26. Kislew 5784

Jedes Mal, wenn ein Soldat in Israel stirbt, ist es so, als sei ein junger Mann aus unserer Familie, aus unserem Freundeskreis gefallen. Wir schauen ängstlich auf den Namen und auf den Heimatort, ob wir den Gefallenen kennen. Jeder von uns hat Söhne, Enkel, Neffen, seltener auch Mädels, die im Krieg für uns alle kämpfen. Die kämpfen, um die Geiseln zu befreien. Manchmal sind es Namen, die wir kennen, so wie vorgestern, als der ehemalige Generalstabschef Gadi Eisenkot auf einer Besuchsreise im Süden erfahren musste, dass es wieder Tote gegeben hatte und sich dann die Gerüchte zur traurigen Wahrheit verdichteten, dass sein Sohn Gal einer der Gefallenen war. Gestern erlebten wir ihn als trauernden Vater am Grab seines Sohnes. Es stimmt einfach nicht, wenn Eltern ihre Kinder beerdigen müssen. Es stimmt weder bei uns noch bei den Menschen in Gaza.

Ein weiterer Bewohner des schwer getroffenen Kibbutz Be’eri, der von den Hamas-Schlächtern nach Gaza verschleppt worden war, musste für tot erklärt werden. Sahar Baruch, 25, s’’l, war am 7. Oktober nochmal in das bereits brennende Haus seiner Grossmutter zurückgelaufen, um einen Asthma-Spray für seinen Bruder zu holen. Idan, sein Bruder, und ihre Grossmutter, s’’l, wurden erschossen. Sahar wurde verschleppt. Gestern hat die Hamas ein Video verschickt, in dem Sahar berichtet, er sei nun seit 40 Tagen in Geiselhaft. Das Video berichtet dann über seinen Tod, wobei die näheren Umstände seines Todes nicht bekannt gemacht wurden. Mittlerweile wird die Zahl der in der Geiselhaft Verstorbenen auf 18 geschätzt.

Die Resolution, die einen sofortigen Waffenstillstand im Krieg Israel gegen die Hamas Terror-Organisation fordern sollte, wurde mit dem Veto der USA wie erwartet blockiert. 13 Stimmen stimmten für die Resolution, eine dagegen, GB enthielt sich der Stimme mit der Begründung, dass die UN es wiederum verabsäumte, die Hamas für ihre Massaker und für die Geiselnahmen zu verurteilen.
Waffenstillstände wurden uns schon mehrfach aufgezwungen: 2009 (Cast Lead), 2012 (Pillar of Clouds), 2014 (Protective Edge) und 2021 (Guardian of the Walls). Wie man erkennen kann, hielten die Friedenszeiten nie lange. Die Hamas, seit 2007 durch reguläre Wahlen an der Macht im Gazastreifen, hat die Zeit immer wieder genutzt, um sich neu aufzustellen, die Waffenlager aufzufüllen und die unterirdische Infrastruktur zu erweitern und zu verbessern, und Schmuggeltunnel auf ägyptisches Gebiet zu bauen.
Unser politisches Ziel war es immer, die Hamas-Infrastruktur zu zerstören und die Terror-Organisation so weit wie möglich auszuschalten. Das gelang in keiner der Operationen. Und es wird auch jetzt nicht gelingen, wenn uns die Weltöffentlichkeit, allen voran die UNO zu einem erneuten Waffenstillstand zwingt. Die USA legten ihr Veto mit der Begründung ein, dass ein sofortiger Waffenstillstand der Hamas die Möglichkeiten bietet, die Massaker jederzeit zu wiederholen. Ganz so, wie sie es angedroht haben. Dann waren Tausende Tote und Verletzte, dann waren auch die hohen Sachschäden umsonst.
Die Weltöffentlichkeit wird uns als ‘Kriegsverbrecher’ stigmatisieren und die Palästinenser als ‘Märtyrer’. Dass der Auslöser das grausame Massaker vom 7. Oktober war, das wird schnell in Vergessenheit geraten. Daher ist es durchaus möglich, dass die UNO den 7. Oktober zum internationalen Gendenktag ausruft. Nicht etwa zum Gedenken an die etwa 1.200 Ermordeten und 250 Verschleppten Israelis, nicht an die ungezählten Verletzten. Nein, der Gedenktag wird ausschliesslich den palästinensischen Opfern in Gaza gewidmet werden.
Unmittelbar nach der Abstimmung meldete sich der iranische Aussenminister, Hossein Amir-Abdollahian, in einem Telefonat mit UNO-Generalsekretär Antonio Guterres zu Wort: «Solange Amerika die Verbrechen des zionistischen Regimes und die Fortsetzung des Krieges unterstützt, besteht die Möglichkeit einer unkontrollierbaren Explosion der Situation in der Region.» Guterres hatte unter Berufung auf Artikel 99 der UN-Charta: «Der Generalsekretär kann die Aufmerksamkeit des Sicherheitsrats auf jede Angelegenheit lenken, die nach seinem Dafürhalten geeignet ist, die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit zu gefährden» die erneute Abstimmung über eine Resolution erzwungen.
Der israelische Aussenminister Eli Cohen hat, völlig zu Recht, UN-Generalsekretär Antonio Guterres scharf gerügt, sich auf die Seite der Hamas und damit gegen Israel zu stellen. Indem er sich erstmals in der Geschichte der UN auf den Artikel 99 berief, um eine Resolution durchzusetzen, sei seine Haltung endgültig klar geworden. Cohen hielt bedauernd fest: «Der Aufruf von Guterres ist eine Schande für seine Position und ein Kainsmal für die UNO. Die Berufung auf Artikel 99, nachdem er weder für den Krieg in der Ukraine noch für den Bürgerkrieg in Syrien angewandt wurde, ist ein weiteres Beispiel für Guterres‘ voreingenommene und einseitige Haltung.» Während sich Cohen für die Unterstützung der USA bedankte, stellte er abschliessend nochmals klar, die Entscheidung von Guterres sei «eine Unterstützung der terroristischen Hamas-Organisation und eine Billigung der Ermordung älterer Menschen, der Entführung von Babys und der Vergewaltigung von Frauen.»
PA-Präsident Mahmoud Abbas hat sich ebenfalls nach dem Veto der USA gemeldet: «Die USA sind verantwortlich für den Blutzoll der Kinder, Frauen und älteren Menschen im Gazastreifen. Die amerikanische Haltung ist aggressiv und unmoralisch, eine eklatante Verletzung aller humanitären Grundsätze und Werte.» Dass auch ihm jedes Unrechtsbewusstsein fehlt, war zu erwarten. Immerhin hat er gestern ja auch gesagt, er freue sich auf eine Zusammenarbeit mit der nach dem 7. Oktober geläuterten Hamas.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verstieg sich zu folgenden Lügen: «Seit dem 7. Oktober ist die UNO der Beschützer und der Verteidiger Israels. Ist das noch Gerechtigkeit? Es gibt mehr Staaten auf der Welt als die fünf Veto Staaten im UN-Sicherheitsrat.» Er bezieht sich dabei auf die fünf ständigen Vertreter in diesem Gremium, Frankreich, Russland, USA, Volksrepublik China und Grossbritannien, die mit ihrer Stimme, einzeln oder gemeinsam, Resolutionen verhindern können. Er fuhr fort: «Eine andere Welt ist möglich, aber ohne die USA, die mit Geld und militärischer Ausrüstung hinter Israel stehen.»
US-Aussenminister Antony Blinken hatte vor einigen Tagen Israel gewarnt, dass das Zeitfenster für die Fortsetzung der Bodenoffensive immer enger werde. Der Krieg, so meinte er sollte in nur wenigen Wochen beendet werden. Ein Sprecher des US-Sicherheitsrates hielt aber fest: «Dies sind israelische Militäroperationen, und die Israelis werden über ihren Kurs entscheiden. Wir werden Israels Bemühungen, sich gegen die Hamas-Terroristen zu verteidigen, weiterhin unterstützen.» Heute hat Blinken noch einmal beim IRK darauf gedrängt, sich mehr darum zu bemühen, die Geiseln im Gazastreifen zu besuchen, sich ein Bild über ihr Wohlergehen zu machen, Medikamente auszuliefern und Kommunikationen zwischen den Geiseln und deren Familien zu ermöglichen. Das IRK hat noch nie etwas für Israel oder für Juden getan, ganz im Gegenteil!
Ägypten bereitet sich auf eine grosse Zahl von Flüchtlingen aus dem Gazastreifen vor. Das berichtet heute die der Hisbollah nahestehende Zeitung al-Akhbar. Der Strom der Flüchtlinge, davon geht man aus, würde früh im kommenden Jahr 2024 beginnen. Ägypten sei derzeit dabei, mit anderen arabischen Staaten zu klären, wer wie viele Flüchtlinge aufnehmen könne und wolle. Die Zahl der Grenzübertritte über den Grenzübergang Rafah würde entsprechend angepasst werden. Man wolle sich auch bemühen, Stipendien für palästinensische Studenten zu erhalten, die mit ihren Familien nach Europa, der Türkei und den USA ausreisen dürften. Bisher ist die Bereitschaft in den arabischen Staaten nicht sehr hoch, Gazaner aufzunehmen. Statistisch wären unter den Flüchtlingen etwa einige Zehntausend Hamasmitglieder …
Zwei Soldaten wurden beim Versuch, Geiseln aus den Fängen der Hamas zu retten, schwer verletzt. IDF-Sprecher Daniel Hagari musste jedoch zu seinem Bedauern mitteilen, dass der Versuch misslungen sei. Die Geiseln befanden sich leider nicht an der vermuteten Stelle. Jedoch wurden einige Hamas-Terroristen bei der Operation getötet. IDF-Sprecher Daniel Hagari gab keine weiteren Details bekannt, versicherte aber, dass die IDF allein und mit Hilfe des Shin Bet alles tun werde, um die Geiseln zu befreien.
Nach einer recht ruhigen Nacht mit zehn Stunden ohne Beschuss flogen am Vormittag wieder Raketen aus dem südlichen Libanon auf Misgav Am. Zeitgleich wurde auch aus Gaza der Beschuss wieder aufgenommen. Berichte über Schäden oder Verletzte gab es nicht. Die IDF reagierte sofort mit gezieltem Beschuss und zerstörte dabei einige Infrastrukturen der Hisbollah. Bevor es in der Nacht an der nördlichen Grenze zum Libanon ruhig wurde, hatte die IDF noch ein Beobachtungsposten zerstört und eine Gruppe von Bewaffneten entdeckt, die dabei waren, einen Angriff mit Panzer-Abwehr-Raketen vorzubereiten. Der Beschuss aus dem südlichen Libanon geht ununterbrochen weiter,




Mit unverminderter Härte wurde die Bodenoffensive im nördlichen Gazastreifen, wo sich IDF und Hamas-Terroristen heftige Gefechte lieferten, fortgesetzt. Unterstützt wurden die Bodentruppen von der Luftwaffe. Ein Hamas-Stützpunkt mit einem grossen Waffenlager wurde mitten in einer Schule entdeckt. Neben ‘normalen’ Tunnel-Einstiegen fanden sie auch einen Eingang, der mit einem Aufzug ausgestattet war. Eine Gruppe von Terroristen, die ihnen, bewaffnet mit Panzer-Abwehr-Raketen auflauerte, wurde mit einem gezielten Luftangriff eliminiert. In Beit Hanoun kamen die IDF-Truppen unter Beschuss von einer UNRWA-Schule und einer Moschee. In der Schule fanden sie später Waffen in Plastik-Beuteln, die das Logo der UNRWA trugen. Ein Scharfschützengewehr samt Munition entdeckten sie in einem übergrossen Teddybären! Die israelische Marine zerstörte einige Boote der Terror-Organisation.


Ayelet Levy Schachar, Mutter von Naama Levy, 19, die in den Gazastreifen verschleppt wurde, schreibt auf der Webseite von ‘The free press’: «Sie haben das Video meiner Tochter Naama Levy gesehen. Jeder hat. Sie haben gesehen, wie sie irgendwo in Gaza mit vorgehaltener Waffe an ihren langen braunen Haaren von der Ladefläche eines Jeeps gezerrt wurde, ihre graue Jogginghose voller Blut. Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass sie Schnittwunden an den Knöcheln hat, dass sie barfuß ist und hinkt. Sie ist schwer verletzt. Sie hat Angst. Und ich, ihre Mutter, bin in diesen Schreckensmomenten hilflos. (…) Es ist zutiefst beunruhigend zu sehen, dass die Vereinten Nationen und feministische Organisationen sich weigern anzuerkennen, dass die Hamas vergewaltigt und entsetzliche Sexualverbrechen gegen Frauen begangen hat, nur weil die Opfer Jüdinnen sind. Es dauerte zwei Monate, bis einige endlich das Ausmass und die Brutalität des Grauens eingestanden hatten.» Ayelet schreibt, dass sich noch 17 (!) junge Frauen zwischen 18 und 26 Jahren in den Fängen der Hamas-Schlächter befinden. Warum sie sie nicht freilassen, ist klar. Sie wollen nicht, dass diese jungen Frauen, die ihre Opfer wurden, aussagen. Naama, sowie alle anderen, die noch irgendwo im Gazastreifen festgehalten werden, werden aller Wahrscheinlichkeit jeden Tag Gewalt, physische und psychische erdulden müssen. Je länger ihre Qualen dauern, desto länger wird der Heilungsprozess in Freiheit sein, wenn er denn überhaupt jemals enden wird. Auf einem Video, das die Hamas veröffentlichte, bettelt eine junge Geisel um ihre sofortige Freilassung und schreit: «Achshaw!» – JETZT! «In der Zwischenzeit vergeht die Zeit wie durch eine Sanduhr und der Sand ist nicht unendlich. Die siebzehn weiblichen Geiseln sind keine Verhandlungsmasse, die von Diplomaten diskutiert werden könnte. Es sind Töchter, und eine davon ist meine. Mein Urschrei sollte der Schrei der Mütter überall sein. Bring sie jetzt nach Hause!» So endet der verzweifelte Aufruf einer Mutter.

Eine junge Frau wurde am frühen Nachmittag bei einem Vorfall, der als Unfall und nicht als Terroranschlaggewertet wird, schwer verletzt. Die Polizei nahm zwei am Unfall beteiligte Personen fest. Sie sind Einwohner der Bedouinenstadt Rahat und Qalqilya in Samaria. Die junge Frau wurde beim Eingangstor einer Militärbasis überfahren, als das Auto ungebremst in das Wachhäuschen fuhr. Der Fahrer hatte mehrere Aufforderungen, stehen zu bleiben ignoriert.
Kategorien:Israel
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