Sukkot

ב“ה

Jerusalem Kerzenzünden                                                      17:47

Ausgang Shabbat und Feiertag                                              19:02

Zürich Kerzenzünden                                                             18:52

Zünden der Feiertagskerzen (Samstag) nach                         19:54

Ende des Feiertags (Sonntag)                                                 19:51

Wien Kerzenzünden                                                               18:21

Zünden der Feiertagskerzen (Samstag) nach                        19:23

Ende des Feiertags (Sonntag)                                                 19:21

In den Steilhängen der Mosel-Weinberge findet man sie immer noch, die kleinen Gebäude, mal mehr, mal weniger ausgebaut, die dem Schutz der Weinberge dienten. Natürlich haben sie nichts mehr mit den Sukkot zu tun, die wir in den letzten Tagen aufgebaut haben und in denen wir in den kommenden Tagen unsere Mahlzeiten einnehmen werden.

Aber sie dienten demselben Zweck, dem Fernhalten von Feinden, von Ernteräubern. Aber auch dem Schutz der Erntearbeiter.

In der Torah finden wir mehrere Hinweise auf dieses Fest. Doch erst in Lev. 23:33-36 wird es als Laubhüttenfest bezeichnet. Am 15. Tishrei soll es beginnen und sieben Tage dauern. Hier ist auch festgeschrieben, dass der erste Tag des sieben Tage dauernden Festes ein echter Feiertag ist. In Israel und in liberalen Gemeinden im Ausland hält man sich an diese Vorschrift aus der Torah, in orthodoxen Gemeinden und im Ausland sind die zwei ersten Tage Feiertage. 

In der Torah finden wir auch den Hinweis auf den achten Tag, den wir als Simchat Torah feiern. Mehr dazu in der kommenden Woche. 

Die Sukkot, mit deren Bau unmittelbar nach dem Ende von Yom Kippur begonnen wird, muss, und damit wird der grosse Unterschied zu den Gebäuden in den Weinbergen sichtbar, temporären Charakter haben. Während des Jahres werden die einzelnen Bauelemente gelagert und erst unmittelbar vor Sukkot wieder hervorgeholt. Die Grösse ist genau definiert, sie muss mindestens eine Seitenlänge von 55 cm aufweisen. Drei Seiten muss die Laubhütte aufweisen, eine davon darf eine Hauswand sein. Aus welchem Material die Hütte hergestellt ist, bleibt dem Geschmack des Einzelnen überlassen, wichtig ist aber, dass durch das Dach in der Nacht die Sterne sichtbar sind. Es muss aus einem Naturprodukt hergestellt sein, welches zu diesem Zwecke geschnitten oder geschlagen wurde: Palmblätter, Stroh, Holz.

In Europa finden wir oft Konstruktionen, die mittels spezieller Vorrichtungen die Holzdächer öffnen können. In Israel werden die Sukkot oft auf den Balkonen der Mehrfamilienhäuser aufgestellt.

Ob die Laubhütten innen geschmückt werden oder nicht, auch das ist Geschmackssache. In Chabad-Gemeinden verzichtet man in der Regel darauf, weil die Sukka für sich genommen, schon als so schön angesehen wird, dass sie keinen weiteren Schmuck braucht. 

Eine feste Regel ist aber, dass man so oft wie möglich das Essen gemeinsam mit der Familie und/oder Freunden in der Laubhütte einnimmt. Schon von daher ist die Mindestgrösse eine Vorschrift, an die sich niemand halten wird. 

Die grösste Sukka der Welt steht regelmässig in Jerusalem auf dem Safra Platz. Sie ist 800 mgross und bietet Platz für 650 Menschen. Sie dient nicht primär dem gemeinsamen Essen, sondern ist eine temporäre Veranstaltungshalle für zahlreiche kulturelle Events, die jedem kostenlos zur Verfügung stehen. 

Neben der Sukka ist das Schütteln des Lulav ein sehr archaischer Brauch, der aus keiner Synagoge während des Gottesdienstes wegzudenken ist. In Israel findet man an jeder Strassenecke Verkäufer, die die Pflanzen für das Zusammenstellen des Lulav anbieten. Es sind dies der Lulav selbst, der Zweig einer Dattelpalme, dazu Myrten- und Weidenzweige. Um sie während des Schüttelns gut festhalten zu können, werden sie mit einem flachen, geflochtenen pflanzlichen Band umhüllt. Selbstverständlich muss der Lulav koscher sein, das heisst, dass die Blätter unverletzt sind und eng zusammenliegen. Dazu kommt der Etrog, eine Zitrusfrucht, mit einem sehr geringen Fruchtanteil und einer extrem dicken Schale. Sie darf nicht von einem veredelten, d.h. aufgepfropften Baum stammen. Selbstverständlich wird auch hier die Unversehrtheit vor dem Verkauf überprüft. Nachdem die Etrogim recht teuer sind, werden sie oft in sehr kunstvoll gestalteten Silberdosen aufbewahrt. 

OGH Präs. Esther Hayut und GStA Gali Baharav-Miara bei der Prüfung von Lulav und Etrog © Amos Biderman, Haaretz v. 29.09.2023

Beim Schütteln in der Synagoge wird der Lulav in alle vier Himmelsrichtungen, dazu in Richtung Himmel und in Richtung Erde geschüttelt. Wer ein Orientierungsproblem hat, schaut einfach, was der Rabbiner macht, dann kann nichts danebengehen!

Chag Sukkot Sameach

Shabbat Shalom!



Kategorien:Israel

Schlagwörter:

Hinterlasse einen Kommentar