Krieg in Israel – Tag XXXXI

3. Kislev 5784

Der UN-Sicherheitsrat hat gestern Abend eine Resolution gegen Israel erlassen, entsprechend der dringende und ausgedehnte humanitäre Feuerpausen und Fluchtkorridore für eine ausreichende Anzahl an Tagen eingerichtet werden müssen.

  • Der unbehinderte, schnelle und vollständige Zugang für die UNO-Organisationen und deren Partner muss sichergestellt werden. 
  • Die Geiseln, insbesondere Kinder, müssen unverzüglich von der Hamas und anderen Gruppen freigelassen werden.
  • Der Zugang zu ihnen für humanitäre Hilfe muss sichergestellt sein.
  • Niemandem darf im Einklang mit dem humanitären Völkerrecht die unerlässliche Grundversorgung vorenthalten werden.

Nota bene: Die Massaker der Hamas vom 7. Oktober werden nicht verurteilt!

Israel kritisiert scharf die Versuche der UNO, sein Vorgehen gegen die Hamas Terror-Organisation dem der Hamas gleichzusetzen. «Wenn ein Staat sich nicht selbst verteidigen kann oder dafür kritisiert wird, dass er dies im Einklang mit dem Völkerrecht tut, werden terroristische Organisationen unweigerlich immer mehr ermutigt, diese Methoden weiterhin anzuwenden, im Vertrauen auf die fortgesetzte internationale Unterstützung.» so die israelische Botschafterin bei der UNO, Meirav Eilon Shahar. Gleichzeitig wurde der Antrag des Hochkommissars des UN-Menschenrechtsrats, Volker Turk, abgelehnt. «Wir wüssten nicht, welchen Vorteil der Besuch des Hochkommissars, der uns direkt mit der Hamas Terror-Organisation verglichen hat, bringen sollte.» Der Antrag war von Malta auf den Weg gebracht worden und wurde mit 12 Ja-Stimmen und drei Enthaltungen (USA, GB und USA) angenommen. «Unser heutiges Votum bedeutet echte Menschenlebe.», betonte der Vertreter MaltasDie USA legten kein Veto ein, um die Resolution zu verhindern, bedauerten aber, wie auch GB, dass die Hamas Terror-Organisation wieder nicht verurteilt wurde. Gleichzeitig betonten sie die Notwendigkeit der schnellen Lieferung von Hilfsgütern. Der russische Botschafter zur UNO erklärte die Notwendigkeit eines «echten Waffenstillstands, über den hinaus der Rat Entscheidungen für weitere Schritte treffen muss. Das betrifft auch die Frage, welche Beobachter und welches UN-Kontingent in das Konfliktgebiet entsandt werden muss.» Während der israelische Botschafter betonte, die Krise könne sofort beendet werden, wenn die Hamas ihre Waffen niederlegen und alle Geiseln unversehrt zurückkehren würden, forderte der palästinensische ständige Beobachter: «Dieser Wahnsinn muss ein Ende haben. Es ist Zeit für Frieden.»

Für einen Terror-Anschlag der heute am frühen Vormittag südlich von Jerusalem an einem Kontrollpunkt stattfand, und bei dem sechs Personen verletzt wurden, sind nach neuesten Erkenntnissen drei Mitglieder der Hamas aus Hebron verantwortlich. Im von den Terroristen benutzten Auto stellte die Polizei ein umfangreiches Waffendepot sicher, darunter zwei M16 Gewehre, zwei Pistolen, zehn geladene Magazine, mehrere Hundert zusätzliche Patronen und uniformähnliche Kleidungsstücke.

All das deutete darauf hin, dass ein grösserer Anschlag in Jerusalem geplant gewesen war. Nach dem Terror-Anschlag rief Minister Itamar Ben-Gvir, selbst als terrorismus-affiliiert bekannt und deshalb von der IDF abgelehnt, dazu auf, die PA in Judäa und Samaria genauso zu behandeln, wie die Hamas im Gazastreifen. Man kann diese Aufforderung durchaus als Aufruf verstehen, die PA zu eliminieren. Allein schon für diese Ausführungen muss er von der Regierung gerügt werden. Der Vorsitzende des Efrat Local Councils, Oded Revivi, bezeichnet den Übergang als tödliche Falle. Der Grund dafür seien die regelmässigen Staus. Der Übergang wird hauptsächlich von Personen benutzt, die nach Jerusalem zur Arbeit fahren. Einer der Schwerverletzten, Cpl. Avraham Fetena, 20, s’’l, ist seinen Verletzungen am Nachmittag erlegen. Dies teilte die IDF mit.  

Die IDF beklagt erneut den Tod dreier Soldaten. Cap. Asaf Master und Cap. Kfir Itzhak Franco, sowie Cap. Shlomo Ben Nun, 22, s’’l. Sie fielen in der Nacht im Kampf im nördlichen Gaza. Im gleichen Kampf wurden zwei weitere Reservisten schwer verwundet. Damit erhöht sich die Zahl der gefallenen Soldaten seit Beginn der Bodenoffensive auf 52.

Hunderte Israelis begleiten Familienangehörige der von den Hamas-Terroristen verschleppten Geiseln auf ihrem Fussmarsch von Tel Aviv nach Jerusalem, wo sie am Samstagnachmittag vor der Villa des PM in der Azza Strasse ankommen werden. Heute Nachmittag werden die Teilnehmer die Familienangehörigen der verschleppten und wahrscheinlich ermordeten Noa Marcano, s’’l, in Modi’in besuchen, wo ihre Familie Shiva sitzt. Wiederholt haben sie die Mitglieder des Kriegskabinetts gebeten, sich mit ihnen zu treffen, aber «wir wissen, sie sind beschäftigt mit den Verhandlungen. Sie haben bisher nicht einmal telefonisch einen Termin für ein Treffen mit uns vereinbart.»

© Amos Biderman, Haaretz

Ein IDF-Sprecher berichtet einer BBC-Reporterin, die zu den ersten ausländischen Journalisten gehörte, die das Shifa-Spital besuchen durften, dass sie unter anderem auch mehrere Laptops gefunden hätten, auf denen Bilder und Videos von einigen Geiseln abgespeichert seien. Offensichtlich seien sie nach der Verschleppung in den Gazastreifen aufgenommen worden. Auch Mitschnitte der Befragungen von gefangengenommenen Terroristen, die durch die israelische Polizei veröffentlicht worden waren, waren dort abgespeichert. Das bedeutet, so IDF-Sprecher Jonathan Conricus, dass die Hamas sich noch während der letzten fünf Tage hier aufgehalten hat. «Was wir hier gefunden haben, ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Hamas hat mitbekommen, dass wir immer näherkamen und so mussten sie Einiges zurücklassen, bevor sie wegliefen. Wahrscheinlich gab es hier viel mehr.» In unmittelbarer Nähe eines MRI-Gerätes wurden u.a. mehr als ein Dutzend Kalaschnikows, Granaten, Schutzwesten, einige von ihnen mit Kampfabzeichen der Hamas aufgefunden. Sie waren versteckt unter Säcken und Beuteln mit medizinischen Hilfsgütern.

Entgegen anderslautenden Meldungen sind immer noch Spezialeinheiten im Shifa-Spital vor Ort, um dort weiter gezielt nach bisher noch nicht aufgespürter Terror-Infrastruktur zu suchen. Um für die Patienten die grösstmögliche Ruhe sicherzustellen, gehen die Einheiten möglichst behutsam und mit viel Geduld vor. 

Wegen einer möglicherweise notwendigen Ausdehnung der Operationen in Richtung Süden des Gazastreifens, warf die IDF-Zettel über dem Gebiet von Khan Younis ab, die die Bevölkerung aufforderten, sich weiter in den Süden zurückzuziehen. In Khan Younis befindet sich ein weiteres grosses Krankenhaus des Landes, das Nasser-Spital. Schon vor zwei Wochen hatte es ähnliche Aufforderungen gegeben, diesmal wurden sie jedoch von heftigen Schusswechseln begleitet. Das könnte ein Hinweis auf beginnende Bodenkämpfe sein.

Die VAE werden drei Wasser-Entsalzungsanlagen im südlichen Gazastreifen installieren. Jede von ihnen wird pro Tag knapp 750.000 Liter Trinkwasser produzieren. 

Der Frieden mit Saudi-Arabien dürfte in weite Ferne verschoben werden. Gestern verurteilte der Golf-Staat Israel aufgrund seiner Vorgangsweise im Shifa-Spital für seine «eklatante Verletzung des internationalen Rechts». Gleiches gelte auch für den Beschuss eines zweiten Spitals. Vor dem Krieg waren die Verhandlungen über eine diplomatische Annäherung zwischen Israel und Saudi-Arabien mit Hilfe der USA recht weit fortgeschritten. Die Verhandlungen wurden aber unmittelbar nach Beginn des Krieges eingestellt. 

Im Bettkasten im Zimmer eines jungen Mädchens in Beit Hanun fanden Soldaten zumindest vier Raketen. Weiterhin wurde in dem bewohnten Haus eine ziemliche Menge an Sprengstoff gefunden und vor Ort zerstört. 

Das Haus, oder eines der Häuser von Hamas-Chef Ismail Haniyeh, das als terroristische Infrastruktur genutzt wurde, wurde in der Nacht von der IDF zerstört. Es gilt als gesichert, dass es immer wieder als Treffpunkt für die oberste Leitung der Terror-Organisation genutzt wurde, um von dort aus Anschläge gegen die IDF und israelische Zivilisten zu planen. Gleichzeitig gab die IDF bekannt, das Shati-Flüchtlingslager übernommen zu haben. Das Lager ist das drittgrösste in Gaza City, in dem offiziell 78.800 Flüchtlinge registriert sind.

Mitglieder der maritimen Aufklärungseinheit Shayetet 13, zu der hauptsächlich Kampfschwimmer gehören, haben von der Hamas benutzte Docks im teilweise zerstörten Hafen von Gaza City besetzt. Sie zerstörten zehn von ihnen entdeckte Tunnel-Schächte und übernahmen auch die Kontrolle über vier Gebäude, die von der Terror-Organisation besetzt waren. Bei der Operation wurden zehn Terroristen neutralisiert. Unterstützt wurden sie von Panzern. In einem Lager der Hamas Boots-Einheiten, dem Shati-Flüchtlingslager, fanden die Soldaten Taucherausrüstungen, Sprengstoff, Selbstmordgürtel, Panzer-Abwehr-Raketen, Spionage Unterlagen und Panzerbüchsen (RPG).

Sara Netanyahu bestätigte in einem Brief an Jill Biden, dass eine der in den Gazastreifen verschleppten Frauen ein Kind geboren habe. Bei der Frau handelt sich um eine Gastarbeiterin, die in einem der Moshawim rund um den Gazastreifen arbeitete. Woher Netanyahu ihre Informationen hatte, bleibt ihr Geheimnis. Vor wenigen Tagen hatte eine Nachbarsfrau gesagt, dass die Geburt nach dem vorberechneten Termin unmittelbar bevorstehen müsse. Es muss grauenhaft sein, ein Kind unter diesen Bedingungen auf die Welt zu bringen, ein traumatisches Erlebnis für den Rest des Lebens. Bestätigt wurde diese Geburt bisher noch von keiner Seite. Weitere Briefe mit gleichlautendem Inhalt schickte sie an Brigitte Macron, Akshata Murty und anderen politische Führern weltweit.

Oppositionsführer Yair Lapid hat nochmals betont, dass Netanyahu unter keinen Umständen mehr als PM weiter im Amt bleiben dürfe. Er müsse sofort aus dem Amt entlassen und durch einen anderen Likudnik ersetzt werden. Dieser müsse sich aber verpflichten, bei den nächsten Wahlen nicht zu kandidieren. Der Heilungsprozess im Land müsse jetzt beginnen. Einer solchen Regierung würde er mit seiner Partei ‘Yesh Atid’ sofort beitreten. «Wir müssen wieder eine funktionsfähige Regierung haben.» Die Vorsitzende der Arbeiterpartei, Merav Michaeli zeigte sich erfreut, dass Lapid sich ihrer Meinung angeschlossen hat und forderte auch die anderen Parteien auf, es ihnen gleichzutun. Lapid hatte heute im ehemaligen Twitter account erklärt, dass 90 MKs dabei wären, wenn Netanyahu und seine Extremisten nicht mehr an der Macht wären. Das gibt Hoffnung!!!!



Kategorien:Israel

Schlagwörter:

Hinterlasse einen Kommentar