Ekew, Deut. 7:12 – 11:25

ב“ה

17./18. Aw 5783                                                                  4./5. Aug. 2023  

Shabbateingang in Jerusalem:                                                          18:54

Shabbatausgang in Jerusalem:                                                         20:12

Shabbateingang in Zürich:                                                                 20:38

Shabbatausgang in Zürich:                                                                21:47

Shabbateingang in Wien:                                                                   20:09

Shabbatausgang in Wien:                                                                  21:20

Sonnenaufgang über Moab am Toten Meer

Die beiden ersten Abschnitte unseres Wochenabschnitts führen den Israeliten nochmals vor Augen, was geschieht, wenn sie die Gesetze Gottes nicht einhalten. Die Worte erinnern die Israeliten nochmals an die positiven und negativen Höhepunkte der langen Wüstenwanderung. Wir lesen noch einmal vom Verzweifeln, weil es keine Nahrung und kein Wasser gab, und Gott ihnen Manna gab und Wasser aus dem Felsen sprudeln liess. Wir lesen noch einmal vom Goldenen Kalb, das sie in ihrer Verzweiflung, weil sie glaubten, Moses habe sie verlassen, anbeteten und dadurch Gottes Zorn erregten. 

Immer wieder haben sie von Moses gehört, dass sie bald in das Land hineinziehen werden, das Gott ihnen versprochen hat. Moses darf in dieser letzten grossen Rede vor seinem Tod frei sprechen. In dem Moment ist er nicht mehr das Sprachrohr Gottes. Deshalb hat sich auch die Sprache geändert. Bisher hiess es immer «wenn ich, dein Gott dieses oder das tue, dann….»  jetzt lesen wir «wenn der Herr, dein Gott ……..» Moses darf interpretieren, wiederholen, Schwerpunkte setzen. Es ist eine Art Testament, das er kurz vor seinem Tod formuliert. «Denn nicht, weil du im Recht bist und die richtige Gesinnung hast, kannst du in ihr [der Kanaaniter] Land hineinziehen und es in Besitz nehmen. Vielmehr vertreibt der Herr, dein Gott, diese Völker vor dir, weil sie im Unrecht sind und weil der Herr die Zusage einlösen will, die er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob mit einem Schwur bekräftigt hat. Du sollst erkennen: Du bist ein halsstarriges Volk. Daher kann dir der Herr, dein Gott, dieses prächtige Land nicht etwa aufgrund eines Rechtsanspruchs geben, damit du es in Besitz nimmst. Denk daran und vergiss nicht, dass du in der Wüste den Unwillen des Herrn, deines Gottes, erregt hast. Von dem Tag an, als du aus Ägypten auszogst, bis zur Ankunft an diesem Ort habt ihr euch dem Herrn ständig widersetzt. Vor allem am Berg Horeb habt ihr den Unwillen des Herrn erregt. Damals grollte er euch so sehr, dass er euch vernichten wollte.» (Deut 9:6 – 8)

Gefallen haben wird das den Israeliten nicht. Man kann sich vorstellen, dass sie das unglaubliche Geschenk als selbstverständlich ansahen. Sie glaubten, mit der langen Wanderung alles an Sühne getan zu haben. Genug! Gott, es reicht, musst du jetzt wieder Forderungen an uns stellen? Musst du wieder von uns verlangen, immer gehorsam zu sein und deinen Vorschriften bis auf den letzten Punkt zu gehorchen? Ja, das ist so! «… dass du Ihn fürchtest, indem du auf die Gebote des Herrn und Seine Gesetze achtest, auf die ich dich heute verpflichte. Dann wird es dir gut gehen.» (Deut 10:13)

Dann, und nur dann, werden die Israeliten das Land, in dem Milch und Honig fliessen, in dem der Regen das Land wässert, der Samen rechtzeitig aufgeht und die Ernte reichhaltig sein wird, wirklich in Besitz nehmen können!

Gottes Versprechen an uns: «Du wirst essen und satt werden und den Herren preisen für das herrliche Land, das er dir gegeben hat.» (Deut 8:10) Wir erinnern uns bei jedem Kiddusch vor der Mahlzeit am Shabbat und an den Feiertagen an den Auszug aus Ägypten. 

זכר ליציאת מצרים

Im Tischgebet, das bei uns nach der Mahlzeit gesprochen wird, erinnern wir uns im ersten und zweiten Segensspruch an die Speisen, die wir im Jetzt und auf der Wanderung erhalten haben und des Landes, in das Gott uns geführt hat und in dem wir auch heute unsere emotionale Identität leben.  

Beides gehört für uns als Juden unauflöslich zusammen, die Erinnerung daran, dass wir als Fremde nach Ägypten kamen, aus Ägypten auszogen und in das uns verheissene Land einzogen. In der Hoffnung und der aufkeimenden Sicherheit, dass Gott uns leiten und schützen wird. Wie es zu lesen steht: «Er liebt die Fremden und gibt ihnen Nahrung und Kleidung» (Deut 10:18)

Wir wissen, dass es nicht einfach sein wird, uns immer an Gottes Gebote zu halten, es liegt an uns, sie mit unseren Bemühungen zu erfüllen. 

Shabbat Shalom!



Kategorien:Religion

Schlagwörter:

Hinterlasse einen Kommentar