalten. Der Unteroffizier erlag seinen Verletzungen. Die Schuld daran wurde von der Familie vor Gericht Benny Gantz gegeben. Nachdem dieser aber nicht der ranghöchste Soldat vor Ort war, lag die Verhandlung mit den Palästinensern nicht in seinen Händen und er wurde freigesprochen. 



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