5. Shevat 5784



Am frühen Nachmittag fand in Ra’anana ein Terroranschlag statt, bei dem 19 Personen verletzt wurden. Ein Opfer befindet sich in lebensbedrohlichem Zustand, weitere fünf sind schwer verletzt. Mindestens zwei Terroristen, die aus der Gegend von Hebron stammen, wurden festgenommen. Die beiden arbeiteten illegal im Industriegebiet von Ra’anana. Der Anschlag fand mit drei gestohlenen Autos statt, die Polizei ist auf der Suche nach weiteren Attentätern. Die Bevölkerung wurde zunächst aufgefordert, sich nicht auf die Strasse zu begeben. Wie genau der Anschlag vor sich ging, ist noch nicht ganz geklärt. Einer der Terroristen hat offensichtlich einen Autofahrer mit einem Messer angegriffen, bevor er das Auto stahl und in eine Personengruppe fuhr. Dort verliess er das Fahrzeug, stahl ein zweites und fuhr mindestens in eine weitere Gruppe von Menschen an einer Bushaltestelle. Unterwegs verletzte er weitere Personen mit dem Messer. Unter den Opfern befinden sich mindestens zehn Kinder und Jugendliche, die an der Bushaltestelle gewartet hatten. Soeben wurde bekannt, dass die lebensgefährlich verletzte Frau ihren Verletzungen erlegen ist. Die Hamas hat die Verantwortung für den Anschlag übernommen.




Die Hamas veröffentlichte ein neues Video, das die als Geiseln im Gazastreifen festgehaltenen Noa Argamani, 26, Yossi Sharabi, 53, und Itay Svirsky, 38, zeigt. Die Geiseln identifizieren sich im Video selbst und flehen Israel an, sie heimzuholen. Das Video ist undatiert und endet mit dem eingeblendeten Satz: «Morgen werden wir euch über ihr Schicksal informieren.»
Am 100. Tag nach dem Massaker hat das Gesundheitsministerium eine aktualisierte Information über das Wohlbefinden und den Gesundheitszustand der 105 befreiten Geiseln veröffentlicht. Alle ehemaligen Geiseln befinden sich nach wie vor in medizinischer Betreuung. 85 werden von Gemeindeschwestern begleitet und zwei sind nach wie vor hospitalisiert. 54 Personen wurden Betreuer zur Seite gestellt, darunter Psychotherapeuten, Kunst-Therapeuten und andere Spezialisten. 27 der Freigelassenen leben derzeit in Hotels, 26 sind mit Familienangehörigen an andere Orte gezogen. Nur 18 Betroffene konnten in ihre ursprüngliche Umgebung zurückkehren. Neun ehemalige Geiseln haben ein Appartement gemietet, drei ältere Personen leben nun in speziellen Einrichtungen für Senioren. 21 der freigelassenen Kinder sind wieder in den regulären Unterricht zurückgekehrt, einige in ihren ursprünglichen Heimatorten, andere wurden gemeinsam mit den evakuierten Kindern in andere Schulen integriert.
Israel muss sich darauf vorbereiten, dass einige der Frauen, wenn sie aus dem Gazastreifen befreit werden, schwanger sind. Schwanger wurden durch Vergewaltigungen. Je nachdem, wie lange sie in der Geiselhaft sind, bevor sie sich in Israel in medizinische Betreuung begeben können, wird ihre Schwangerschaft zwischen wenigen Wochen und einigen Monaten fortgeschritten sein. In Israel ist die Abtreibung bis unmittelbar vor der Geburt erlaubt. Je nach Stadium wird die Methode des Abbruchs gewählt, um das Leben der Mutter nicht zu gefährden. Aber hier geht es nicht darum, dass die Frau in der Sicherheit ihrer Umgebung ihre Entscheidung trifft, sondern in einer Umgebung, die keinerlei hygienische Vorschriften erfüllt. Keine Vorsorgemedizin kennt. Keine Beratung. Die Frauen leider unter einer multiplen Belastung. Und je länger die Geiselhaft andauert, umso gefährdeter sind die Frauen.

Beim gestrigen Beschuss auf Kfar Yuval durch die Hisbollah kamen Barak Ayalon, und seine Mutter Mira, 74, s’’l, ums Leben. Die Mutter galt zunächst als schwerverletzt, erlag aber später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Kfar Yuval und andere Grenzorte waren von Panzer-Abwehr-Raketen getroffen worden. Als Vergeltungsschlag zerstörte die IDF terroristische Infrastruktur. Einige Strassen, sowie der Zugang zu verschiedenen Gemeinden entlang der Grenze im Norden des Landes wurden aus Sicherheitsgründen für Zivilisten gesperrt. Weitere aus dem südlichen Libanon abgeschossenen Raketen richteten keinen Schaden an.


In einem Interview mit der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA bedrohten die Houthi-Rebellen die USA. Die Worte klingen doch nach grotesker Selbstüberschätzung oder nach einer sehr starken Unterstützung durch den Iran. «Wir sagen den Amerikanern, dass ihre Aktionen gegen den Jemen vereitelt werden und wir ihnen mit all unserer Macht entgegentreten werden. Nach dieser Aggression wird sich der Jemen in einen Friedhof für die Amerikaner verwandeln und sie werden die Region gedemütigt verlassen.» Am Freitag hatten die USA und GB zwei Angriffe auf den Jemen durchgeführt und dabei mehr als 60 Ziele getroffen und zerstört. Gemäss Aussagen der US-amerikanischen Streitkräfte wurde dadurch die Angriffskraft der Houthis um 20 – 30% reduziert. Und um zu zeigen, wie ernst sie es mit ihren Drohungen meinen, haben die Houthis gestern noch einmal ein Schiff angegriffen, diesmal nahmen sie ein US-amerikanisches Kriegsschiff aufs Korn. Die abgeschossenen Raketen wurden von einem US-amerikanischen Kampfjet abgeschossen.
Die griechische Reederei, der das von Iranern (sic!) geenterte und entführte Schiff St. Nikolaus gehört, ist inzwischen in direktem Kontakt mit dem Iran. Das Schiff ankert derzeit vor der iranischen Stadt Bandar Abbas. Sie konnten berichten, dass die Mannschaft an Bord sicher und gesund ist. Ein direkter Kontakt zwischen dem Eigner und dem Schiff konnte bisher noch nicht hergestellt werden.
Die IDF konnte einen grossangelegten Waffentransport verhindern, der den Terroristen in der Region von Khan Younis Waffenlieferungen mit einigen LKWs zustellen sollte. Die Soldaten beobachteten Terroristen, die dabei waren, die LKWs zu beladen und forderten Unterstützung durch die IAF an, die die Terroristen eliminierte. Die Waffen wurden zerstört. Dabei handelte es sich um Sturmgewehre, Granaten, Handfeuerwaffen, Munition und Tauchausrüstungen.

Die gute Nachricht vor allem für die Soldaten: Israel hat eine der vier im Gazastreifen operierenden Divisionen abgezogen. Die Soldaten der 36. Division hatten während der letzten 80 Tage an verschiedenen Orten gekämpft und waren massgeblich daran beteiligt, die Stellungen der Hamas zu zerstören. Kol hakavod chewre! Drei weitere Divisionen verbleiben derzeit im Gazastreifen. Die Soldaten der 36. Division werden zunächst eine wohlverdiente Pause bekommen und sich danach wieder zu einer Trainingseinheit formieren. Ob sie anschliessend wieder in das Kampfgebiet zurückkehrt, wird die IDF später entscheiden.

Die gute Nachricht nur nicht für den Betroffenen: Sagiv Jehezkel, 28, der als Rechtsverteidiger um Flügelspieler beim türkischen ‘Süper-Lig-Klub Antalyasport’ und in der israelischen Nationalmannschaft spielt, trägt seit Tagen am Handgelenk eine Bandage mit der Aufschrift ‘100 Tage – 7. 10.23’ und einem Davidstern, um damit seine Solidarität mit den Geiseln zu demonstrieren. Schon am 9. Spieltag hatte er sich, ebenso wie sein Landsmann und Teamkollege Ramzi Safuri, geweigert, zu einer Schweigeminute die nur der Gazaner, aber nicht der israelischen Geiseln gedachte, im Stadium einzulaufen. Kurz darauf wurde er kurzfristig festgenommen. Der Grund: Volksverhetzung und öffentliche Anstiftung zum Hass. Gestern sicherte er mit einem Tor seiner Mannschaft den Sieg – und wurde sofort anschliessend gefeuert. Der Klub-Chef äusserte sich: «Unsere nationalen Werte stehen über allem. Egal, wie viel der Spieler dem Verein bringt. Wir werden seinen Vertrag auflösen.» Dieser Vorfall zeigt, wie weit sich auch die Türkei von einem demokratisch-liberalen Staat entfernt hat. Abscheulich! Unserem Sportler mein Respekt und Dank. Eine vorbildliche Haltung, die leider heute nicht mehr jeder hat, wenn es um Israel geht.
Kategorien:Israel
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