8. Ijjar 5783
Gestorben:
2023 starb der am 27. November 1927 in Berlin geborene Peter Lilienthal in München. Zu seinen Vorfahren gehörte Otto Lilienthal (1848 – 1896), der Flugpionier, dessen letzter Flug tödlich endete.
Zunächst lebte er mit seinen Eltern in Berlin Grunewald, bis sie 1939 gerade noch rechtzeitig das Haus aufgaben, um vor den Nazischergen nach Montevideo zu fliegen.
Seinen Grossvater, Siegfried Israel Lilienthal, sah er an diesem Morgen zum letzten Mal. Aus dem Versuch seiner Urgrosseltern, den Sohn mit einer «deutschfreundlichen» Namenswahl als «guten Deutschen» im Kaiserreich zu versehen, zog Peter Lilienthal einen Schluss, der ihn lebenslang bestimmte: «Keine falsche Assimilation, unterwegs bleiben, jede Art von Zugehörigkeit zu einer Nation ablehnen, eher fliehen als angreifen.»
In Montevideo führte die Familie ein Hotel, in dem Peter immer das Zimmer bewohnte, das gerade frei war.
1971 gründete der wieder in Deutschland lebende Regisseur gemeinsam mit anderen, darunter auch Wim Wenders, Werner Herzog, Volker Schlöndorff und Rosa von Praunheim den «Filmverlag der Autoren». Diese Plattform forderte, dass sich die Filme deutlich von bis anhin beliebten Genres, wie Karl-May-, Edgar Wallace-, Heimat- und Schlagerfilmen abheben und sich mit politischen und gesellschaftlichen Inhalten auseinandersetzen müssen. Sie sollten den Intellekt der Zuschauer fördern und nicht unterhalten.
Bei Lilienthal waren es oft Themen, die sich auf seine zweite Heimat in Südamerika bezogen. Aber auch das Thema Nationalsozialismus und Shoa wurden in einigen ausgezeichneten Filmen bearbeitet.
Zeit seines Lebens lebte er immer wieder an verschiedenen Orten. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er in München, wo er sich «wohl fühlte, aber nicht beheimatet.»
Humanitäres Engagement:
Rafi Ryker, Jusstudent aus Zichron Ya’acov besuchte vor einigen Jahren nach dem Militärdienst Tansania. Das Schicksal der Bevölkerung berührte ihn zutiefst. So gründete er zusammen mit Freunden den Verein Afrikhan, der Freiwillige in den Norden des Landes bringt, wo die Not am grössten ist.
Mit 26 Jahren kann der engagierte Student schon auf zahlreiche und nachhaltige Hilfsaktionen zurückschauen, die das Leben der Bevölkerung deutlich verbessert haben. Eine Infrastruktur wurde aufgebaut, die mehr als 10.000 Menschen mit frischem und sauberem Trinkwasser versorgt, in drei Dörfern wurden Schulgebäude saniert. Rafi und seine Freunde sorgen auch dafür, dass die Kinder regelmässig gesunde Mahlzeiten erhalten.
Rafi studiert Jus an der Hebrew University in Jerusalem und ist Reserveoffizier in den IDF. Er denkt darüber nach, für eine lange Zeit nach Afrika zu reisen. «Als ich nach dem Militär meine Reise plante, grassierte Corona. Man konnte nur nach Afrika fliegen. Ich wollte um jeden Preis reisen, also flog ich dorthin und habe mich sofort verliebt. Obwohl die Menschen dort unglaublich arm sind, sind sie auf ihre Art glücklich.»
Ich erinnere mich noch gut, dass seine Mutter Sandi mit seiner Reise nicht ganz glücklich war. Als er zurückkommen sollte, war Israel im Lockdown, der Flughafen geschlossen. Sandi musste einige Zeit warten, bis Rafi wieder wohlbehalten daheim ankam, nur um gleich wieder abzureisen.
Heute ist sie stolz auf ihren Sohn!
Die ersten Umfragen nach dem Unabhängigkeitstag:
Wenn die Umfragen auch nur halbwegs das Stimmungsbild der Bürger wiedergeben, muss sich der PM warm anziehen.
Wenn heute gewählt würde, erhielten die Oppositionsparteien 70 Sitze, wobei die «National Unity Party» von Benny Gantz 28 erhalten könnte. Damit verweist die Partei des ehemaligen VM sowohl den Likud als auch Yesh Atid auf die Plätze. Der Likud fällt von 32 auf nur 23 Plätze. Yesh Atid erreicht nur 17 Sitze, sieben weniger als bei den letzten Wahlen.
Meretz und Awoda schaffen den Wiedereinstieg mit je vier Sitzen, Otzma Yehudit verliert ebenfalls zwei Plätze auf vier. Shas verliert einen Platz und steht bei zehn, United Torah Judaism bleibt bei sieben, Israel Beitenu behält ebenfalls seine sechs Sitze. Auch Religious Zionism steht bei sechs Sitzen.
Chadash erhält einen zusätzlichen sechsten Sitz, Ra’am legt auf fünf Sitze zu und Balad schafft den Einzug nicht.

Zugzwang für den PM:
Der «Marsch der Millionen», der am Donnerstagabend durch Jerusalem zog und ein deutliches Zeichen für den PM setzen sollte, zog wesentlich weniger Teilnehmer an, als man erhofft hatte. Nach Polizeiangaben waren es nur etwa 150.000 bis 200.000 die von etwa 1.000 Bussen aus dem ganzen Land, aber auch aus Judäa und Samaria in die Hauptstadt gebracht worden waren. Angesprochen fühlten sich mehrheitlich Jugendliche unterhalb des Wahlalters.
Der PM selbst blieb der Veranstaltung fern, zeigte sich aber gerührt: «Ich bin tief gerührt von der wunderbaren Unterstützung für das nationale Lager, die heute bei dieser Massendemonstration, die in Jerusalem stattgefunden hat, erkennbar wird.»
JM Levin betonte: «Die Nation hat sich für die juristische Reform ausgesprochen, sie wird die Reform erhalten.» MK Simcha Rothman wetterte: «In den letzten Monaten haben wir hier so viele Lügen gehört. Wir sind heute hier, um die Wahrheit zu hören. In ihren Demonstrationen brüllen sie «Demokratie», aber wenn Richter Richter ernennen, wenn es überall Freundschaftsdienste gibt, dann ist das keine Demokratie!» Die grössten Lügner aber sind die Regierungsmitglieder.
Doch langsam scheint es zur Gewissheit zu werden, nicht die Abschaffung der Gewaltenteilung ist das Thema der kommenden Wochen. Das grosse Thema ist das Budget, das bis Ende Mai endgültig verabschiedet werden muss. Gelingt das nicht, dann muss sich die Knesset sofort auflösen.
Budgetprobleme:
Wie schon gesagt, der PM muss sich vorsehen. Die Budgetverhandlungen werden keine gemähte Wiese für ihn werden. Und doch sind sie derzeit die Nr. 1 auf der Liste der Notwendigkeiten.
Der derzeit nicht aktive Minister, MK Avi Maoz, hat sich nicht nur darüber aufgeregt, dass an den Feierlichkeiten zum Gedenktag und zum Unabhängigkeitstag der Knesset-Sprecher Amir Ohana ganz selbstverständlich mit seinem Ehemann, Alon Hadad, teilnahm. Er schäme sich, an dessen Wahl aus Koalitionsgründen mitgestimmt zu haben. Er empfinde Schmerz und Scham beim Anblick der beiden, ganz so, «als ob dieses Verhalten normal und akzeptiert sei».
Im Januar hatte er sein Ministeramt «Jüdische Identität» ruhen lassen, als ihm klar wurde, dass der PM gar kein Interesse daran habe, die Koalitionsbestimmungen mit seiner Partei zu erfüllen.
Jetzt will er wieder in sein Amt zurückkehren und sowohl die versprochenen US$ 125 Millionen einfordern als auch die ihm zugesagten 20 Mitarbeiter einstellen.
Er wird nicht der Einzige sein, der auf die Erfüllung der Koalitionsverträge drängen wird, ….

Die Stimme des Volkes:
Auch heute Abend wird es, zum 17. Mal in ununterbrochener Folge, wieder anti-Regierungsdemonstrationen an 150 Orten im ganzen Land geben.
In Bezug auf die Szenen, die sich bei der pro-Regierungs-Demonstration am Donnerstag abspielten, beklagte einer der Teilnehmer der heutigen Demo: «Die unglaubliche Hetze bei der Demonstration am Donnerstagabend, die schockierende Szenen von Bildern von Richtern des Obersten Gerichtshofs, auf denen herumgetrampelt wird, erinnert uns an die Demonstrationen des Ayatollah-Regimes im Iran. Dorthin zieht uns die israelische Regierung. Wir müssen das sofort stoppen!»
Kategorien:Aus aller Welt, Timeline
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