4. Elul 5783
Terror
Nach dem Terroranschlag in Huwara, bei dem am Samstag zwei Israelis, Vater und Sohn, ermordet wurden, kam es heute erneut zu einem Terroranschlag in der Nähe von Hebron.
Ein Paar war im PKW auf der Strasse Nr 60 bei der Beit Hagai Kreuzung, südlich von Hebron unterwegs, als sie von einem vorbeifahrenden Fahrzeug unter Beschuss genommen wurden. Die Frau verstarb noch vor Ort, der Mann wurde schwerverletzt in das Soroka Spital von Be’er Sheba transportiert. Sein Zustand gilt als instabil.
Ein 6 Jahre altes Mädchen, welches ebenfalls im Auto sass, blieb unverletzt. Die Frau und ihre Tochter waren als zahlende Mitfahrer des Mannes unterwegs.
Seit Beginn des Jahres gibt es 29 Israels als Opfer von Terrorangriffen zu beklagen, die Zahl der Verletzten liegt noch deutlich höher.
IDF und Polizei haben die Suche nach dem Terroristen aufgenommen.
Shabbat Bus
Der Bürgermeister von Ramat Gan, Carmel Shama-Hacohen, macht kurz vor den Kommunalwahlen im Herbst seinen Wählern ein schönes Geschenk.
Parallel zu Strecke der „Red Line“ des Light trains von Tel Aviv, der am Shabbat und an den Feiertagen nicht fährt, wird ein kostenloser Shuttle Bus zwischen Ramat Gan und Jaffo verkehren. Zwischen Ramat Gan und Tel Aviv gibt es bereits zwei entsprechende Buslinien, die in der vergangenen Woche von mehr als 8.000 Passagieren genutzt wurden.
Fortschritt in der haredischen Bildungswelt
Die etwa 9.000 Studenten, die die Schulen der Belzer Chassiden in Israel besuchen, dürfen sich auf moderne Zeiten freuen.
Um in den vollen Genuss der staatlichen Unterstützung zu kommen, haben die Schulbetreiber beschlossen, das verbindliche Curriculum des Erziehungsministeriums in ihren Schulen zu implementieren. Bereits im vergangenen September begannen Verhandlungen zwischen Shas und United Torah Judaism, die das Ziel verfolgen, dass sich die Belzer Chassiden den von der Shas geführten „Bnei Yosef“ Schulen anschliessen.
Um dies tatsächlich zu ermöglichen, müssen jetzt Rechtsanwälte klären, ob es für die Zusammensetzung der beiden orthodoxen Parteien Rechtsfolgen haben könnte, wenn sie einen Teil ihre ideologischen Programme miteinander verbinden.
Wenn sich noch nicht einmal die Religiösen einig sind, wie wollen sie denn dann bitte gemeinsam regieren?
Kopfbedeckung ja oder nein
Jeder, der schon einmal mit einer Baseball-Cap, einer Skimütze, einem Hut, einem Kopftuch, einem Tichel oder einer Kippa durch die Sicherheitskontrolle an einem Flughafen gegangen ist, kennt das Prozedere. Man wird mehr oder weniger höflich aufgefordert, die Kopfbedeckung abzunehmen.
So geschah es auch dem Berliner Rabbiner Yehuda Teichtal. Der weigerte sich, den Anweisungen des Sicherheitsbeamten zu folgen und wurde offensichtlich trotzdem abgefertigt.
Nach seiner Rückkehr nach Berlin hat er, und nun wird es höchst lächerlich, um ein „dringliches Treffen“ mit dem Präsidenten der Bundespolizei Deutschlands, Dr. Dieter Romann, angesucht und dieses auch bekommen.
Er klagte ihm sein Leid und erregte etwas, was je nachdem in welcher Zeitung man davon liest, von Dr. Rothman als schockierend oder amüsant empfunden wurde. Jedenfalls wies er darauf hin, dass es kein entsprechendes Gesetz gebe, dass man seine wie auch immer geartete Kopfbedeckung abnehmen müsse.
Als er heute Vormittag wieder von Berlin abflog wurde er nicht mehr aufgefordert, die Kippa abzunehmen.
Wenn der Mann keine anderen Problem hat, dann steht es ja gut um das Judentum in Deutschland!
Die israelischen Polizisten sind Sadisten mit einer Lizenz für eine Waffe
Yossi Melman schreibt heute einer aufrüttelnden Kolumne im Haaretz, wie er die israelische Polizei heute, unter der Herrschaft von Minister Ben-Gvir einschätzt. Zum Anlass nimmt er den Fall, bei dem ein Palästinenser, 22, aus Ost-Jerusalem klagt, von 16 (!) Polizisten festgenommen und schwer misshandelt worden zu sein (ich habe berichtet). Unter seinem linken Auge erkennt man einen Abdruck, von dem er angibt, es sei der Abdruck eines Brandmales eines Davidsterns.
Die Polizei hingehen behauptet, die Markierung stamme von den Schnürsenkeln eines Polizeistiefels. Stellt sich die Frage, was der Stiefel im Gesicht des jungen Mannes sollte.
Yossi Melman vergleicht das Vorgehen der Polizei mit einer pro-faschistischen Gruppe in Argentinien, die im Jahr 1962 eine junge Jüdin entführt und vor der Freilassung mit einem Hakenkreuz auf der Stirn gebrandmarkt wurde. Die Gruppe, Tacuara stand dem Regime von Diktator Peron und seiner Frau Evita nahe.
Der für die Polizei verantwortliche Minister Ben-Gvir jagte einst Polizisten, die Terroristen verfolgten. Jetzt ist er derjenige, der die Polizei zu immer brutaleren Massnahmen anstachelt.
Entsprechend dem Völkerrecht und der Genfer Konvention für Menschen in besetzten Gebieten ist die Besatzungsmacht verantwortlich für deren Sicherheit. Dass die IDF und die Polizei das umfänglich tun, ist auch immer wieder der Grund gewesen, warum der Internationale Gerichtshof ICC in Den Haag für unsere Soldaten nicht zuständig ist.
Falls, wie geplant, das Angemessenheitsgesetz vom OGH nicht gekippt wird, fällt dieses Argument fort und unsere Soldaten werden sich vor dem ICC verantworten müssen.
In Israel 2023 – seit Benjamin Netanjahu mit dem Rückenwind und unter dem Schutze einer radikalen, rechten, messianischen, klerikalen Koalition aus purem Eigennutz reagiert – sind weder die IDF, die Gerichte noch die Polizei in der Lage, die Palästinenser zu verteidigen, vorausgesetzt, sie wollen es überhaupt.
Wir müssen uns leider sicher sein, sie wollen es nicht. Nein, mehr als das, der extrem-rassistische Minister Ben-Gvir wird bald seine eigenen Todesschwadronen gegen die Palästinenser vorgehen lassen, gebilligt und finanziert von einer faschistischen Regierung.
Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline
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