10. Tevet 5784

Leider muss auch heute die IDF den Tod zweier Soldaten bekanntgeben, die bei den Kampfhandlungen im Süden des Gazastreifens ihr Leben verloren: Sgt. First Class (res.) Tal Shuna, 31, und Lt. Shai Ayeli, 21, s’’l. In der gleichen Operation wurden drei weitere Soldaten schwer verletzt.

Der von den Hamas-Terroristen verschleppte Gadi Haggai, 73, s’’l wurde, wie jetzt nachgewiesen werden musste, bereits am 7. Oktober im Kibbutz Nir Oz ermordet. Seine sterblichen Überreste wurden nach Gaza verschleppt und befinden sich immer noch dort. Über das Schicksal seiner Ehefrau Judi, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verschleppt wurde, ist noch nichts bekannt.
Heute soll nun wirklich im UN-Sicherheitsrat über die neue, von den VAE eingebrachte Resolution betreffend einen Waffenstillstand abgestimmt werden. Während der vergangenen vier Tage hatte man darüber diskutiert, wie diese formuliert sein müsse, um die USA für diesen Antrag stimmen und nicht von ihrem Vetorecht Gebrauch machen zu lassen. Die US-Botschafterin bei der UNO, Linda Thomas-Greenfield, hatte gestern erklärt, nun bereit für die Abstimmung zu sein. Andere Staaten kündigten an, auf Grund der bedeutenden Abänderungen erst Rücksprache mit ihrer Regierung halten zu müssen. Der Text des Entwurfs ist immer noch nicht auf der Webseite des UN-SC aufgeschaltet.

Die Bevölkerung von Bureij, nordöstlich von Khan Younis wurde heute aufgefordert, sich zwischen 10:00 und 14:00 südlich in das Auffanglager Deir al-Balah, westlich von Rafah, zu evakuieren. Nachdem das Gebiet innerhalb des Gazastreifens nach wie vor Kampfgebiet ist, wird die Route entlang der Küste zur Evakuierung freigehalten.
Zu Beginn des Krieges hatte Netanyahu den US-Präsidenten Joe Biden gebeten, auf Ägypten einzuwirken und Flüchtlinge aus Gaza temporär aufzunehmen. Aus Kairo kam nicht nur eine Ablehnung, sondern eine klare Drohung, die Situation nicht so sehr eskalieren zu lassen, dass Flüchtlinge auf die Sinai-Halbinsel ausweichen würden. Sollte das geschehen, dann wäre die Folge ein tiefer Riss in den Beziehungen zwischen Israel und Ägypten. Die Befürchtung der Ägypter geht dahin, dass aus einem temporäreren Aufenthalt im Sinai ein andauernder Zustand werden könnte. Die Ägypter haben noch nie einen palästinensischen Flüchtling aufgenommen.

Das in den letzten Tagen entdeckte und untersuchte Tunnelnetzwerk unter dem Palestine Square in Gaza City wurde gestern von der IDF völlig gesprengt und zerstört. Auf dem Luftbild erkennt man, wie verzweigt die Tunnelröhren unter der Stadt verliefen.
Eine Salve von mehr als 20 Raketen wurde am Vormittag aus dem südlichen Libanon auf israelisches Gebiet abgeschossen. Die IDF reagierte mit gezieltem Beschuss der Abschussrampen. Wie üblich, befinden die sich mitten unter der dort lebenden zivilen Bevölkerung.

Bei einem gezielten Luftangriff auf ein Fahrzeug in Rafah starben drei Personen und sechs weitere wurden verletzt. Die katarische Zeitung al-Araby al-Jadeed geht davon aus, dass es sich bei dem Angriff um eine gezielte Tötung gehandelt hat. Heute Vormittag war die Bevölkerung aus der Region aufgefordert worden, diese zu verlassen (s. oben).

Das Internationale Rote Kreuz hat den ehemaligen Chef der UNRWA, Pierre Krähenbühl, zum neuen Generaldirektor ernannt. Seinen Job bei der UNRWA verlor er nach fünf Jahren im Amt wegen nachgewiesenem Missmanagement und anderen Fehlern. Später wurde erklärt, dass keiner der gegen ihn erhobenen Vorwürfe gerechtfertigt war. Trotzdem werden nach wie vor antiisraelische und antisemitische Unterrichtsmaterialien, die unter seiner Ägide entstanden, in den Schulen der UNRWA benutzt. Die Schulen wurden während seiner Zeit weiter politisiert, verherrlichen den Terror gegen Israel und hetzen gegen Israelis und Juden.

Der weltweite Antisemitismus und Anti-Israelismus, der seit Jahren am Wachsen ist, hat seit dem 7. Oktober einen unglaublichen Aufschwung erlebt. Überall finden grosse pro-Palästina Demonstrationen statt, die immer auch anti-Israel und anti-jüdische Demos sind. Vor allem an US-amerikanischen Universitäten ist der Anti-Israelismus fest verankert. In der vergangenen Woche zeigte die Befragung von drei Präsidentinnen von Harvard, Pennsylvania und MIT, das die Haltung mit Beleidigungen und Bedrohungen jüdischer Kommilitonen kein Antisemitismus sei. In der vergangenen Woche fand die regelmässige Befragung von 2.034 Personen durch das ‘Center for American Political Studies und The Harris Poll’ statt. 81% aller Befragten stehen grundsätzlich hinter Israel. Bei den Jüngeren wird jedoch eher zwischen Israel und der Hamas differenziert. 51% (!) sind für eine Auflösung Israels, aber 58% (!) sind der Ansicht, dass die Hamas nicht mit der Verwaltung des Gazastreifens betraut werden soll. 60% (!) stehen hinter einer Zwei-Staaten-Lösung. 66% der 18 – 24-Jährigen vertreten die Ansicht, das Massaker vom 7. Oktober käme einem Völkermord gleich, 60% sind der Ansicht, dass dieser gerechtfertigt gewesen sei. Insgesamt bezeichnen 73% aller Befragten das Massaker als Völkermord, ebenso viele halten das Massaker für ungerechtfertigt.
Kategorien:Israel
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