9. Kislev 5784


Beim Kampf mit Hamas-Terroristen verlor Cpt. Liron Snir, 25, s’’l, sein Leben. Die Zahl der Gefallenen liegt jetzt bei 69. Die IDF meldet, dass ein weiterer Soldat im Kampf schwer verletzt wurde. Mit dem Tod von Staff Sgt. Eitan Rosenzweig, 21, s’’l, erhöht sich die Zahl auf 70. Zwei weitere Soldaten wurden im nördlichen Gaza schwer verletzt.

Heute wurden die sterblichen Überreste von Shani Gabay, 26, s’’l, aus Yokneam identifiziert. Sie galt seit dem 7. Oktober als vermisst. Shani hatte beim Musik-Festival gearbeitet. Während des Massakers hatte sie noch mit ihrer Mutter telefoniert und berichtet, sie habe mit ihrem Freund einen Schutzraum gefunden, sei aber ins Bein geschossen worden. Danach war der Kontakt abgebrochen.

Wie sich gestern Nachmittag abzeichnete, wurde der Deal zwischen der Hamas Terror-Organisation und Israel mit den Gegenstimmen der rechtsextrem-nationalistischen Otzma Yehudit von der Regierung angenommen. Er wird morgen in Kraft treten. Heute muss den Israelis noch die Gelegenheit gegeben werden, eine Petition bei OGH einzureichen, die den Deal verhindern soll. Selbst, wenn es eine solche Petition geben sollte, ist nicht zu erwarten, dass der OGH ihr stattgibt. Ben-Gvir betonte heute: «Wir haben die moralische Pflicht, jede Geisel zurückzubringen, und wir haben kein Recht oder Berechtigung, sie zu trennen und nur einige zurückzuholen. Hamas wollte diese Feuerpause mehr als alles. Sie wollten Frauen und Kinder in dieser ersten Runde ‘loswerden’ weil sie dazu international gedrängt wurden. Sie wollten im Gegenzug Diesel, die Freilassung von Terroristen, die IDF stoppen und sogar die Aufklärungsflüge verbieten. Sie haben alles bekommen.» Entgegen ihren ersten Hinweisen, dem Deal nicht zustimmen zu wollen, hat die Partei Religious Zionism sich nun doch dafür ausgesprochen. «Im Laufe der Debatte wurden wir davon überzeugt, dass die Rückholung der Geiseln die Ziele des Krieges voranbringen wird. Die Regierung, das Kabinett und das gesamte Verteidigungsministerium haben sich vorbehaltlos verpflichtet, den Krieg bis zur Zerstörung der Hamas fortzusetzen.»
Folgende Vereinbarungen wurden getroffen:
- Die Feuerpause beginnt morgen um 10 Uhr vormittags
- Der Austausch umfasst 50 Geiseln gegen bis zu 300 palästinensische Gefangene
- Eine Liste mit 300 Namen liegt vor, wird aber nicht veröffentlicht
- Bekannt wurde, dass 287 der 300 Gefangenen Jugendliche unter 18 Jahren sind, dazu kommen 13 ältere Frauen
- Die Höchstzahl von 300 Gefangenen wird nur dann erreicht werden, wenn Israel im Gegenzug 100 lebende Geiseln heimholen kann
- Der Austausch wird in zwei Phasen stattfinden, beide werden in kürzere Zeitfenster geteilt werden
- In der ersten Phase werden in vier Gruppen jeweils mindestens 10 Geiseln freigelassen. Diese erste Phase umfasst vier Tage, beginnend mit Donnerstag
- Wenn die ersten 50 Freigelassenen sich wieder in Israel befinden, entlässt Israel im Gegenzug 150 Gefangene
- Pro zehn weiteren, über die ersten 50 hinausgehenden Geiseln, wird die Feuerpause um einen Tag verlängert
- Die Feuerpause wird maximal zehn Tage betragen
- Unmittelbar nach dem Ende der Feuerpause werden die Kämpfe wieder aufgenommen, um sicherzustellen, dass Israel sein zweites Ziel, die Terror-Organisation Hamas völlig auszuschalten, weiterverfolgen kann
- Während noch näher zu definierenden sechs Stunden täglich, werden auf speziellen Wunsch von Yahya al-Sinwar keine Spionagedrohnen oder sonstige Aufklärungsflüge im Luftraum über dem Gazastreifen zugelassen
- Im gleichen Zeitraum wird der gesamte Luftraum über dem Gebiet gesperrt
IDF und Shin Bet betonen gemeinsam, dass die Sperrung des Luftraums über Gaza für sie kein Problem darstellt: «Wir sind nicht blind und wir werden ganz genau wissen, was am Boden vor sich geht.»
Die Hisbollah, die ihre Angriffe aus dem südlichen Libanon in den letzten Tagen intensiviert hatte, wird sich ebenfalls der Feuerpause anschliessen. Mittlerweile geht der Beschuss aus dem Süden des Libanons aber mit voller Kraft weiter.

Frankreich hat bereits seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass ihre Landsleute, die sich bei den nach Gaza verschleppten Ausländern befinden sollen, in der ersten Austauschrunde freigelassen werden. Aussenministerin Catherine Colonna betont, dass sie sogar hofft, dass sie bereits mit der allerersten Gruppe zurückkommen. Insgesamt werden acht Franzosen vermisst, einige von ihnen gelten als Geiseln. Unten den ermordeten Opfern der Massaker befanden sich auch 40 Franzosen.
Mittlerweile geht der Vormarsch der IDF ungemindert weiter. Es kam zu teilweise heftigen Kämpfen zwischen der Hamas und den Bodentruppen. Von der sie unterstützenden IAF konnten einige Stellungen der Hamas zerstört werden, von denen aus die Bodentruppen direkt beschossen worden waren. Auch einige Beobachtungstürme, sowie Waffenlager konnten aufgedeckt und zerstört werden. Bei der völligen Zerstörung eines Gebäudes, in dem sich ein grosses Waffen- und Munitionslager befand, wurden einige Terroristen getötet. Insgesamt wurden seit dem Beginn der Bodenoffensive mehr als 400 Tunnel zerstört. Die Eingänge zum weitverzweigten Tunnelsystem lagen hauptsächlich in Schulen, Krankenhäusern, Moscheen und Wohngebieten.

Die IDF hat die Bewohner von Jabaliya und Shejaiya nochmals dringend aufgefordert, sich in den Süd-Westen des Landes zu begeben und dazu eine Feuerpause zwischen 10 Uhr und 16 Uhr angekündigt. Gleichzeitig gab die IDF bekannt, dass die Hamas die Kontrolle über den nördlichen Gazastreifen verloren hat. Um diese wieder herzustellen, würde sie versuchen, die Zivilisten an der Evakuierung zu hindern. Für Hilfestellungen und Informationen wird eine israelische Telefonnummer angeführt.

Das Internationale Rote Kreuz hat durch seine Präsidentin Mirjana Spoljaric klargestellt, dass sie als neutraler Vermittler nicht an irgendwelchen Verhandlungen beteiligt seien, und auch keine entsprechenden Entscheidungen treffen würden. «Unsere Rolle ist es, die Vorschläge umzusetzen, sobald sich die Parteien darüber geeinigt haben.»
Der Palästinensische Rote Halbmond gab bekannt, dass 14 Ambulanzen beim Shifa-Spital angekommen seien. In Koordination mit den Ärzten des Spitals, der UNO und Ärzten ohne Grenzen sollen die noch im Spital liegenden 250 Patienten in andere Spitäler im Süden des Landes evakuiert oder nach Ägypten gebracht werden. Auch die Zivilisten, die dort Schutz gesucht hatten, sollen evakuiert werden.


ZAKA hat einen bisher nie dagewesenen Entschluss mitgeteilt. Um der halachischen Vorschrift, jeden Verstorbenen ‘vollständig’ beizusetzen zu genügen, haben sie angeraten, die Autos, in denen Menschen von den Hamas-Terroristen grausam ermordet wurden, ‘beizusetzen’. Nach Wochen intensiver und noch immer nicht beendeter Arbeit und nach langen und sicher schweren Überlegungen mussten sie feststellen, «dass wir nicht alle sterblichen Überreste der Opfer in den Fahrzeugen, in denen sie abgeschlachtet wurden, finden oder beseitigen können. Einige der Autos weisen Blutflecken oder Asche auf, die aus verschiedenen technischen Gründen, die mit der Art und Weise, wie diese Personen getötet wurden, zusammenhängen, schwer zu sammeln sind.» Nach Rücksprache mit dem Militärrabbinat und dem Oberrabbinat haben sie angeregt, die Fahrzeuge in verschiedenen Grabgruben in ganz Israel ‘beizusetzen’. Das Oberrabbinat und das Ministerium für religiöse Dienste unter Minister Michael Malchieli, Shas, haben allerdings dem Vorschlag noch nicht zugestimmt. Über den Grabgruben könne der Staat, so regte der Sprecher von ZAKA, Israel Hasid, dann ein Mahnmal setzen. Um Platz zu sparen, müssten die Autos zuvor geschreddert werden. Dieser Ort könne auch den trauernden Familien Trost spenden, die bisher nichts über den Verbleib ihrer Lieben erfahren haben und vielleicht auch nie etwas erfahren werden. Von den betroffenen Familien wird diese Initiative klar unterstützt.

Regavim, ist eine pro-Siedler NGO, die illegale Bauvorhaben von Palästinensern und Beduinen in Judäa und Samaria überwacht und zur Anzeige bringt. Die Ziele von Regavim stimmen mit denen der israelischen Siedler überein, mit denen die Gruppe enge Beziehungen unterhält. Regavim wird mit öffentlichen Geldern von lokalen Siedlungsräten im Westjordanland und von einer Siedlerorganisation finanziert. Gegründet wurde sie 2006 u.a. vom heutigen Finanzminister Bezalel Smotrich. Jetzt (!) veröffentlicht sie eine Karte, auf der man entlang der sogenannten ‘Grünen Linie’ eine Kette mit vielen roten Punkten sieht. Sie zieht sich vom Jordantal im Norden bis zum Toten Meer im Süden. Um das Gebiet sind farbige Zonen eingezeichnet. Sie zeigen die Entfernungen zwischen null und zwanzig km. Jeder Punkt stellt eine kleine Siedlung dar. Insgesamt wurden von der PA in den vergangenen Jahren 18.899 (!) illegale Gebäude dort gebaut. Jedes der Gebäude steht in der Area C, also jener, die laut Vertrag 100%-ig von Israel überwacht wird. Tamar Sikorel, eine Sprecherin von Regavim, erklärte: «Regavim kartiert laufend die Gebiete Judäa und Samaria, sowie den Negev. Jetzt haben wir beschlossen, eine Sonderinspektion der Vorgänge an der Nahtlinie durchzuführen. Die Bautätigkeit liegt genau dort, von wo aus die Städte Israels und der Flughafen gesichert werden sollen. Das ist eine tickende Bombe. Innerhalb kürzester Zeit können dort die Waffen auf Israel gerichtet werden. Die PA hat einen Minister ‘ für Zaun- und Siedlungsangelegenheiten’. Ihr Ziel ist es, einen Terrorstaat im Herzen Israels zu errichten. Für sie gelten nicht die Grenzen von 1967, sondern ‘vom Fluss bis zum Meer’. In dieses Projekt investieren sie!»
In den sozialen Medien tauchte heute ein Video-Clip auf, in dem Hamas-Terroristen aus einem Tunnel kommen und sich der IDF ergeben. Aufgenommen wurde er im Gebiet vom Shati-Camp in Gaza City. Dort hatte es vor wenigen Tagen heftige Kämpfe gegeben. Es ist nicht bekannt, wann und unter welchen Umständen das Video aufgenommen worden ist.
Über dem Roten Meer wurde eine Cruise-Missile abgeschossen, die von den Houthi-Rebellen auf Eilat abgeschossen worden war. Die Rakete wurde neutralisiert, bevor sie in den israelischen Luftraum eindringen konnte.




Das Barzilai-Spital in Ashekelon behandelte jahrelang Patienten aus dem Gazastreifen. Das bot sich an, denn Ashkelon liegt nur 10 km vom Gazastreifen entfernt. Auf der Notfall-Station arbeitet der 73 Jahre alte Dr. Ron Lobel. Mit den vielleicht besten Ärzten Israels betreut er dort alle, unabhängig davon, ob es seine Landsleute oder Gazaner sind. In den letzten Wochen schlugen in Ashkelon 174 Raketen ein, die das Abwehrsystem nicht frühzeitig neutralisieren konnte. Seit 30 Jahren lebt er in der Nähe der Grenze, den Überfall erlebte er mit seiner Frau im Haus, sie konnten sich in den Schutzraum retten und wurden zehn Stunden später von der Polizei befreit. Am gleichen Tag begann man damit, das Spital, eines der beiden, die sicher sein sollen, in die Kellerräume zu verlegen. Dort steht das zweite komplett ausgestattete Spital. Dreimal pro Jahr wird der Notfall geprobt. Normalerweise gehen sie dabei von 60 Patienten aus, der durchschnittlichen Belegung. Der 7. Oktober änderte alles. Im Eingangsbereich stehen Psychologen für erste Gespräche breit. Fast alle, die kommen, sind traumatisiert. Am 11. Oktober schlug eine Rakete dort ein, wo normalerweise Kinder spielen. Die Abteilung wurde zerstört, ebenso eine Fussgängerbrücke zwischen den Gebäuden, der Haupteingang, überall Bilder der Zerstörung. Seit Beginn des Krieges wurden 2408 Zivilisten und Soldaten behandelt. Früher, da arbeitete er zusammen mit den Kollegen aus Gaza, half mit der Ausstattung im Shifa-Spital und assistierte bei der Weiterbildung der Ärzte. «Zu Beginn war ich wütend», sagt der Arzt Lobel, «vor allem auf mich selbst, weil ich an die Illusion geglaubt habe, in Sicherheit zu leben.» Sein Haus in Nativ HaAssera liegt nun in der militärischen Sperrzone. Wann und ob er jemals dorthin zurückkann, niemand weiss es. Lobel ist überzeugt: «Es gibt für jeden Konflikt Lösungen. Das Wichtigste dafür ist: Beide Seiten brauchen Führer, die mehr vom Frieden profitieren als von Krieg.»
Kategorien:Israel
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