27. Kislev 5784

Gestern am Nachmittag musste die IDF erneut den Verlust von fünf Soldaten bekanntgeben. Master Sgt. (res.) Liav Atiya, 25, Master Sgt. (res.) Omri Ben Shachar, 25, Staff Sgt. Jonathan Dean Jr. Haim, 35, Sgt. Maor Cohen Eisenkot, 19, und Staff. Sgt. Haim Meier Edan, 20, s’’l. Edan wurde am 7. Oktober verletzt und verlor gestern den Kampf um sein Leben. Weitere zwölf Soldaten wurden bei Kämpfen im südlichen Gazastreifen schwer verletzt.
Der Gesundheitszustand der zwei Soldaten, die beim Versuch, Geiseln zu befreien, am Donnerstag schwer verletzt wurden, hat sich deutlich gebessert. Er wurde von zunächst lebensbedrohlich als aktuell mittelschwer bis ernst bezeichnet.
Von den bisher verletzten 1.593 Soldaten befinden sich 255 in lebensbedrohlichem Zustand, 446 werden als moderat und 892 als leicht verwundet bezeichnet. 600 Verletzte wurden durch 300 Hubschraubereinsätze aus dem Gazastreifen evakuiert und noch an Bord medizinisch erstversorgt.

Die Houthi Rebellen aus dem Jemen haben angekündigt, ab jetzt, ohne Rücksicht auf eine mögliche Verbindung zu Israel, jedes Schiff, das auf dem Weg durchs Rote Meer Richtung Israel segelt, anzugreifen. «Wir wollen damit jeden daran hindern, nach Israel zu gelangen. Sie müssen Lebensmittel, Medikamente und Hilfsgüter in den Gazastreifen liefern, dort wird das gebraucht. Wir warnen jeden, israelische Häfen anzulaufen. Das ist das Resultat der fortgesetzten zionistischen Belagerung von Gaza, des fortgesetzten Genozids und der grausamen Massaker.» Im Übrigen hätten weder die USA noch sonst eine Militärmacht das Recht, Schiffe auf dem Weg nach Israel zu begleiten. In der Nacht gelang es einem französischen Kampfschiff zwei Drohnen, die von einem von Houthis besetzten Hafen aus abgeschossen worden waren, abzufangen.

Offensichtlich ist der derzeit meistgesuchte Mann im Gazastreifen, Yahya Sinwar, schon zu Beginn der Bodenoffensive mit einem humanitären Konvoi vom Norden des Gazastreifens in den Süden des Landes geflohen. Wahrscheinlich hat er sich in einer seiner Liegenschaften in Khan Younis oder in einem der weitläufigen Tunnelsysteme unter der Stadt verkrochen. Das berichtete der öffentliche TV- und Radiosender ‘Khan’. Einzelheiten wurden nicht veröffentlicht, um seine Verfolgung nicht zu gefährden. In einem Statement von gestern Abend erklärte IDF-Sprecher Daniel Hagari, dass es nach Vernehmungen von einigen Hamas-Terroristen, die sich ergeben haben, klar sei «…, dass die Hamas-Anführer den Bezug zur Realität verloren haben, obwohl sie immer über die Zuständen ausserhalb ihrer Verstecke informiert wurden. Die Terroristen sind auch äusserst besorgt darüber, dass die Anführer sich keinerlei Sorge mehr über das Wohlergehen der Bevölkerung mehr machen. Der Kontakt zu den Anführern sei nahezu abgebrochen.»
Ein Videoclip, das noch nicht zur Veröffentlichung freigegeben war, erschien gestern am späten Nachmittag im ‘X-Account’ von Emanuel Fabian. Fabian ist der Militärberichterstatter der Times of Israel. Dutzende Hamas-Terroristen, die alle ihre ID-Karte in der Hand halten, haben sich, so vermittelt es das Video, in Jabaliya der IDF ergeben. Das Video soll vom 7. Dezember sein. Am Ende des Clips legt einer der Gefangenen ein Sturmgewehr und eine zweite Waffe nieder. Ein Sprecher der IDF sagte später, dass sich zunehmend mehr Terroristen freiwillig ergeben. Jeder von ihnen wird einer ausführlichen Befragung unterzogen.

Die Wut der Zivilisten auf die Anführer der Hamas Terror-Organisation steigt. Sie war sicher schon lange da, schwelte aber im Untergrund, unausgesprochen, weil die Angst vor den Sanktionen der Terroristen auf jeden, der aufmuckte, grösser war, als der Leidensdruck. Jetzt aber, wo Hunderttausende aus dem Norden Evakuierte zusammengepfercht im überbevölkerten Süden zwischen Khan Younis und Rafah vegetieren, bricht sich die Wut Bahn. Das etwa 20 qkm grosse Gebiet, auf dem Zeltstädte errichtet wurden, um zumindest den minimalen Schutz zu bieten, liegt unmittelbar neben der Kampfzone. Dort toben derzeit die wohl bisher heftigsten Kämpfe zwischen der IDF und der Hamas seit Beginn der Bodenoffensive. Ein Bewohner des Gazastreifens äusserte über Yahya Sinwar: «Möge Allah euch, die Hamas-Führung verfluchen. Sinwar, du bist der Nachkomme einer verachtenswerten Kreatur. Allah wird die Zerstörung rächen, die du uns zugefügt hast. Lasst sofort die israelischen Geiseln frei! Wir wurden von Gaza City nach Khan Yunis und von Khan Yunis nach Rafah deportiert. Unsere Kinder, Frauen und Familien wurden uns entrissen. Lasst diese Geiseln sofort frei! Sinwar, Mohammed Deif und ihre niederträchtigen Gefährten verstecken sich im Untergrund. Wir haben nicht einmal Zugang zu Wasser.» Während sich die Führer der Terroristen im Untergrund bewegen und alles haben, was sie brauchen, leidet die Bevölkerung unter der Zerstörung und dem Mangel an Allem. Die Hilfslieferungen werden in Lagern der UNRWA aufbewahrt, kommen aber nie bei denen an, für die sie bestimmt sind. «Was für eine Korruption! Wir sind eine vierköpfige Familie mit Flüchtlingen unter uns und haben Mühe, Lebensmittel zu finden oder zu kaufen. Ein UNRWA-Vertreter hat uns die Hilfe verweigert. Die Polizei teilte dem Vertreter mit, dass die Verteilung von Hilfsgütern verboten sei.» Eine alte Frau nahm bei einem Interview mit al-Jazeera, die unbedingt alle Schuld auf die Missstände den Juden zuschreiben wollte, kein Blatt vor den Mund: «Die ganze Hilfe geht nach unten zu den Tunneln! Sie erreicht die Menschen nicht. Alles geht in ihre Häuser. Sie nehmen alles mit.» Betrachtet man die wohlgenährten Terroristen, ist man überzeugt, dass es sich genauso abspielt: Alles für die Führung und nichts für das Volk!


Der Palestine–Platz in Gaza City, auf dem die Hamas-Schlächter ihre Opfer nach der Verschleppung auf Motorrädern, Golf-Carts und Pick-Ups paradiert und dabei verhöhnt und gedemütigt haben, wurde von der IDF eingenommen. Auch anlässlich der Befreiung der Geiseln fanden solche Paraden statt, blieben aber von den Medien weitgehend unbeachtet. Auf einem aufgeschütteten Hügel in der Mitte des zerstörten Platzes weht seit gestern die israelische Flagge. Die Soldaten haben dort eine grosse Chanukkia aufgestellt und am ersten Abend von Chanukka dort die erste Kerze angezündet.

Zum ersten Mal seit Beginn der Bodenoffensive operiert jetzt eine Artillerieeinheit unmittelbar innerhalb von Gaza. Bisher hatten sie ihre Aktivitäten darauf beschränkt, Gaza von der unmittelbaren Grenzregion aus zu beschiessen. In den letzten Tagen sind sie mit ihren gepanzerten Haubitzen in die Region von Shejaiya vorgerückt, wo sie mehr als 20 Gebäude unter Beschuss nahmen. In den Gebäuden, die zum Teil vermint waren, befanden sich Waffendepots und andere Infrastrukturen der Hamas.
In den Nachtstunden gelang es in gemeinsamen Aktionen von IDF und IAF, wichtige Kommunikationszentren der Hamas zu zerstören und einzunehmen. Es befand sich in unmittelbarer Nähe eine Moschee im südlichen Gazastreifen. Mit Lenkwaffen zerstörten sie einige Tunneleinstiege und -anlagen und eliminierten Terror-Gruppen, die dabei waren, Angriffe vorzubereiten. Die Waffenlager enthielten Scharfschützengewehre, Granaten, Panzer-Abwehr-Raketen und andere Ausrüstungsgegenstände. Bei heftigen Angriffen aus dem südlichen Libanon wurden sechs Soldaten teils schwer verletzt.
In der heutigen Kabinettsitzung gab es Dank, Rüge und irrwitzige Vorschläge vom Ich.Bin.Immer.Noch.Der.PM. Der Dank ging in die USA für das Veto, das sie bei der letzten Sitzung des Sicherheitsrates eingelegt hatten. Sein zweiter Dank ging ebenfalls an die USA. Von dort wurden 14.000 Panzer-Granaten zugesagt, die ab heute in Israel ankommen werden. Die Rüge ging in Richtung Deutschland und Frankreich. «Ich habe mit Bundeskanzler Scholz und Präsident Macron telefoniert und ihnen gesagt, dass man uns nicht einerseits dabei unterstützen kann, die Hamas Terror-Organisation zu eliminieren und uns auf der anderen Seite einen Waffenstillstand aufzwingen will. Wir werden mit voller Stärke weiterkämpfen und das Recht ist auf unserer Seite.» Nur neun Wochen nach dem Massaker vom 7. Oktober möchte er wieder palästinensische Arbeiter nach Israel holen. Er hat deshalb seine Kabinettsmitglieder aufgefordert, bis heute Abend (!) Richtlinien auszuarbeiten, die in der Sitzung des Sicherheits-Kabinetts später am Abend diskutiert werden können. Seit dem 7. Oktober waren alle Arbeitsvisa für Arbeiter aus Judäa und Samaria sowie aus Gaza sistiert worden. Es ist klar, dass die palästinensischen Arbeiter in der israelischen Wirtschaft fehlen. Nachdem aber mittlerweile bekannt ist, dass einige von ihnen, nicht alle!, vor dem Massaker die betroffenen Kibbutzim und Militärbasen ausspioniert haben, sitzt das Misstrauen tief. Ein solcher Schritt kann nicht innerhalb von wenigen Stunden durchgesetzt werden.
Oppositionsführer Yair Lapid schreibt in einem Kommentar im heutigen Ha’aretz, dass der einzige Weg, die Hamas zu zerstören und Leben zu retten, darin liegt, ihre finanziellen Ressourcen zu zerstören. Er betont, dass auch wenn er, gemeinsam mit Naftali Bennet ‘die Koffer voller Bargeld, die von Katar nach Gaza kamen’ gestoppt hat, immer noch viel Geld auf die Konten der Hamas fliesst. «Viel Geld aus dem Iran, Katar und Malaysia, von Handelsunternehmen in der Türkei, Algerien, dem Sudan, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie von der Islamischen Bank, von im Gazastreifen erhobenen Steuern, von Überweisungen der Palästinensischen Autonomiebehörde an Beamte, von einem Netz von Geldwechslern und von einer langen Liste von gemeinnützigen Organisationen, die sich als Wohltätigkeitsorganisationen ausgeben.» Die jährlichen Einnahmen liegen bei geschätzten US$ 2.5 bis 3 Milliarden (sic!). Der Betrag beinhaltet auch die Einnahmen der in Katar lebenden Anführer Ismail Haniyeh, Moussa Abu Marzouk und Khaled Meshal. Diese Gelder befeuern den Terror, sie müssen gestoppt werden, wenn man die Hamas zerstören will und muss. Unternehmen, die der Hamas gehören, werden nach wie vor an der Börse in Ankara gehandelt, die Bankkonten sind weiterhin aktiv. Nur Frankreich hat in der vergangenen Woche die Konten von Sinwar gesperrt. Israel, so Lapid, muss dringend beginnen, Daten zu sammeln und die Transferwege zu unterbrechen. Dieses Vorgehen, so hofft er, ist auf Dauer effektiver als das militärische Vorgehen und verursacht kein Blutvergiessen.

Ich schlage das Wort ‘Kontext’ als Unwort des Jahres vor. An US-amerikanischen Universitäten geht die Angst um. Der Antisemitismus hat seit dem 7. Oktober derartig stark zugenommen, dass jüdische Studenten von den Vorlesungen ausgeschlossen oder am Betreten des Campus gehindert werden. Die Präsidentinnen von drei Eliteuniversitäten, Havard, Pennsylvania und Massachusetts (MIT), mussten sich am Dienstag einer Anhörung und Befragung durch den Bildungsausschuss des US-Kongresses stellen. Die Frage der Abgeordneten Elise Stefanik, selbst Absolventin von Havard, ob der Aufruf zu Völkermord von Juden an den Universitäten gegen die universitäre Richtlinie gegen Mobbing und Bedrohung verstosse, beantwortete Claudine Gay (Havard) mit «Das kommt auf den Kontext an» und wiederholte diese Antwort auch noch, als sie gebeten wurde, einfach mit ‘Ja’ oder ‘Nein’ zu antworten. Auch Dr. Sally Kornbluth, selbst jüdisch, Präsidentin des MIT antwortete ähnlich.

Bei der Kongressanhörung fiel die Präsidentin der Pennsylvania Universität, Liz Magill, durch einen besonders redundanten Sprachgebrauch auf. Seit 2014 vertritt Elise Stefanik den US-Bundesstaat Albany im US-Repräsentantenhaus als Vertreterin der Republikaner. Seit 2021 ist sie die Fraktionsvorsitzende der Partei. Eine Position, die als Sprungbrett für weiterführende Karriereschritte gilt.
Am vergangenen Mittwoch versuchte sie bei der Anhörung Liz Magill festzulegen, ob «der Aufruf zum Genozid an Juden die Politik der Universität verletzt. Ja oder nein?» Die Antwort kam zögernd und ausweichend:«Wenn die Rede zu Taten führt, ja dann kann das zu einer Bedrohung werden.» «Ich frage nochmals ganz spezifisch: Die Forderung nach dem Genozid an Juden, stellt das Mobbing oder eine Bedrohung dar?» «Wenn sie direkt ausgesprochen wird und ernst zu nehmen ist, da dann ist es eine Bedrohung.» «Also, die Antwort ist: Ja?» «Es ist eine Entscheidung, die auf den Kontext bezogen getroffen werden muss, Frau Abgeordnete.» «Es ist eine Entscheidung, die auf den Kontext bezogen getroffen werden muss? Ist das Ihre Aussage hier und heute? Der Aufruf zum Genozid an Juden ist abhängig vom Kontext? Es ist weder Mobbing noch eine Bedrohung? Das ist die einfachste Frage, die man mit ‘Ja’ beantworten kann, Mrs. Magill.» Schweigen auf beiden Seiten. «Also Ihre Aussage ist die, dass Sie nicht ‘Ja’ sagen.» «Wenn aus der Sprache ein Verhalten wird, ja, dann kann es eine Bedrohung werden.» «Verhalten in dem Sinn, dass der Genozid ausgeführt wird? Die Rede stellt keine Bedrohung dar? Das ist inakzeptabel. Ich gebe Ihnen noch eine weitere Gelegenheit, um der Welt Ihre Antwort bekannt zu machen. Stellt der Aufruf zum Genozid an Juden eine Verletzung der Politik der Penns-Universität dar, wenn es zu Mobbing und Bedrohung kommt? Ja oder nein?» Schweigen. «Es kann eine Bedrohung sein.» «Die Antwort ist also ‘Ja’?»
Magill trat als Resultat der Anhörung zurück, die Reaktionen von Kornbluth und Gray stehen noch aus.
Kategorien:Israel
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