Was geschah am 9. Mai?

18. Ijjar 5783

IAF-Operation gegen Gaza “Shield and arrow”:

Als Reaktion auf den heftigen Beschuss aus Gaza, in der Vorwoche wurden über 100 Raketen auf Israel abgeschossen, flog die IAF in der Nacht auf heute Angriffe auf Ziele der Hamas im Gaza-Streifen. Israel hatte sich vorbehalten, die Reaktion nicht unmittelbar auf den Angriff folgen zu lassen, sondern zu einem späteren Zeitpunkt zu starten. 13 Palästinenser, darunter drei hochrangige Mitglieder des Islamischen Jihad wurden bei den Angriffen getötet. 

Die IAF zerstörte eine Raketenfabrik, einige Waffenlager, logistische Infrastruktur und ein Zementwerk für den Tunnelbau. Auch ein Militärposten wurde unter Beschuss genommen. Insgesamt waren 40 Flugzeuge im Einsatz, die gleichzeitig an drei Stellen im Gaza-Streifen ihre Angriffe flogen.

Der Vorsitzende von Otzma Yehudit, Ben-Gvir, sieht im Angriff der IDF auf Gaza eine Erfüllung seiner Bedingungen und verkündete, er werde mit seiner Partei sofort wieder an den Regierungstisch und in die Knesset zurückehren. «Nachdem unser Standpunkt übernommen wurde und von einer marginalen Beruhigung der Situation auf einen pro-aktiven Angriff, bei dem Führer des islamischen Jihad gezielt ermordet wurden, gewechselt wurde, werden wir an den Regierungstisch zurückkehren. Das war immerhin schon einmal ein guter Beginn, es ist Zeit, das Vorgehen in Gaza zu verschärfen. Was Yoav Gallant betrifft, so bekommt er von mir einige Pluspunkte für diese Operation. Das ist genau das, was ich von einem PM und von einem VM erwarte.» Eines ist klar, der Mann leidet an pathologischem Grössenwahn.

Über die Tatsache, dass er weder von PM Netanyahu noch vom VM Gallant über die bevorstehenden Angriffe informiert wurde, sieht er selbstgefällig hinweg. Beide, der PM und der VM, misstrauen der Diskretion ihres Ministers für Nationale Sicherheit und schätzen ihn als Sicherheitsrisiko ein, der mit seinem Hang zur Selbstdarstellung sensible Informationen nach aussen posaunt. Damit wäre der Überraschungseffekt der Angriffe völlig verpufft.

Die Strände im Süden des Landes bleiben geschlossen, die Bahnlinie zwischen Sderot und Ashkelon bleibt geschlossen. Im ganzen Süden und in Zentralisrael wurden die Schutzräume geöffnet. Die Patienten der Spitäler in Be’er Sheva und Ashkelon werden in die Schutzräume verlegt, nur das Assuta Spital in Ashdod bleibt regulär geöffnet, es ist komplett gegen Raketenbeschuss gesichert.

Mit der Evakuierung der Bevölkerung rund um den Gazastreifen wurde bereits begonnen. 

Die IDF rechnet damit, dass die Operation mindestens drei Tage dauern wird.

Lag BaOmer

Die Feierlichkeiten auf dem Berg Meron sind seit gestern Abend im vollen Gange. Seit kurz nach Mitternacht hat die Polizei die Zufahrt von weiteren Bussen in das Gebiet verboten. Damit soll erreicht werden, dass die Region bei einem möglichen Angriff des Islamischen Jihad aus dem südlichen Libanon schnell evakuiert werden kann. Im vergangenen Monat hatte der Jihad Raketen aus dem Libanon auf Israel abgeschossen. 

Nach der Katastrophe im Jahr 2021, bei der auf dem Festgelände 45 Personen getötet worden waren, haben sich die Organisatoren in diesem Jahr um eine verbesserte Sicherheitssituation bemüht. Die Zugangswege, auf denen vor zwei Jahren das Drama begann, wurden um eine weitere Spur erweitert. 8.000 Sicherheitskräfte waren bereits am frühen Montag anwesend, auch Rettungskräfte stehen in ausreichender Menge bereit. Eigene Sicherheitskräfte aus dem haredischen Sektor sind zusätzlich anwesend, um sich mit den teils nur Jiddisch sprechenden Pilgern besser verständigen zu können. 

Nicht alle sind mit den neuen Massnahmen einverstanden und verweigern die Befolgung der Anweisungen. Einige Besucher warfen Steine und Flaschen auf die Wachhabenden und beschimpften sie als «Nazis», so dass diese gezwungen waren, ihre Posten zu verlassen.

Israel Diskind, Bruder eines der Opfer der Katastrophe, und gleichzeitig Sprecher des Ministers für Jerusalem und jüdisches Erbe, Amichai Eliyahu, wurde von einem aggressiven Pilger in den linken Arm gebissen. Der gab an, Diskind für einen undercover agierenden Polizisten gehalten zu haben. 

Schon im Vorfeld war es zu einem Zwischenfall zwischen einem drusischen Wachmann und einigen haredischen Jugendlichen gekommen. Sie hörten, wie der Wachmann sich mit einem Kollegen auf Arabisch unterhielt und nahmen das zum Anlass, ihn krankenhausreif zu prügeln.

Ein weitaus grösserer Skandal war, dass am heutigen frühen Vormittag das Lag BaOmer Feuer von einem mehrfach verurteilten Kriminellen entzündet wurde. Um das bestehende Verbot gegen ihn zu umgehen, zündete er nur eine Fackel an, die er dann an einen seiner Anhänger weiterreichte, um das eigentliche Feuer zu entzünden. Eliezer Berland, Guru des Shuvu-Banim-Kults, hat mehrfach Gefängnisstrafen wegen schwerer Sexualdelikte und Betrug abgesessen und, was in diesen Kreisen mindestens so schwer wiegt, wie tatsächlicher 

Rechtsbruch, mehrfach Moralgesetze der Torah verletzt. Auch der Verdacht einer Beteiligung an zwei Mordfällen konnte nie ganz ausgeräumt werden.

© screenshot twitter PMO

Das gibt’s nur bei Carrefour!

Tatsächlich könnte gestern der Werbeslogan des französischen Supermarkt-Riesen im übertragenen Sinne Wirklichkeit geworden sein. Denn wo sonst noch gibt es das, dass ein amtierender PM zur Eröffnung der ersten Filiale eines Supermarktes selbst auftritt? Zwar in Begleitung des Wirtschaftsministers Nir Barkat, der aber völlig zur Staffage geriet. 

Sprühend vor Optimismus verkündete PM Netanyahu die Preise des französischen Marktes würden «einige Dutzend Prozent» unter denen des aktuellen Marktes in Israel liegen und so deutlich zur Senkung der Lebenshaltungskosten beitragen. Carrefour ist dafür bekannt, qualitativ hochwertige Produkte zu durchaus konkurrenzfähigen Preisen im Sortiment zu haben. 

«Die Einführung von Carrefour wird den Wettbewerb in der Lebensmittelindustrie mit einer grossen Auswahl an Qualitätsprodukten zu marktbrechenden Preisen verstärken, ein allgemein niedriges Preisniveau, das dem Kunden ein innovatives Einkaufserlebnis bietet, das sich von dem unterscheidet, was wir alle kennen. Das sind enorme Neuigkeiten für den israelischen Verbraucher» betonte Uri Kilstein, der CEO von Carrefour Israel. Er erwartet, dass dadurch Druck auf den heimischen Einzelhandel ausgeübt wird, die Preise anzupassen.

Hoffentlich denken viele Wähler so!

Jetzt hat er es auch geschafft, den Bruder seines Kollegen, FM Smotrich, Tuvia Smotrich, gegen sich aufzubringen. «Bei den letzten Wahlen war ich mir schon sehr unsicher, aber ich habe auch die anderen Überlegungen verstanden und die Bedeutung für die Zeit. Aber bei den nächsten Wahlen werde ich nicht mehr für eine Partei oder ein Wahlbündnis stimmen, dem Itamar Ben-Gvir angehört. Es ist wahr, ich habe nicht viel von ihm erwartet, aber ich habe zumindest ein Mindestmass an Verantwortung für den Staat erwartet, das die Selbstverherrlichung überwindet. Aber er kann einfach nicht anders.»



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