11. Shevat 5784

Leider musste auch heute die IDF den Tod eines Soldaten bekanntgeben. Sgt. First Class (res.) Uriel Aviad Silberman, 23, s’’l, fiel bei einem Kampf im südlichen Gazastreifen. Zwei weitere Soldaten wurden beim gleichen Vorfall schwer verletzt. Die Zahl der seit dem 7. Oktober gefallenen Soldaten erhöht sich damit auf 195.

Staff Sgt. Shay Levinson, 19, s’’l, wurde am 7. Oktober von der Hamas ermordet und in den Gazastreifen verschleppt. Sein Tod wurde vom Militärrabbinat heute bekanntgegeben. Die sterblichen Überreste von Levinson werden von der Hamas festgehalten.
Bevor das Thema völlig aus den Medien verschwindet: Vor vier Tagen kamen die in Frankreich gekauften und von Katar gelieferten Medikamente im Gazastreifen an. Dort sollten sie umgehend an die Geiseln verteilt werden. Nach dem Hin und Her zwischen Israel, der Hamas und dem IRK war klar, dass das IRK mit der Verteilung nichts zu tun haben wollte, und dass diese durch die Kataris erfolgen solle. Ein Teil des Deals war, dass pro Paket für eine Geisel, jeweils 1.000 (!) Pakete für die Zivilbevölkerung von Gaza geliefert worden waren. Nachdem es darüber keine Meldungen seitens der Hamas gab, darf man davon ausgehen, dass dieser Teil der Vereinbarung eingehalten wurde. Aber wo sind die Medikamente? Netanyahu hatte mehrfach betont, welch tolles Arrangement er ausgehandelt habe und wie schnell und effektiv die Verteilung erfolgen werde. Doch was ist passiert? Es gibt verschiedene Überlegungen dazu. 1. Alle Medikamenten sind in Bunkern, Tunnel und Lagern der Hamas verschwunden. 2. Ein Teil der für die Zivilbevölkerung vorgesehen Medikamente wurde ausgeliefert, ein Rest verschwand. 3. Es gibt keine chronisch kranken Geiseln mehr, die dringend auf die Wiederaufnahme der Medikation warten. 4. Alle chronisch kranken Geiseln befinden sich in Krankenhäusern, deshalb braucht es keine besondere Auslieferung.


Hamas-Chef Ismail Haniyeh traf sich gestern mit dem türkische Aussenminister Hakan Fidan in der Türkei. Ihre Gesprächsthemen waren die mögliche Freilassung der Geiseln unter der Bedingung, dass es gleichzeitig zu einem andauernden Waffenstillstand kommt. Zur Erinnerung: Zum Zeitpunkt des Massakers gab es eine gültige Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Israel und der Hamas. Die Hamas brach diese einseitig a.) mit dem heftigen Beginn des Beschusses auf Israel und b.) mit dem nur wenige Minuten später beginnenden Angriff auf den Süden Israels mit etwa 3.000 Terroristen. Die beiden Seiten diskutierten weiterhin die Notwendigkeit, die humanitäre Hilfe im Gazastreifen zu verstärken. Das dritte Thema war die Vorbereitung zur Installation einer Zwei-Staaten-Lösung. Derzeit bestehen zwischen Israel und der Türkei keine offiziellen diplomatischen Beziehungen. Die Türkei hat sich in eine Basis für die Hamas entwickelt, von der aus sie ihre Geldgeschäfte abwickeln können und mit Hilfe der dort ausgestellten gefälschten Pässe sie sich international ungehindert bewegen können.
Die USA, Ägypten und Katar streben an, Israel und der Hamas einen umfassenden Plan vorzulegen, der den Krieg beenden und die Befreiung der Geiseln vorantreiben soll. Das Ziel wäre die völlige Normalisierung der Beziehungen von Israel zu seinen Nachbarn und die Wideraufnahme der Gespräche über eine Staatsgründung für die Palästinenser. Der 90-Tage- Plan käme einer temporären Waffenruhe gleich, in der die israelischen zivilen Geiseln im Gegenzug zur Freilassung von hunderten palästinensischen Häftlingen freigelassen werden sollen. Weiterhin müsse sich Israel aus den Städten im Gazastreifen zurückziehen, so dass für die Bevölkerung eine völlige Bewegungsfreiheit garantiert ist. Es dürfe keinerlei Drohnentätigkeit geben und die Lieferung von humanitären Gütern müsse verdoppelt werden. In einer weiteren Phase müssten die Soldatinnen freigelassen und die Leichen zurückgegeben werden. In der dritten Phase muss die Hamas Soldaten und Geiseln im wehrpflichtigen Alter freilassen. Die Truppen müssen sich bis an die Grenze zurückziehen. Die Verhandlungen sollen in den nächsten Tagen in Kairo beginnen. Für mich klingt das nach einem Einknicken vor der Hamas und einem Überlebens-Pass für die Hamas-Anführer, die heute noch als meistgesuchte Terroristen gelten. Währenddessen reklamiert die Hamas, dass der Überfall und die Massaker vom 7. Oktober eine ‘normale Reaktion’ auf alle Aggressionen der Israelis gegen die Palästinenser waren. «Mögliche Fehler, die während der Aktion aufgetreten sind, lagen daran, dass das israelische Sicherheitssystem so schnell zusammenbrach. Dadurch brach entlang der Grenze ein Chaos aus.»
Die Kritik an Netanyahu und seiner schon lange zur Farce geratenen Nicht-Regierung, wird täglich lauter in Israel. Tausende aufgebrachte Menschen versammelten sich entlang der Kaplan-Strasse in Tel Aviv. Die Strasse war zwischen Januar und dem 7. Oktober regelmässiger Schauplatz der Anti-Regierungs-Demonstrationen gewesen. Danach war es ruhig geworden. An den gestrigen Demonstrationen, die in einigen Städten stattfanden, nahmen jeweils weniger als tausend Personen teil. Gegen 22 Uhr Ortszeit verliefen sich die Demonstranten. Unter den Familienangehörigen der Geiseln war auch Shiri Albag, deren Tochter Liri, 18, sich immer noch in Gaza befindet. In der vergangenen Woche hatte die Hamas Bilder von vier jungen Frauen veröffentlicht, darunter auch eines ihrer Tochter. «Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich realisierte, dass das Mädchen im blauen Sweater meine Tochter ist.» Schiri ist hier, um Druck auf die Regierung zu machen, endlich eine neue Vereinbarung zu treffen, um die Geiseln zu befreien.

Vor dem Haus der Familie Netanyahu in Caesarea äusserte sich Mor Shoham, deren Bruder Tal, 38, sich als Geisel in Gaza befindet: «136 Särge, die wir erhalten werden, sind kein Zeichen für einen Sieg. Alle die wir hier stehen, Frauen, die vergewaltigt wurden, Geiseln, die ohne Nahrung und Tageslicht sind, fragen das Kriegskabinett: Auf was wartet ihr noch, was sind eure Pläne?»
Vor der Villa der Familie Netanyahu in Jerusalem hatte sich ebenfalls eine Gruppe von Demonstranten zusammengefunden. «Wir brauchen eine andere Art von Regierung!» forderte Sigalit Tchernihovsky, deren Sohn Or, 29, beim Musik-Festival in Re’im ermordet worden war. Ein zweiter Sprecher, Avner Vilan betonte: «Es ist ganz einfach, setzt einen Termin für Neuwahlen an.»

Jetzt haben auch die beiden rechtsextrem-nationalistischen Minister Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich die Möglichkeit einer Zwei-Staaten-Lösung definitiv ausgeschlossen. Eine solche Lösung würde die Sicherheit Israels gefährden und den Feinden einen kräftigen Aufschwung ermöglichen. Smotrich schrieb in seinem ‘X-Account’: «Das würde nur auf ein erneutes Massaker hinauslaufen» und riet dem Weissen Haus, «sich dringend über die Umstände zu informieren, die zum 7. Oktober geführt hätten». Auch Miki Zohar, Likud, schloss sich der Meinung an: «Unser Blut ist nicht vergossen worden, damit die Palästinenser ausgezeichnet werden und wir ein weiteres Risiko für unser Land eingehen. Für alle die, die noch am 6. Oktober fixiert sind: Wir werden niemals an der Gründung eines palästinensischen Staates beteiligt sein. Das ist unsere Verpflichtung gegenüber unseren heiligen Märtyrern und den gefallenen Helden.» Der ehemalige Aussenminister Eli Cohen betonte ebenfalls: «Die Gründung eines palästinensischen Staates ist eine Auszeichnung für die Terroristen. Damit wird die Achse des Bösen, die vom Iran ausgeht, gestärkt. Darauf werden wir uns nie einlassen.» Ich bin froh, dass nach dem Krieg die gesamte derzeitige Regierung nicht mehr lange im Amt sein wird. Sie sprechen nur für sich, nicht aber für ganz Israel.

Unter dem Haus eines hochrangigen Hamas-Führers in Khan Younis entdeckte die IDF einen Tunnel, in dem schätzungsweise 20 Geiseln festgehalten worden waren. Im Tunnel versteckte Hamas-Terroristen konnten eliminiert werden. Der Raum, der wahrscheinlich als Aufenthaltsort für die Geiseln diente, befand sich etwa 20 m unterhalb der Erde und ist etwa einen km vom Eingang entfernt. Einige der Geiseln gehören zu den bereits freigelassenen. So fand man u.a. Zeichnungen der kleinen Emilia Aloni. In dem Verliess gab es fünf zellenartige Räume, die alle mit einer Matratze und einem WC mit Sichtschutz (!) ausgestattet waren. In zwei sehr sauber verfliesten Räumen erkennt man sogar eine Dusche mit Duschbecken. Die Tunnel selbst waren teilweise vermint und wiesen sprengstoffsichere Türen auf.
Die Bodentruppen der IDF konnten in Zusammenarbeit mit der Marine ein Gebäude im zentralen Gazastreifen zerstören, in dem Hamas-Terroristen dabei waren, einen Hinterhalt für die IDF zu legen.
Das britische Verteidigungsministerium wird etwa US$ 514 Millionen investieren, um das Raketen-Abwehrsystem ‘Sea Viper’ mit einer neuen Software zu versehen, die den Kampf gegen die Raketen der Houthi-Rebellen noch effektiver zu gestalten.

Das Verteidigungsministerium gab bekannt, dass die IDF während der letzten Wochen etwa NIS 15 Millionen, sowie US$ 1 Million und Gelder in irakischer, jordanischer und ägyptischer Währung gefunden haben. Die Gelder fanden sich in Hochburgen der Hamas, sie werden dem Verteidigungsministerium zur weiteren Verwendung zugeführt.
Kategorien:Israel
Hinterlasse einen Kommentar