17. Shevan 5784

Leider musste die IDF gestern erneut den Verlust eines Soldaten bekannt geben. Sgt. Maj. (res.) Eliran Yeger, 36, s’’l, der bei einem Feuergefecht mit Hamas-Terroristen im Süden von Gaza sein Leben verlor.
In Zürich wurde eine für heute, 27.1.24 geplante pro-Palästina Demonstration bewilligt. Nicht ganz. Sie wurde zu einer Kundgebung heruntergestuft. Das bedeutet, dass die Teilnehmer, statt laut ihre Parolen skandierend durch die Stadt zu laufen, am Ort der Kundgebung bleiben müssen. Ob sie das tun werden, das wissen wir erst danach. Die Polizei wird die Veranstaltung nach eigenen Angaben vor Ort überwachen. So what! So what? Heute ist der internationale Holocaust-Gedenktag. An dem Tag eine Veranstaltung anzusetzen, die bereits im Vorfeld als zumindest latent antisemitisch eingestuft wird, das ist eine ungeheure Provokation. Auch wenn auf den Plakaten der Antisemitismus sich hinter arabischen Schriftzeichen verbirgt, er ist da. Und da steht nun mal: «From the river to the sea…» Dieser Satz impliziert die Vernichtung und Vertreibung der Juden.




Einige Hundert Demonstranten hatten sich auf dem Helvetiaplatz versammelt. Die Polizei war mit einigen Mannschaftswagen vor Ort. Zeitgleich fand auf dem Tessiner Platz eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Holocaust statt, an der etwa 300 Personen teilnahmen. Es gab keine Ausschreitungen.

Eine Cousine schickte mir gestern aus meiner Heimatstadt einen Zeitungsartikel. Darin zu sehen ist ein Plakat. Eine Collage, die auf den ersten Blick plakativ, aber recht harmlos aussieht. Doch dann wird der Blick auf ein Detail gezogen. Na, was fällt uns dazu ein? Bingo!

Es stellt einen orthodoxen Juden dar. Doch warum steht auf seinem Hut ‘Pfizer’? Da muss man schon ein bisschen genauer nachdenken. Albert Bourla, CEO von Pfizer, ist der Sohn zweier griechischer Shoa-Überlebender. Seine Beziehung zu Netanyahu soll viel dazu beigetragen haben, dass wir in Israel schon sehr früh zweimal geimpft waren. Die Verschwörungstheorie dahinter: Pfizer habe mit seinem Impfstoff viele Menschen getötet. Deshalb die vielen Toten im Hintergrund des Bildes, in dem der Jude eine mit giftgrünem Impfstoff gefüllte Spitze in der Hand hält. Rückschluss: Der Jude ist schuld am Tod der Menschen, die Pfizer geglaubt haben. Was bedeutet das? Es ist einerseits ärgste Verschwörungstheorie, die hier plakatiert wird, und zweitens reiner Antisemitismus.

Ein weiteres Bild, das ein Kind zeigt, das vor Kampfjets versucht zu fliehen, ist ein offensichtlicher Versuch, Israel des Genozids nicht nur an Kindern in Gaza zu beschuldigen.
Das Plakat bewirbt eine Veranstaltung, die heute in Wittlich stattfand. Veranstalter waren: «Die Freunde der Wahrheit, WIL» (Wittlich). Auf ihrer Facebook Seite schreiben sie: «Grund des Anstosses ist unsere Abbildung auf dem Flyer, welcher einen bärtigen Mann mit Spritze darstellt. Es wurde uns nahegelegt, dass hier evtl. ein antisemitischer Hintergrund besteht. Dies ist natürlich vollkommen an den Haaren herbeigezogen.» In ihrem Steckbrief geben sie an: «Wir hinterfragen, wir stellen klar, wir diskutieren, wir informieren, jeden 1. Sonntag im Monat.» Der 27. Januar ist nicht ‘der erste Sonntag im Monat’. Es ist ein Samstag und noch dazu der Holocaust-Gedenktag. Das ist kein Zufall. Im Zusammenhang mit dem Bild des orthodoxen Juden wird sehr schnell klar, dass die Veranstaltung zumindest in weiten Zügen antisemitisch ist. Die Kreisverwaltung Wittlich-Bernkastel arbeitete noch an einem ‘Auflagenbescheid’ und hat das Plakat zur Überprüfung an die Kriminalpolizei weitergeleitet. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind mir noch nicht bekannt.
Nota bene: Die Journalisten, die für den Artikel recherchiert haben, bleiben aus Angst vor Anfeindungen anonym, so weit ist es schon wieder gekommen!
Das US-amerikanische Aussenministerium hat gestern angekündigt, Zahlungen an die UNRWA vorübergehend einzustellen. Der Grund liegt darin, dass schwerwiegende Anschuldigungen des Shin Bet laut wurden, dass Mitarbeiter der UN-Organisation in die Massaker vom 7. Oktober und deren Folgen verwickelt waren. Konkret soll es sich um 12 der UNRWA namentlich bekannte Mitarbeiter handeln. Auch Fahrzeuge der UNRWA wurden beim Überfall auf Israel und den anschliessenden Verschleppungen widerrechtlich eingesetzt. Eine der freigelassenen Geiseln hatte berichtet, sie sei im Haus eines UNRWA-Lehrers auf dem Dachboden festgehalten worden. Er habe sie nur unzureichend mit Nahrung versehen und auch sonst nicht gut behandelt. Die UNRWA hatte damals noch mit Empörung reagiert und verlangt, entsprechende Berichte müssten sofort aufhören. Warum sollte eine freigelassene Geisel lügen? Dieser Vorfall dürfte nur die Spitze eines gigantischen Eisbergs sein. Italien, Australien, Finnland, GB und Kanada haben sich der Aussetzung der Zahlungen an die UNRWA heute angeschlossen. Israel wird sich bemühen, die Tätigkeiten der UNRWA in Gaza nach dem Krieg zu untersagen. Oder am besten die UNRWA ganz aufzulösen. Dazu mehr an anderer Stelle.

Der ICC in Den Haag hat gestern seine vorläufige Stellungnahme zum Antrag Südafrikas bekannt gegeben. Entgegen der Hoffnung der Antragsteller, zahlreicher Staaten, sowie der Hamas und Israel-kritischer Organisationen wurde der Teilantrag nach einem sofortigen Waffenstillstand nicht stattgegeben. Die Hauptanklage, dass Israel gegen die Palästinenser einen Genozid ausübt, wurde nicht völlig abgewiesen, Israel wurde aufgefordert, alles zu tun, um einen Genozid zu vermeiden. Die Resolution 96 vom 11. Dezember 1946 beschreibt Genozid wie folgt:
Der ICC fordert Israel speziell auf, den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten, die Lieferung von humanitären Hilfsgütern zuzulassen und, und das ist leider das Wiederholen einer reinen infamen Lüge der Hamas, das Zulassen von Geburten im Gazastreifen. Nota bene: Während des Krieges wurden etwa 20.000 Babys geboren. Das meldete die UNO. Inkubatoren, Windeln und Babynahrung wurden nahezu unbeschränkt in den Gazastreifen gebracht. Einige Frauen wurden zur Weiterbehandlung nach Ägypten gebracht. Südafrika zeigte sich mit dem ‘entscheidenden Sieg’ zufrieden. Die Hamas bejubelte sie als ‘wesentlichen Beitrag, um Israel zu isolieren’. Ägypten zeigte sich enttäuscht, dass es keine eindeutige Aufforderung gab, den Krieg sofort zu beenden, erwartet aber, dass diese noch kommen wird. Die EU fordert Israel auf, alle Massnahmen zu ergreifen, um einen Genozid zu vermeiden. Immerhin fordern sie gleichzeitig die Hamas auf, alle Geiseln sofort zu entlassen. Was der ICC wie zu erwarten war, unterliess.
Netanyahu verbot seinen Kabinettsmitgliedern, öffentlich auf die Entscheidung zu reagieren. Ohne Erfolg. Zwei rechtsextrem-nationalistische Minister, Ben-Gvir und Wasserlauf, verurteilten den Entscheid. «Das Gericht ist antisemitisch und seine Entscheidung beweist, dass es nicht Gerechtigkeit anstrebt, sondern vielmehr die Verfolgung des jüdischen Volkes.»
In der kommenden Woche wird sich das UN-Sicherheitskabinett zu einer Dringlichkeitssitzung treffen.
Nachdem Israel bei der Anhörung in Den Haag festgehalten hatte, dass die Lieferungen von Hilfsgütern in den Gazastreifen durch ägyptische Behörden verzögert würden, überlegt Ägypten jetzt, den Botschafter aus Israel abzuziehen. Immer wieder waren LKWs, die in Kerem Shalom oder Nizana abgefertigt worden waren, an der Grenze in Rafah aufgehalten worden.
Die IDF hat angekündigt, dass während des Wochenendes im ganzen Land Manöver und Trainingseinheiten stattfinden werden. Die Bevölkerung wird darauf aufmerksam gemacht, dass es immer wieder zu Explosionen und Schusswechseln kommt. Das Betreten und der Aufenthalt in den ausgewiesenen Regionen sind nicht nur ausdrücklich verboten, sondern stellen auch eine grosse Gefahr dar.

Die Demonstrationen am Warenübergang Kerem Shalom gehen weiter. Waren es bisher nur einige Dutzend Teilnehmer, so werden heute einige Hundert erwartet. Ihr Ziel ist es, die Lieferung humanitärer Waren in den Gazastreifen zu verhindern, solange dort noch Geiseln festgehalten werden.
Während der vergangenen 48 Stunden wurden in und um Khan Younis, wo derzeit die intensivsten Kämpfe stattfinden, einige Dutzend Hamas- Terroristen eliminiert. Gleichzeitig wurden einige Gebäude, die vermint waren und als Rückzugsort für dort versteckte Terroristen dienten, von der IDF gestürmt. Die Minen konnten zuvor entschärft werden. Zahlreiche Hamas- Terroristen wurden festgenommen. Die Operationen wurden zwischen IDF, IAF und Marine koordiniert.


Zu einem zum Glück glimpflich verlaufenen Zwischenfall war es bereits vorgestern an der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen in der Nähe von Jabaliya gekommen. Zwei Kinder waren unter dem auf israelischem Gebiet befindlichen Grenzzaun durchgekrochen und näherten sich dem Gebiet des Gazastreifens. Einer der beiden trug eine Israel-Fahne mit sich. Am Grenzzaun, der zum militärischen Sperrgebiet gehört, waren Siedler-Aktivisten dabei, anlässlich von Tu bishvat Bäume zu pflanzen. Auf dem Video ist eine Stimme zu hören, die ruft «Grab die Fahne fest ein!» Als die IDF sich näherte, um die Versammlung aufzulösen, kehrten die Kinder zurück. Das ist wieder ein Beispiel für die ausgesprochen provokante und dumme Haltung der rechtsgerichteten Idioten, deren Verhalten niemandem hilft. Im Gegenteil!




Die Hamas veröffentlichte ein neues Video mit drei Geiseln, Karina Ariev, 19, Doron Steinbrecher, 30, und Daniela Gilboa, 19. Sie erklären, sich seit ‘107 Tagen in Geiselhaft zu befinden’, was den Rückschluss nahelegt, dass das Video vor sechs Tagen aufgenommen wurde. Über ihren Zustand wurde nichts berichtet, aber bitte schaut einmal die Augen an.


Gestern Vormittag forderte die IDF die Bevölkerung von einigen Gebieten in Khan Younis auf, ihre Wohnungen zu verlassen und in eine neu bezeichnete Region zu ziehen. Unter den zu evakuierenden Gebieten ist auch das Flüchtlingslager Khan Younis.

Seit dem Ausbruch der Angriffe der Houthi-Rebellen auf Frachtschiffe ist die Passage des Suez-Kanals um 39% zurückgegangen. Die abgefertigte Tonnage sank um mehr als 45%. Nicht nur, dass die Kosten für den Transport enorm gestiegen sind, auch der Zeitfaktor spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die Houthi-Rebellen gaben bekannt, dass sie erneut einen britischen Oel-Tanker angegriffen haben. Auf dem Schiff, der Marlin Luanda, brach nach dem Beschuss Feuer aus, richtete aber keinen nennenswerten Schaden an. Das Schiff ist unterwegs von Port Said nach Singapore, wo es am 7. Februar ankommen soll.
Die gute Nachricht: Präsident Isaac Herzog und seine Frau Michal empfingen zehn Überlebende der Kindertransporte, mit denen zwischen November 1938 und September 1939 Kinder aus dem ‘Deutschen Reich’ u.a. nach GB, Belgien, Schweden evakuiert wurden. Danach begann der Krieg und die Transporte mussten gestoppt werden.










Eine der noch lebenden damaligen Kinder, Mirjam Szpiro, 88, aus dem Kibbutz Zikim, war nach den Pogromen vom November 1938 mit Tausenden anderen Kindern nach Grossbritannien gebracht worden. Sie glaubte, im Kibbutz ihr endgültiges Heim gefunden zu haben. Dann kam der 7. Oktober. «Man hatte uns gesagt, wir müssten uns evakuieren, und plötzlich hatte ich ein Déjà-vu. Ich stand da, eine 88-jährige Frau, vor ihrem Haus und erinnerte mich plötzlich an das dreijährige Mädchen, das ich damals war. Ich konnte mich vorher nicht an diese Dinge erinnern, an die Emotionen, aber plötzlich war alles wieder da. Und das ist das zweite Mal, dass ich mein Haus verlasse», sagte sie. «Ich hoffe, wir können bald zurückkehren. Das Haus wurde nicht beschädigt und sogar der Baum, den ich zwei Wochen vor dem Krieg im Hof gepflanzt hatte, überlebte.»


Das Treffen sollte ursprünglich Anfang November stattfinden, zur Erinnerung an die Reichspogrom-Nacht. Es wurde dann wegen des Massakers und des anschliessenden Kriegsbeginns auf diese Woche verschoben. Herzog wies auf die Verbindung zwischen dem Holocaust und den Massakern hin: «Wir haben Überlebende des Holocaust unter uns, die zu unserem grossen Leidwesen Zeugen der Schrecken des 7. Oktober waren und erneut aus ihrer Heimat vertrieben wurden. An diesem Tag geht es darum, die ganze Welt über die Gefahren des Hasses und insbesondere des Antisemitismus aufzuklären. Wir haben gesehen, wohin das führen kann – und am 7. Oktober wurden wir auf schreckliche und schmerzhafte Weise daran erinnert.»
Drei der Überlebenden machten sich auf den Weg, ihre Flucht von Deutschland über die Niederlande nach Grossbritannien zu wiederholen. Der dabei entstandene Dokumentarfilm wurde beim Treffen in der Residenz des Präsidenten gezeigt.
Kategorien:Israel
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